Was ich zuvor in verschiedenen Rezensionen zu lesen bekam, sollte sich schon bei meinem ersten Höreindruck bestätigen: MEDUSA ist einfach ein wunderschönes Wavealbum, so schön wie die Nacht, um es treffend auszudrücken. Clan Of Xymox perfektionierten auf ihrem zweiten Werk die stilistischen Merkmale, die sie dann zwischenzeitlich unter dem Bandnamen Xymox ein wenig außer Acht ließen, später aber (samt Rückkehr zum alten Namen) wieder aufnahmen: Gefühlvolle, melancholische Melodien trafen auf epische, ätherisch schwebende Keyboardflächen und verschmolzen mit Ronny Moorings elegischem Gesang und den präzisen Maschinendrums aus der (damals noch) „magischen Kiste", dem Synthesizer bzw. Computer, zu einer rundum harmonischen Einheit. Neben diversen anderen Stücken, die Frauennamen tragen (Michelle, Lorretine und Medusa ) findet sich auf diesem Meilenstein der Band auch das sehnsuchtsvolle „Louise", das zu einem echten Klassiker avancierte und bis heute ein Tanzflächenfüller in den Clubs der schwarzen Szene geblieben ist. Des weiteren sind meiner Meinung nach das mit einer romantischen Akustikgitarre versehene „Agonised By Love", das elegant dahinplätschernde „Masquerade" (übrigens steuerte hier nicht Moorings sondern Anka Wolbert die Vocals bei), und das tieftraurige „Backdoor", ein Darkwave Song der Extraklasse, hervorzuheben. Letztendlich ist MEDUSA das Werk, das diese in Amsterdam residierende Ausnahmeband zu einem der Aushängeschilder des legendären 4ad Labels werden ließ, und das dafür sorgte, dass COX fortwährend in einem Atemzug mit großen Namen wie Dead Can Dance und Cocteau Twins genannt wurden, nicht zuletzt war man 1984 im Vorprogramm von Lisa Gerrard und Brendan Perry aufgetreten, und hatte somit 4ad erst auf sich aufmerksam gemacht. MEDUSA ist also Clan Of Xymox's Meisterwerk, ein absoluter Rohdiamant (der leider nach wie vor nur als Geheimtipp fungiert), und eines der besten Alben der späten Achtziger im gesamten Genre der dunklen Popmusik.