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Placebo setzt auch bei Meds, entgegen diverser Ankündigungen, diesmal einen stärker elektronisch geprägten Ansatz zu verfolgen, auf bewährte Klangelemente, ohne sich jedoch dabei permanent selbst zu wiederholen. Das Trio hat in den letzten zehn Jahren ein besonderes Gespür für hymnische Rocksongs entwickelt. Und auch auf Meds, das die Band 2005 innerhalb von vier Monaten mit Hilfe des französischen Produzenten Dimitri Tikovoi einspielte, reihen Stefan Olsdal, Steve Hewitt und Brian Moloko wieder einen großartigen Song an den anderen, angefangen bei dem euphorischen "Infra-Red" über das nicht weniger zwingend inszenierte "Drag" bis hin zu leicht unterkühlten Balladen wie "In The Cold Light Of Morning". Es ist nicht nur die kreative Konstanz, mit der Placebo seit mehr als einem Jahrzehnt zu Werke geht, die beeindruckt, sondern auch ihr schier unglaubliches Gespür für Stimmungen, die dieses Album zu einem besonderen Erlebnis macht. Und auch diesmal enttäuscht Placebo, nicht zuletzt wegen der Unterstützung von Michael Stipe, bei "Broken Promise" und The Kills Sängerin VV alias Alison Mosshart ("Meds"), nicht im gerinsten. Was wohl auch ein Verdienst von Dimitri Tikovoi ist, der die Band immer wieder neu forderte und es irgendwie schaffte, das sich die drei Herren wieder an die frühen Tage ihrer Band erinnerten. Ein klassisches Retroprodukt ist Meds trotzdem nicht geworden. Placebo wissen sehr genau, wo sie die Grenze ziehen müssen, um nicht des Selbstplagiats bezichtigt zu werden. Vorbei die Zeiten, als die Band auf Sleeping With Ghosts mit allerlei Loops und Elektronik-Sounds experimentierte. Trotz des eher konservativen Ansatzes, im Mittelpunkt stehen über weiten Strecken Gitarre, Bass und Schlagzeug, tritt das Trio nicht auf der Stelle. Und das ist das eigentlich verwunderliche an dieser Platte. --Norbert Schiegl
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Altbekannt und wohlvertraut, doch trotzdem seltsam n,
Rezension bezieht sich auf: Meds (Audio CD)
Das ist endlich. Nach drei Jahren wieder ein Studioalbum von Placebo. Nach dem Sammelalbum "Once more with feeling", auf dem ja "nur" zwei neue Lieder zu hören waren, liegt jetzt also seit März 2006 ein Album mit 13 frischgebackenen Titeln vor.Was kann ich sagen, wo ich die Platte jetzt mehr als ein Dutzend Male gehört habe? Erfreulicherweise ist sie wirklich sehr gelungen. Herr Molko klimpert wieder sichtlich gerne auf seiner Gitarre. Nach dem doch eher elektronischen Experiment "Black market music" und dem manchmal poppigen "Sleeping with ghosts" sind Placebo hiermit ein Stück zurück zu ihren Wurzeln "Placebo" und dem unbestrittenen Meisterwerk "With you I'm nothing", einem der besten Alber -vielleicht sogar DEM- der 90er Jahre des letzten Jahrtausends geganen. Doch was macht dieses Album aus? Nun, die Themen sind reifer geworden. Das ist es, was ich an Placebo schätze: sie haben niemals aufgehört, sich mit ihren Ursprüngen auseinanderzusetzen. Die Texte handeln von Einsamkeit, zu viel Sex und zerstörten Kindesträumen. Und trotzdem ist die Band niemals depressiv, weder in Bezug auf ihre Musik noch auf ihre Texte. Eher melancholisch: sie laden ein in Ort des Träumens, fernab vom lauten und hektischem Alltag. Eine kleine Oase der Unschuld. Der Opener "Meds" [mit der wunderbaren Stimme der Allison Mosshart: wann eine Dame je erotischer Luft eingesogen als diese vor ihrem betörend schönen "Baby, did you forget to take your meds?] ist schnell und schön. Erinnert mich stark an "Bulletproof cupid", nur mit Text und Gesang. Die nächsten vier Lieder von "Infra-red" bis "Follow the cops" haben mir auch sehr gut gefallen. Schöne Melodiepassagen und tiefgehende. Jetzt kommt der Teil des Werkes, der mir nicht so gut gefallen hat: "Post blue", "Because I want You" und "Blind" klingen mir teilweise zu hölzern [vielleicht muß ich das Album einfach noch ein paar Mal mehr hören, um die Qualität dieser Lieder zu entdecken] und etwas plump. Schade, sie hemmen der Hörgenuß des Albums wirklich. Zu Ende hin geben Placebo noch einmal Gas: "Pierrot the clown", "One of a kind" und "In the cold light of morning" runden das Album schön ab. "Broken promise" mit Michael Stipe von R.E.M. hat zwar viel Potenzial, aber auch vieles davon verschenkt. Schade. Insgesamt also fünf Sterne, weil Placebo es einfach immer wieder schaffen, aus ihrem Fundus neue Pakete zu schnüren, die sich dennoch niemals aufs haar gleichen: immer entdecke ich etwas Neues, oft erst nach mehrmaligen Hören aus. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Crème de la crème à la PLACEBO,
Rezension bezieht sich auf: Meds (Audio CD)
Seit dem zweiten Album bin ich Gernhörer von Placebo. Gut haben sie mir immer gefallen, auch wenn 'Without You I'm Nothing' mein bisheriger Favorit war.Doch nun MEDS! Überraschend gut ausgewogen zwischen antreibenden Höhen und zutiefst melancholischen Niederungen finden sich auf dieser Scheibe nicht nur zwei, drei oder vier Höhepunkte. Nein, von Beginn an wird ein verdammt hohes Niveau gehalten: Ein Highlight nach dem anderen! Musik und Textinhalt harmonisieren einzigartig. Sänger Brian Molko reißt sein Herz auf und nutzt Placebo zum Transfer in unsere Nervenbahnen. Depression auf Knopfdruck (Push PLAY). Aber dann wird einem auch immer wieder die Hand gereicht, so dass man nicht versinken muss. Für mich ist MEDS Placebos creativer Höhepunkt, die High-Quality-Essenz einer Band-Entwicklung. Nach dem ersten Hören klang die CD übrigens wie ein umgeworfenes Glas Wasser - ziemlich leer und nichtssagend. Nun höre ich sie jeden Tag und genieße einfach. Wer weiß, ob es dieses Jahr noch (irgend)ein besseres Album geben wird?! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
MEDS ( only ) FOR BAD DAYS,
Von
Rezension bezieht sich auf: Meds (Audio CD)
Anstatt mich, wie meine Vorredner das bereits sehr gut und ausreichend getan haben, in den Beschreibungen der einzelnen Songs zu ergehen, möchte ich an dieser Stelle einfach einfach nur empfehlendie Meds (für schlechte Tage)unverzüglich in der nächsten Apotheke zu besorgen, garantiert (k)ein Placebo und am besten 2 x täglich einzunehmen ;-) Zu Risiken und Nebenwirkungen...Ihr wisst ja wies weitergeht...,-) Ach ja,um nicht ganz aus dem Rahmen zu fallen , Anspieltip: Nummer 6 (Its in the pills that bring you down , yeah,-) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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