Dieses Album ist definitiv kein Placebo, denn es enthält zweifelsohne viele "Wirkstoffe".
Auffällig ist, daß der Synthesizer noch mehr zum Einsatz kommt, er wabert bei "Follow the cops back home", blubbert bei "Pierrot the clown", aber immer in der richtigen Dosierung, eben so, daß klar ist, daß Placebo vor allem von der großartigen Rhythmusfraktion lebt.
Dieses neue Album ist unglaublich atmosphärisch und bewegend, was vor allem bei den Balladen auffällt (mein persönlicher Favorit ist "Blind"), aber auch bei den treibenden Stücken wie "Broken Promise". Bei letzterem finde ich Michael Stipe zwar überflüssig, aber durch seinen stimmlichen Beitrag wird Brian's Gesang eigentlich nur noch mehr betont - der geneigte Placebo-Fan ist nun einmal süchtig nach Brian's Klingelstimme ;-).
Nur bei einem Stück ist sie nicht so hell und prägnant wie gewohnt: Bei "In the cold light of the morning" fragt man sich, ob er tatsächlich nicht ganz nüchtern ist oder ob er von seinem Drama-Studium Gebrauch macht; einfach großartig...
Die armen Engländer bekommen das unoriginellste Stück als erste Single: "Because I want you" ist zwar sehr eingängig, kann aber von textlichen und musikalischem Einfallsreichtum nicht mit den anderen Stücken mithalten.
Die restliche Welt ist mit dem Schlußsong des Albums als Single besser bedient: "Song to say goodbye" ist ein absoluter Hammer.
Hoffentlich sagen uns diese drei niemals Goodbye...
Würde gerne noch ein paar mehr Sterne draufpacken, wenn es ginge!