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Medizin hinter Gittern: Das Stasi-Haftkrankenhaus in Berlin-Hohenschönhausen
 
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Medizin hinter Gittern: Das Stasi-Haftkrankenhaus in Berlin-Hohenschönhausen [Broschiert]

Tobias Voigt , Peter Erler
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 95 Seiten
  • Verlag: Jaron Verlag; Auflage: 1 (Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 389773673X
  • ISBN-13: 978-3897736733
  • Größe und/oder Gewicht: 23,2 x 16,4 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 169.239 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Sie waren Tscheckisten in Weiß: die Ärzte, die im Auftrag des Ministeriums für Staatssicherheit im Haftkrankenhaus Berlin-Hohenschönhausen kranke Gefangene, "haft- und prozessfähig" machten.
Tobias voigt und Peter Erler bringen mit ihrem Buch erstmals Licht in ein dunkles Kapitel der deutschen Medizingeschichte.

Das geheimste Krankenhaus der DDR befand sich ab 1960 auf dem hermetisch abgeriegelten Gelände der zentralen Stasi-Untersuchungshaftanstalt. Die MfS-Ärzte im Haftkrankenhaus unterstützten "mit den spezifischen Mitteln der Medizin" die Arbeit der Vernehmer. Dem Einblick der Zivilmedizin vollkommen entzogen, behandelten sie Knockenbrüche und Schusswunden gefasster "Grenzverletzer" wie auch Inhaftierte, die sich im Hungerstreik befanden oder an Haftpsychosen litten.

Dieses Buch zeichnet das spannungsreiche Bild einer Heilkunde, die im Dienst der Stasi stand - ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte der DDR.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen ...das geheimste Krankenhaus der DDR war am Ende..., 13. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Medizin hinter Gittern: Das Stasi-Haftkrankenhaus in Berlin-Hohenschönhausen (Broschiert)
Der tröstlichste Satz dieses schmalen und informativen Büchleins steht auf der letzten Seite, er lautet: "Der eben noch gefürchtete Minister für Staatssicherheit Erich Mielke wurde Gefangener im ehemaligen Stasi-Gefängnis und Patient des HKH (...) das er fast auf den Tag genau 30 Jahre zuvor gegründet hatte". Tröstlich, weil dieses aus einer Wäscherei entstandene 25-Betten"krankenhaus" im Stasigefängnis Berlin- Hohenschönhausen ebenso wie der dazugehörige Staat aufgehört haben, zu existieren. Vergessen aber sollten und wollen wir diese Zeit nicht. Und genau das - nämlich die Erinnerung wach zu halten an den deutschen Teilstaat hinter der Mauer - sind das große Verdienst von Dr. Knabe (dem Leiter der Gedenkstätte und Verfasser des Vorwortes) sowie der beiden Autoren Voigt und Erler.

Nach wohl mühsamer Vor- und Kleinarbeit, dann mit sachlicher Akribie und schließlich bei gebremster Emotionalität wird hier eine Art Dokument vorgelegt über das Gebäude und die Pläne dessen, was man nur mit gutem Willen als Krankenhaus bezeichnen kann. Wir lesen über das Schicksal einiger Inhaftierer (nicht: "Patienten"), verfolgen die z.T. erstaunlichen Lebensläufe und Verhaltensmuster der (Chef)Ärzte, der Schwestern oder auch der Aufseher. Das Ganze wird unterlegt mit Bildern, Schriftstücken und weiteren Zeugnissen der zurückliegenden Ereignisse. Man erfährt, dass es etwa 3.000 Patienten dort gegeben habe (vorwiegend Männer), dass pro Jahr anfangs etwa 100, später 200 Patienten stationär aufgenommen worden seien und dass es einen Operationsraum und ein Röntgengerät gegeben habe, alles in allem also ein eher sehr kleines Krankenhaus.

Als Mediziner würde man - kleiner Kritikpunkt - gern noch einige Daten mehr (falls überhaupt auffindbar) über die durchschnittliche "Liegedauer", über das "Diagnosespektrum" oder die damals dort mögliche "Diagnostik" lesen, also auch über das, was die Häftlinge aus den Zellen des Gefängnisses in die Zellen der Klinik gebracht hat. Insgesamt ein weiteres wichtiges Mosaiksteinchen gegen das Vergessen eines bedrückenden aber wichtigen Stückchens deutscher Geschichte; dafür den Autoren ein Dankeschön!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein weiterer Aspekt der menschenliebenden roten Ideologie, 27. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Medizin hinter Gittern: Das Stasi-Haftkrankenhaus in Berlin-Hohenschönhausen (Broschiert)
Dieses Buch löste schon vor Erscheinen eine breite Debatte über die Menschenrechtsverletzungen der DDR und Stasi-Mitarbeiter aus und hier in Berlin verschwanden sämtliche TV-Dokumentationen mit Zeitzeugen im Nachtprogramm. Schließlich möchte man den rot-roten Senat und altgediente Kader nicht brüskieren...
Das Haftkrankenhaus in Berlin-Hohenschönhausen war an den berüchtigten STASI-Knast angeschlossen und diente als Sammelbecken für alle Insassen, die dank der pfleglichen Behandlung im Gefängnis krank wurde, auf offener Straße krank wurden oder auch gerne als psychisch krank galten. Die Hauptaufgabe bestand darin, die angeschlagenen Insassen noch stärker zu malträtieren und Schwerstkranke so lange am Leben zu erhalten, bis man die Informationen hatte, die man gerne hören wollte oder erhofft hat.
Im vorliegenden Buch bekommt man einen sehr gelungenen Überblick über die Haft- und HEIL-Methoden der roten DDR-Führung und da Überlebende zu Wort kommen, gewinnt dieser Bericht zusätzlich an Tiefe. Einmal mehr erkennt man die Unmenschlichkeit dieses sozialistischen regimes, daß seine eigenen Bürger erschossen hat und einsperren musste.
Und das schlimme: diese 40jährige, sehr dunkle Zeit der deutschen Geschichte ist noch nicht vorbei. Der Gesinnungsterrorismus beginnt von vorn.

5 Sterne. Schulpflicht. SO war die DDR. Vergesst diese OSTalgie.
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