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Medizin: Immunologie: Das Immunsystem - Freund oder Feind? [Taschenbuch]

Hans Grosse-Wilde , Cornelia Hardt , Barbara Bigge , Tarik Möröy , Heike Grassmé , Andrea Riehle , Erich Gulbins , Mengji Lu , Sergei Viazov , Ulf Dittmer , Michael Roggendorf , Marc aus dem Siepen , Fritz U Schade , Herbert de Groot , Joachim Fandrey , Hellmut D Ottinger , Dietrich W Beelen , Monika Lindemann , Alexandra Schumann , Melanie Fiedler , Guido Gerken , Ali Canbay , Vera Rebmann , Bertram Opalka , Philipp Schütt , Mohammad R Nouwrousian , Thomas Moritz , Katrin Schmuck , Ali A Pourzal , Max Greve , Timo Bobert


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Kurzbeschreibung

27. März 2006
Die Immunologie, die Lehre und Wissenschaft vom Immunsystem, ist für jedes klinische Fach von Bedeutung. In der neuen Ausbildungsordnung für Ärzte wurde deshalb mit dem so genannten Querschnittsfach „Infektiologie und Immunologie“ die Ausbildung in klinischer Immunologie intensiviert, ohne jedoch auf die Vermittlung immunologischer Grundlagen zu Beginn des Studiums zu verzichten. Welche Bedeutung ein intaktes Immunsystem für unser Leben und Überleben hat, wird deutlich, wenn wir uns verschiedene Krankheitsbilder vergegenwärtigen; wie beispielsweise die angeborenen Immundefekte, die unbehandelt zum Tode führen können, oder die erworbene, chronisch verlaufende Immunschwäche AIDS (Acquired Immunodeficiency Syndrome). Dazu zählen auch banale Erkältungen bis hin zu Grippeepidemien, Infektionen mit dem Vogelgrippevirus oder dem Erreger einer schweren akuten Lungenentzündung (Severe Acute Respiratory Syndrome; SARS). Jeder Zwanzigste in der Bevölkerung ist von einer Autoimmun-erkrankung wie Rheumatoide Arthritis, Diabetes mellitus oder Multiple Sklerose betroffen. Diese Erkrankungen können mild verlaufen oder zu schwersten Behinderungen führen. Jeder dritte Deutsche leidet an einer Allergie, zum Beispiel gegen Nahrungsmittel, oder an Heuschnupfen beziehungsweise Asthma. Im Extremfall kann ein Allergen einen lebensbedrohenden Schock auslösen. Weitere Erkrankungen des Immunsystems sind Tumoren, die ihren Ursprung in Immunzellen beziehungsweise in deren Vorläuferzellen haben. Hierzu zählen die Leukämie (Blutkrebs) und das Lymphom. Das Immunsystem ist darüber hinaus gefordert bei körperlichem oder psychischem Stress und bei Gewebeschädigungen. Eine Transplantation mit dem Ziel, ein funktionsuntüchtiges Organ, wie Leber, Herz, Lunge oder Niere, zu ersetzen, wäre ohne Kenntnis und Berücksichtigung von Immunreaktionen nicht erfolgreich. Zu therapeutischen und diagnostischen Zwecken werden hämatopoetische Stammzellen und Antikörper aus dem Blut gewonnen. Antikörper, die als Immunglobulin-Fraktion aus Blutplasma angereichert werden, können, intravenös verabreicht, bei einer angeborenen Immunschwäche lebensrettend sein. Hämatopoetische Stammzellen, die aus dem Knochenmark oder peripheren Blut eines Spenders gewonnen werden, sind bei Leukämien oft die einzig wirksame Therapie. Natürliche oder biotechnologisch hergestellte Antikörper finden Anwendung in der Immundiagnostik, der Immunhistochemie sowie der Immuntherapie. So bietet insbesondere das „Antikörper engineering“ neue Möglichkeiten für verträglichere und effizientere Therapien. Botenstoffe (Zytokine) des Immunsystems, die der Zellkommunikation und Differenzierung dienen, sowie deren lösliche Rezeptoren werden als rekombinante Eiweiße (Proteine) produziert. Diese Substanzen können Immunreaktionen stimulieren, blockieren oder verändern. Einige dieser Zytokine sind für die Behandlung von bestimmten Tumoren zugelassen. Andere, wie Interferon- und Interleukin-1-Rezeptor Antagonist, können bei Autoimmunerkrankungen wirksam sein. Dieses Heft der ESSENER UNIKATE „Immunologie: Freund oder Feind“ präsentiert eine Auswahl wissenschaftlicher und klinischer Themen aus verschiedenen Fachdisziplinen des Universitätsklinikums Essen. Diese Arbeiten vermitteln, wie sehr sich das Immunsystem spezialisiert hat um uns als „Freund“ vor Krankheitserregern zu schützen. Sie verdeutlichen weiterhin, dass uns der „beste Freund“ nicht immer helfen und vor Tumoren bewahren kann. Sie zeigen, wie Fehlregulationen im Immunsystem in Auto-aggression umschlagen können und der „beste Freund“ zum „Feind“ wird. Die Arbeiten vermitteln auch, dass zunehmende Kenntnisse immunologischer Regulationsmechanismen neue therapeutische Strategien ermöglichen. Eine gezielte Immuntherapie soll zu einer noch effektiveren Abwehr von Krankheitserregern und Tumoren führen. Bei Autoimmunerkrankungen soll Toleranz gegen „selbst“ wieder hergestellt werden, bei Transplantationen Toleranz gegen das fremde Organ induziert werden.

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