Mein höllischer Tinnitus trieb mich nach sechs Jahren an den Rand des Suizids, niemand, niemand konnte mir helfen, der Hausarzt nicht, keine HNO-Ärzte, keine Psychologen, niemand...
Vor allem: Keiner dieser Herrschaften gab mir mal den Tip es mit Meditation zu versuchen, da musste ich in meiner Verzweiflung selbst drauf kommen.
Das Glück meines Lebens war, dass ich (intuitiv?) aus zahllosen angebotenen Ratgebern dasjenige Buch auswählte, welches sich im Nachhinein als das Beste herausstellte. (auch empfehlenswert: die Bücher von Jon Kabat-Zinn und Jack Kornfield!)
Das Buch mit dem nicht sehr glücklichen Titel ( ja, so heissen halt alle Titel dieser Reihe...) hat mir Mut gemacht, es zu versuchen. Was hatte ich schon zu verlieren? Und siehe da - Linderung des Tinnitus bereits nach zehn zwölf Wochen, Sieg über ihn nach einem halben Jahr.
Ich war so dankbar, dass ich Stephan Bodian eine mail geschrieben hatte, in seiner Antwort dankte er sehr sehr nett für das positive Feedback.
Eine ganz kleine Kritik sei aber doch erlaubt: Stephan schreibt an vielen Stellen: "Sie werden möglicherweise dies erleben, möglicherweise passiert das, möglicherweise jenes..." und man baut zu Anfang naiverweise unbewusst eine etwas zu hohe Erwartungshaltung auf an das, was während der oder durch die Meditation geschehen möge. Ich sage Euch einfach nur: Setzt Euch hin, schliesst die Augen und beobachtet Euren Atem. Erwartet möglichst NICHTS, seid und bleibt unstrukturiert. Lasst Euch durch das Unspektakuläre in Eurer Meditationspraxis nicht verunsichern, das ist schon alles richtig so. Ich hing in den ersten Wochen etwas in der Luft, aber dann sagte ich mir: Ich zieh dieses Meditationszeugs jetzt einfach mal noch eine Weile durch. Es war die beste Idee meines Lebens.
Ich meditiere nun seit 2002 etwa 50 Minuten täglich, mal etwas länger, mal etwas kürzer. Und immer mal wieder denke ich daran zurück, welches Buch mir den Mut machenden Einstieg in die für uns Westler ja doch mit Berührungsängsten behaftete Welt der Versenkung ermöglicht hat.
In einer immer lauteren,härteren, kälteren und zynischeren Welt suchen wir nach einer Konstante in Geborgenheit. "Meditation für Dummies" zeigt uns, dass wir diese Geborgenheit in uns selbst finden können.
Auf Seite 105 meiner Ausgabe aus dem Jahr 2000 (damals noch ohne CD) findet sich der folgende entzückende Cartoon: Ein Lehrer und ein Schüler. Der Lehrer: "Okay, Ihre Haltung ist sehr gut. Jetzt entspannen Sie sich, konzentrieren Sie sich, und lassen Sie dann gaaanz langsam Ihr Handy los!"
Habt Ihr gerade ein wenig gelächelt? Dann hat Euch das Buch bereits ein erstes Mal gutgetan!
Viel Erfolg wünscht Euch
Christoph
Nachbemerkung 1. Dezember 2010
Es scheint sich im Unterschied zu vor rund zehn Jahren neuerdings bei vielen Ärzten und Fachärzten wie auch im allgemeinen Bewusstsein mehr und mehr die Erkenntis durchzusetzen, dass Entspannungspraktiken wie die Meditation eine ungeheuere Hilfe bei der Lösung des bedrückenden Problems Tinnitus sein können. Das ist sehr erfreulich.