Die Pietà: das Bild des gestorbenen Gottessohnes im Schoß der Gottesmutter. Es ist zugleich das Bild des gestorbenen Denkens, das im Schoß der Seele ruht. Unser Denken ist tot, die Seele trauert (unbewusst), und die geistige Welt trauert mit ihr und wartet...
Das menschliche Denken ist tot, und die Aufgabe des Menschen, ja der wahren Menschwerdung, besteht darin, es auferstehen zu lassen. Die Seele muss den realen Geist gebären. Und der einzige Weg zu einer Auferstehung des Denkens ist gerade die Meditation. Man kann diesen Weg nur dann wahrhaft gehen, ihm nachstreben, wenn man in Ehrfurcht die Größe und Realität der Aufgabe immer mehr erkennt.
Mieke Mosmuller beschreibt die Stufen der Meditation aus eigener Erfahrung, und daher vermag sie dies in einer Form, die, völlig frei von bloßer Intellektualität, kein 'Reden über', sondern ein 'Sprechen aus...' ist. Die suchende Seele des Lesers begegnet hier einer Sprache, die, äußerlich von schöner Schlichtheit, genau jene innere Wahrhaftigkeit und Kraft hat, die auf dem beschriebenen Weg notwendig ist und zu ihm hinführt.
Erst muss das Denken wahrhaft auferstehen: als eine reine, wirkliche, reale Kraft, gegenüber der unser gewöhnliches 'Denken' ein Nichts, ein wesenloses Traumesspiel ist. Erst dann kann dieses auferstandene Denken ein Organ für die geistige Welt werden. Das reine Denken, wie es Mieke Mosmuller beschreibt, ist eine notwendige Voraussetzung für die Geisteswissenschaft oder Anthroposophie.
Der anthroposophische Entwicklungsweg steht jedem Menschen offen. Er führt zur wahren, immer weiter fortschreitenden Verwirklichung des Menschseins. Und erst wenn er wirklich gegangen wird, kann von Anthroposophie nicht nur gesprochen werden, sondern wird sie auch eine Realität.
Auch dieses Buch von Mieke Mosmuller ist wieder ein ermutigender Aufruf, den Weg zu betreten.