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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 25.02.2003
Da ist eine Gruppe von Kulturwissenschaftlern angetreten, eine neue akademische Disziplin ins Leben zu rufen: die Medienphilosophie. Doch ihre programmatische Suche nach einer gemeinsamen Basis ist gründlich gescheitert, behauptet Frank Böckelmann. Zwölf Beiträge enthält die für ein studentisches Publikum gedachte Taschenbuch-Originalausgabe, und zwölfmal wird der Begriff Medienphilosophie verschieden erfasst, bedauert Böckelmann. Dies ist weder ein zwingender Beweis für die Notwendigkeit zur Gründung dieser Disziplin noch ein Beleg für die Vielfalt des Philosophierens in Deutschland und Österreich, spottet er. Eher sei es ein Beleg für geschicktes Aneinandervorbeireden, wie es die Autoren, die sich von Tagungen her kennen, ohnehin andauernd täten. Überhaupt stört ihn der "selbstverliebte Seminarton", der sich durch viele Beiträge zieht. Ausdrücklich ausgenommen von Böckelmanns Kritik sind nur die "fulminanten" polemischen Beiträge von Lorenz Engell und Frank Hartmann, alle anderen haben laut Böckelmann einigermaßen respektable Arbeitsgrundlagen geliefert, durch die sich das interessierte Publikum durchbeißen muss.
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Süddeutsche Zeitung, 25. Feburar 2003
Der Sammelband enthält neben den Texten der drei Herausgeber die Beiträge von neun deutschsprachigen Philosophen und Kulturwissenschaftlern. Mike Sandbothe bemüht sich im abschließenden Beitrag um eine Klärung der Positionen. Stefan Münker beauftragt die Philosophie mit der Reflexion der Medienabhängigkeit ihrer sämtlichen Begriffe, während Alexander Roesler als dritter Herausgeber die Auffassung vertritt, es gehe immer noch um die alten philosophischen Probleme, nur eben in medialer Perspektive. Die teils werbenden, teils gereizten Klärungsbemühungen verdienen ausnahmslos Respekt. Man sollte der Spur des Unvereinbaren folgen wie Elena Esposito die Möglichkeit von Medienphilosophie bestreitet, Barbara Becker sich gegen die Fetischisierung von Innovationen zur Wehr setzt, Matthias Vogel den vor- und nichtsprachlichen Formen der Kommunikation Geltung verschafft und Reinhard Margreiter aufzeigt, dass sich Medialität und Erkenntnisstreben seit jeher wechselseitig bedingen , dann könnte erneut, interdisziplinär natürlich, das Verwundern über unsere künstliche Welt, der immer wieder die Unmittelbarkeit zustößt, beginnen. (Frank Böckelmann)