Ich bin Lehrbeauftragte an einer Fachhochschule. Als ich gestern den Raum betrat, fand ich auf einem Overheadprojektor eine Folie, auf der ein Student die Medientheorie von Baacke zusammengefasst hat. Ich zitiere: Medienkunde ist "informativ und instrumentell-qualifikatorisch", Mediengestaltung ist "innovativ und kreativ", Mediennutzung ist "rezeptiv anwendend" und "interaktiv handelnd", Medienkritik ist "analytisch, reflexiv und ethisch".
Was für ein Schwachsinn!
Das hilft uns wirklich gar nicht weiter bei den Problemen, die die Neuen und Alten Medien mit sich bringen: Teenies, die sich die Köpfe mit Computerspielen und Stuß-Serien zudröhnen, Allzeitbeschallung durch Werbung, Verdummung durch Bohlen & Co.
Statt handfester Analyse gibt's diese Schlagworte, die noch dazu ziemlich beliebig sind. Klar ist Mediengestaltung "innovativ und kreativ", doch sie ist genauso gut auch "informativ". Umgekehrt ist Medienkritik unter Umständen auch "innovativ und kreativ". Und auch Mediennutzung kann "innovativ und kreativ" sein.
Wenn ich daran denke, dass die armen Studenten diesen Quatsch auswendig lernen müssen, dann tun sie mir Leid.
Ich bin dafür, dass solche Bücher boykottiert werden.