Bobby McFerrin hat mit "Medicine Music" mal wieder die Brücke zwischen Klangkunst, Kultmusik und Pop geschlagen. Die Titel bilden eine große Vielfalt und reichen von "Soma so de la de sase", einem ruhigen Stück mit fast urtümlichem Charakter, bis zu "sweet in the mornin'", das schon in Richtung Soul schwenkt, oder bis "He ran all the way". McFerrins Lieder stellen etwas dar, verlangen vom Hörer aber, sich in die Klangwelt mit einzufühlen und einzubinden. Die Mischung aus Eingeborenenmusik und McFerrins Multiple-Track-Aufnahmetechnik mischen sich zu Musik, die in kein Genre eingepasst werden kann. Man darf auf dieser CD keinen Welthit wie "Don't worry, be happy" erwarten, und die teilweise christlich geprägten Inhalte werden auch nicht jedem Zuhörer gefallen, weil sie auch provozieren können, wie z.B. "The 23rd Psalm". Trotzdem ist diese CD eine meiner persönlichen Lieblings-CDs geworden, weil McFerrin die Verbindung von gegensätzlichen Kulturen gelingt und sehr schöne Musik dabei herumkommt.