Medical Skills dient als kleiner Leitfaden für Famulatur (und PJ) und soll helfen, sich bei den bevorstehenden Tätigkeiten zurechtzufinden.
Sind dem Studenten am Anfang nämlich wichtige Spielregeln noch nicht bekannt und erwischt man noch dazu Stationspersonal, das mit Famulanten nicht sonderlich viel anfangen kann, tut man sich schwer und wird noch dazu als unfähig/arrogant abgestempelt.
Das Buch beginnt mit einer kurzen Einleitung zu allgemeinen Verhaltensweisen auf der Station.
"I bin ka sozialer Krippl, i brauch des ned" wird sich vielleicht der ein oder andere denken. Na gut, eine Anleitung zum Small Talk oder "wie bringe ich andere Menschen dazu, mich zu mögen" wird man hier nicht finden, sondern eher Fragen wie "Umgang mit Pflegepersonal und Kollegen", "Umgang mit Stationsärzten", "Welche Position nehme ich in der Hierarchie ein?", etc.
Als anfängliche kleine Hilfe gibt es eine Auflistung zu den häufigsten Krankheitsbildern auf den jeweiligen Stationen, die man sich vor einer Famulatur in einem Lehrbuch idealerweise ansehen sollte.
Anamnese und Gesprächsführung sollten wir schon alle im Famulaturpropädeutikum gelernt haben. Wer meint, den Anamnesezettel vom Krankenhaus anfangs nicht zu brauchen und sich dann aber an viele Schritte nicht erinnern kann, möchte im kleinen Büchlein nachlesen.
Gut erklärt sind die einzelnen Schritte, wie eine Untersuchung/Tätigkeit durchzuführen ist. Denn alibihalber irgendwo im Bauch herumdrücken und dann "Leber Ribo" hinschreiben kann jeder.
Blutabnehmen, Venflon oder andere Nadeltätigkeiten, die im Buch beschrieben sind, eignet sich jeder wohl zuerst vom Turnus-/Assistenzarzt oder gleich primär by doing an.
Interessant werden nicht so häufig von Famulanten gesehene Tätigkeiten wie Port-a-cath, Lumbalpunktion, Anlage eines suprapubischen Harnkatheters, Pleurapunktion, Ascitespunktion, etc.
Hier liegt das Augenmerk natürlich eher auf dem Zusehen und nicht dem Selbermachen, allerdings ist man schon vorher mit dem ungefähren Ablauf der Tätigkeit vertraut und kann Interesse simulieren.
Schön erklärt sind (zusätzlich mit sw-Bildern) das Verhalten im OP (wo darf ich nicht herumstehen, wo störe ich niemanden?) und verschiedene Verbandsarten inklusive Gipsen.
Fazit
Praktische Übung kann das Buch natürlich nicht ersetzen - das ist klar - allerdings nimmt das Gefühl einer kleinen Hilfe vor bzw. während der Famulatur ein wenig die Angst vor dem Ungewissen.
Und wenn mal nichts zu tun ist, kann man sich als eifriger Famulant in die Ecke setzen und während des Rekapitulierens des richtigen Blutabnehmens so tun, als würde man wichtige fachspezifische Literatur lesen.