MEDIENwissenschaft 4/2005
Das kultur- und medienwissenschaftliche Interesse an Themen wie Materialität, Sinnlichkeit, Ereignishaftigkeit, Körperlichkeit und Performativität ist gegenwärtig unübersehbar. Der vorliegende Band schliesst an dieses Interesse an, indem er den Begriff des Synästhesie in den Vordergrund rückt und auf sein Verhältnis zur Ästhetik der Medien hin untersucht. Synästhesie wird dabei sowohl als Phänomen menschlicher Wahrnehmung bzw. Erfahrung wie auch als eine mediale und ästhetische Form behandelt. (...)
filmforen.de (10.5.2005)
(...) Es ist das erklärte Ziel der Autoren, sich nicht nur auf einen reflexiven und theoretisierenden Zugang zum heterogenen Feld der Synästhesie zu versteifen, sondern sich der Frage nach der medialen Strukturierung der Sinneswahrnehmung auch durch fiktive Strategien anzunähern. "Media Synaesthetics" vertritt die Idee eines offenen Forschungsbereichs (Martin Seel) in dem den kulturwissenschaftlichen Einzeldisziplinen ein gemeinsamer Boden angeboten werden soll. Der Band versammelt demgemäß nterschiedlichste Ansätze medien-, literatur-, kunst-, kommunikations-, und erziehungswissenschaftlicher, sowie psychologischer und philosophischer Provenienz und bringt sie mit einer Reihe sehr gelungener Film-Interpretationen (Die Vögel, Dogville, Cremastercycle) in Einklang. Media Synaesthetics ist alles in allem ein gut lesbares und sehr ambitioniertes Werk aus dem Hause Herbert von Halem und ermöglicht jedem wissenschaftlich und kulturell Interessierten Leser einen Zugang zum Themenkomplex der synästhetischen Wahrnehmung. (Florian Reinacher)