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Media Control. Von Macht und Medien
 
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Media Control. Von Macht und Medien [Gebundene Ausgabe]

Noam Chomsky
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 253 Seiten
  • Verlag: Europa Verlag; Auflage: 2 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 8181580052
  • ISBN-13: 978-8181580054
  • ASIN: 3203760150
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 278.975 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Noam Chomsky
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Produktbeschreibungen

CHANGE X

Immer wieder Noam Chomsky. Seit Jahren werden die Vorlesungen und Texte, die Analysen und Hintergründe des MIT-Professors in Bücher gepackt. Auch hierzulande. Die Publikationen erzielen weltweit hohe Auflagen und werden viel zitiert. Das Handelsblatt schreibt, er gehöre zu den "zehn meistzitierten Autoren aller Zeiten". Die New York Times bezeichnet den heute 75-Jährigen als "wichtigsten lebenden Intellektuellen". Jemand wie Chomsky hat natürlich eine Menge zum Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft zu sagen. Auch in seinem neuesten Buch, das Texte aus über 15 Jahren zusammenfasst. Vieles davon ist bereits im „memory hole“ der Geschichte versickert, aber die Grundlagen sind nach wie vor brisant. Wen es interessiert: Die Einleitung stammt aus dem Jahr 2002, Hauptteil und Anhang sind Vorlesungen, die Chomsky im November 1988 gehalten hat.

Richtig spannend ist eigentlich nur der erste Teil. Chomsky entfaltet hier seine Hauptthese, die er jedoch nur für die USA zu beweisen versucht: Die Medien sind Propaganda-Agenten der Regierung. Sie sind Teil der engen Verflechtung zwischen Politik und Wirtschaft und sorgen für die entsprechende propagandistische Unterstützung der Macht. Die Medien sind somit eine Art Durchlauferhitzer für die Propaganda der herrschenden Kräfte. Was wiederum eine lange Tradition in den USA hat. Schon 1916 musste eine eigens gegründete Propaganda-Agentur, die so genannte Creel-Kommission, die friedlich gestimmte Bevölkerung in nur sechs Monaten in eine kriegslüsterne Nation versetzen. Und wer den Aufmarsch der Kriegspropaganda in den US-Medien vor einigen Wochen beobachtet hat, weiß, wovon Chomsky spricht. Nämlich die Öffentlichkeit auf Ereignisse einzustimmen, die sie eigentlich ablehnt. Denn ohne Propaganda würde kein Mensch Krieg führen.

Hinter dieser Propagandamaschine vermutet Chomsky deshalb auch einen eingeschränkten Demokratiebegriff. Das Prinzip: Eine Führungsklasse von Spezialisten verordnet den Zuschauern die richtige Meinung zur richtigen Zeit. Oder: Die Oberhirten der Meinungshüter erklären den dummen Schafen, wo es langgeht. Dahinter stünde, so Chomsky, ein zwingendes Moralprinzip: "Die Masse der Bevölkerung ist zu dumm, um größere Zusammenhänge zu begreifen." Ja, man dürfe sie sogar an den Entscheidungsprozessen nicht beteiligen, "weil sie mit dieser Freiheit sich selbst und andere gefährden könnten".

Durch diese Abschirmfunktion haben die Medien eine staatstragende Rolle: Sie vermitteln die richtigen Überzeugungen und kontrollieren das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Die dummen Schafe "sollen vor dem Fernseher sitzen und sich die Botschaft einhämmern lassen, es sei am wichtigsten, dieses oder jenes Produkt zu kaufen und das Leben der reichen Mittelschichtfamilie zu führen, die einem auf dem Bildschirm vorgeführt wird, und ansonsten möglichst harmonisch und amerikanisch zu sein". Die Herde müsse ruhig gehalten und abgelenkt werden. Am besten lässt sich eine solche Propaganda über große Konzernmonopole organisieren, die im Wesentlichen identische Anschauungen vertreten. Vielfalt und Unübersichtlichkeit stören das Propagandageschäft.

(c)changeX – Online-Magazin für Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 03.04.2003
In "Media Control" folgt Noam Chomsky einmal mehr, schreibt Ernst Elitz, seiner alter These, nach der konservative Regierungen die Medien nur als Propaganda-Agenturen ansehen, die die Interessen der Mächtigen schützen sollen, ohne deshalb gänzlich auf Kritik verzichten zu müssen. Kritik, betont Elitz, kann in Chomskys Dialektik sogar ein stabilisierendes Element in der "monströsen Gehirnwaschanlage" darstellen. Als Belege werden in diesem Band Aufsätze und Lectures zum Propaganda-Modell angeführt, die in Deutschland bisher noch nicht erschienen sind und von den PR-Aktionen der Creel Commission 1916 bis zu den Frontmännern von Fox News reichen. Mit wie viel Gewinn Elitz dieses Buch gelesen hat, wird aus seiner Besprechung leider nicht ganz deutlich. Für ihn bleibt Chomsky jedenfalls auch mit "Media Control" derselbe alte Moralist und Weltverbesserer.

© Perlentaucher Medien GmbH

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
61 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ein typisches Noam Chomsky Buch - argumentativ, überzeugend und
schockierend. Mit der gewohnten Mischung aus aussagekräftigen Beispielen, perfekt integrierten Zitaten und bestechend logischer
Theorie, beschreibt Chomsky die Funktion und Hintergründe der US-Medienlandschaft. In der Einleitung(in der er schon ein Highlight setzt, indem er die USA mit einfachen und für jedermann nachvollziehbaren Argumenten des Staatsterrorismus überführt) besticht er durch gute Beispiele, mit der er dem Leser erst mal verdeutlicht, wie einseitig und Regierungs-freundlich amerikanische Medien, v.a. in Bezug auf die US-Außenpolitik, sind. Zu Beginn des Hauptteils verliert er sich leider etwas in langatmigen Definitionen, was er jedoch in dessen Verlauf wieder ablegt und zu seinem, mit Beispielen gespickten, Stil findet. In dem Anhang werden noch zahlreiche schwarze Kapitel der US-Politik und die Verwicklung der Medien aufgelistet. Im Gegensatz zu Michael Moores Buch "Stupid White Men", das lediglich durch Zahlen brilliert, ist dieses Buch durch seine Theorie anspruchsvoller und bringt den Leser zum Nachdenken.
Dieses Buch gelesen zu haben, bedeutet, die US-Medien mit anderen Augen zu sehen und an der angeblich existierenden Meinungsfreiheit zu zweifeln. Ein grandioses Buch, das sogar Chomskys Meisterwerk "Profit over People" übertrifft, und das für jeden Pflicht ist, der von den üblichen Politikerfloskeln die Nase voll hat, und hinter die Fassade blicken möchte.
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
sehr interessante Analyse 25. November 2008
Von Anonym
Format:Taschenbuch
Wer sich allgemein mit Medientheorie befassen möchte ist falsch bei diesem Buch, es ist vielmehr eine (gut gelungene) politische Analyse der US-Medien. Es wird sehr ausführlich und mit vielen Beispielen auf die Berichterstattung der amerikanischen Zeitungen im Zusammenhang mit der US-Außenpolitik eingegangen, in welcher meist schockierend kritiklos die offizielle Regierungspolitik unterstützt wird (auch bei militärischen Interventionen) und dessen Gut-Böse-Schnema übernommen wird. Tatsachen, die die USA und ihre Verbündeten in ein schlechtes Licht rücken, finden dort, auch wenn sie noch so offensichtlich sind, fast nie Erwähnung, während alles, was der "Feind" tut automatisch in ein übertrieben schlechtes Licht gerückt wird.
Interessant auch die einleitende abstrakte Betrachtung des amerikanischen "Kriegs gegen den Terrorismus", in der die Scheinmoral und die willkürliche Bestimmung dessen, was als "Terrorimus" bezeichnet wird (die offizielle Definition lässt sich auch einmalig auf die US-Außenpolitik übertragen) offensichtlich wird.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die Medien waren und sind ein Machtinstrument, dessen sich auch und das insbesondere, Regierungen bedienen. Sie sind "Regierungsassistenten" und dienen einem gesellschaftlichen Zweck. "In der Demokratie können notwendige Illusionen den Menschen nicht durch Gewalt aufgezwungen, sondern müssen dem Bewusstsein der Öffentlichkeit durch subtilere Methoden nahegebracht werden." schreibt Chomsky.

Solange die Politik friedlichen Zwecken dient, solange funktioniert das Mediensystem, ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Verfolgt man jedoch die politische Haltung der USA in den letzten Jahrzehnten, so haben die amerikanischen Medien mit unterschiedlichsten Mitteln eine Politik unterstützt, die anderen Völkern sehr wohl erheblichen Schaden zugefügt hat. Nicaragua, Irak, Costa Rica, Vietnam, Laos, Kambodscha, Ost-Timur und..und..und...

Es ist eine unendliche Reihe von Ländern, in denen mit Hilfe der USA Kriege vom Zaum gebrochen und jede Demokratiebewegung, die nicht in das Amerika freundliche Bild gepasst hat, im Keime erstickt wurde. Unabhängiges Denken stört und wenn dieses Denken in politisches Handeln umgesetzt wird, besteht die Gefahr, dass Amerika willfährige Vasallenstaaten verliert. Da gilt es gegenzusteuern und mit Hilfe der Medien gelingt das auch in den meisten Fällen, denn die oppositionellen Kräfte sind nicht organisiert. Noam Chomsky führt eine akribische Analyse zu dieser Thematik durch und belegt seine Aussagen mit unzähligen Zeitdokumenten.

Methoden der Medienpolitik, wie die Propagandamethode (vgl. auch das Dritte Reich) mit äußerst geschickt gewählten Slogans oder eine bewusste Steuerung des Umfangs der Nachrichten führen zur Meinungsbildung der Menschen im gewünschten Sinn. So wurden die Tausende Toten der USA im Vietnamkrieg ausführlich publiziert, dass aber Vietnam Millionen von Menschen zu beklagen hatte, blieb fast unerwähnt.

MEDIA CONTROL trägt dazu bei, die Ziele und Machenschaften der Medienpolitik zu durchschauen. Voraussetzung ist natürlich, dass das Interesse an solcher Art Literatur geweckt und durch eine breit angelegte Bildungspolitik unterstützt wird. Das Buch ist 2003 bereits erschienen. Inzwischen nutzen immer mehr Menschen das Internet, um sich möglichst ungefilterte Informationen zu verschaffen, auch in den USA. Hoffen wir, dass sie das auch bewusst tun und sich nicht im mediengeförderten Konsumrausch verlieren.
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