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Medea. Stimmen: Roman (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Christa Wolf
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

18. August 2008 suhrkamp taschenbuch (Buch 4008)
Als Frau des Argonauten Jason lebt Medea in Korinth, wohin sie ihm aus ihrer Heimat Kolchis gefolgt ist. Im königlichen Palast Korinths gerät sie in ein Spiel aus Verleumdungen, Intrigen und Lügen. Der Kampf um die Macht steht im Mittelpunkt, und Medea soll als Sündenbock geopfert werden. Die Medea der griechischen Tragödie, die Barbarin, Giftmischerin, die rachsüchtige Mörderin – hier wird diese Frauenfigur aus dem jahrtausendealten Mythos gelöst, das überkommene Bild revidiert. In ihrem Erfolgsroman erzählt Christa Wolf die Geschichte der Medea neu und entwirft das Porträt einer eigenwilligen, ungewöhnlichen Frau.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 223 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 6 (18. August 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518460080
  • ISBN-13: 978-3518460085
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 5.699 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Den Medeastoff des Euripides hat Christa Wolf eigenwillig und gekonnt verändert. Medea wird reingewaschen: zuviel will ich nicht verraten. Nachdem sie von Jason verstoßen wurde, wird sie gar zu einer antiken, Pestkranke pflegenden Mutter Teresa. Das Verfahren, die Hauptpersonen in einem inneren Dialog die Handlung erzählen zu lassen, ist keinesfalls neu, scheint sogar recht modisch zu sein (Margaret Atwood Alias Grace). Der psychologische Vorteil dieses Verfahrens wird mit weniger Lebendigkeit bezahlt. Trotzdem ist Medea flott zu lesen. Die Handlung wird zwar nicht streng chronologisch entwickelt, macht aber auch keine verständnishemmenden Sprünge. Die Veränderungen benutzt Christa Wolf um zu zeigen, daß Fremdenfeindlichkeit, mangelnde Zivilcourage und Herabsetzung des Fremden schon seit der Antike unbewältigte Probleme vieler Kulturen sind. Der Kampf um die Thronfolge bei den Kolchern, noch ausgeprägter bei den Korinthern wäre einem Shakespeare-Drama angemessen. Die lesenden Männern werden bei der Zauberin Kirke, bekannt aus -- nein, nicht aus dem Fernsehen -- sondern der Odyssee, aufhorchen. Verwandelt Kirke doch glatt Männer in Schweine. Womit zumindest bewiesen ist, daß nicht alle Männer Schweine sind. Wie könnte sonst Kirke ihre Kunst beweisen? Medea von Christa Wolf ist spannend, ideenreich und lesenswert. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

Ein wahrlich aktuelles Buch.

Auch heute noch kommt mir insgeheim mancher Mensch wie verzaubert vor, und ich wünsche mir oft, die Literatur wäre etwas wie ein Zauberstab, um sie alle zu erlösen: Die toten Seelen zum Leben zu erwecken, ihnen Mut zu sich selber zu machen, zu ihren unbewussten Träumen, Sehnsüchtigen und Fähigkeiten. Mit ›Medea‹ beweist die Autorin, dass sie sich nicht zu viel vorgenommen hat. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
51 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierend von der ersten bis zur letzten Seite 16. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Christa Wolfs "Medea.Stimmen" steht in der Tradition ihres Werkes "Kassandra", das ebenso fesselnd ist. Für manchen Leser wirkt das Buch eher befremdlich. Aber für Leser, die sich für griechische Mythologie und die Rolle der Frau damals und heute interessieren und die nicht vor Wolfs ungewöhnlichen Stil zurückschrecken, ist dieser fragmentartige Roman ein Genuß. Wolf baut eine Spannung von Anfang bis Ende auf, die den Leser nicht mehr losläßt. Medea ist eine umstrittene Figur der griechischen Mythologie, für die einen ist sie eine Heilerin, für die anderen eine Intrigantin und Kindsmörderin. Diesem Mythos geht Christa Wolf in ihrem Roman, der immer wieder aus verschiedenen Blickwinkeln die Geschichte erzählt, nach. Die stolze Königstochter Medea hilft dem Argonauten Jason,das goldene Vließ ihres Vaters zu stehlen, und flüchtet mit ihm in das reiche Korinth. Die Korinther reagieren befremdet auf die stolzen Flüchtlinge, die trotz Armut erhobenen Hauptes durch Korinth ziehen. Medeas Stolz und ihre wundersamen Heilkräfte verstärken mit der Zeit das Mißtrauen der Korinther gegen sie und ihre Landsleute. Als Medea schließlich einem schrecklichen, wohl gehüteten Geheimnis des Korinther Königshaus auf die Spur kommt, und sie alle Warnungen in den Wind schlägt, bahnt sich die Katastrophe an. Eindringlich beschreibt Wolf die scheinbar unaufhaltsame Entwicklung. Da sie alle Hauptcharakteren in eigenen Kapiteln zu Wort kommen läßt, bleibt es dem Leser überlassen zu entscheiden, ob Medea ihr Schicksal hätte abwenden können oder nicht.... Lesen Sie weiter... ›
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nach Kassandra Medea 13. Juli 2006
Format:Taschenbuch
Ich habe diesen Roman gelesen, weil mir "Kassandra" sehr gefallen hat, es ist eines meiner Lieblingsbücher. "Medea" ist sprachlich ähnlich, allerdings wird hier die Geschichte aus mehreren Perspektiven geschildert. Die Figur, die dabei entsteht, wirkt sehr lebendig und faszinierend und auch die verschiedenen Erzählstimmen können eingermaßen überzeugen-einigermaßen deshalb, da es der Autorin sichtlich schwerer fällt, die unsympathische, opportunistische Agameda zu zeichnen, ohne sie zu überzeichnen, als Medea oder Leukon, die ihr offenbar sympathisch sind. Dennoch ist es ein Buch, das ich wiedergelesen habe, vor allem, weil es sich mit der Frage auseinandersetzt, wer die Schuldigen (Menschentypen) sind, wenn ein ganzes Volk sich selbst belügt und aufzeigt, welche Alternativen es gibt, die allerdings allesamt unbefriedigend scheinen.
Dass die Mythengestalt von Christa Wolf so neu gestaltet wurde, dass sie kein "wildes Weib" und keine Kindsmörderin ist, finde ich legitim, zumal der Gedanke einleuchtend ist, man habe ihr den Mord an den eigenen Kindern nachgesagt, um sie für alle Zeit zu entehren. Diese Art der Propaganda hat es ja häufiger gegeben.
Es gibt keine mehr oder weniger "echte" Medea und diese Neuerschaffung wirkt überzeugend, auch wenn sie manchmal dem Leser ebenso fremd und faszinierend-eigenwillig erscheint wie den erzählenden Figuren. Meiner Meinung nach lohnt es sich, den Roman zu lesen, allein schon wegen der Sprache, mit der die Autorin so gut umzugehen weiß.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessante Schullektüre 30. Mai 2007
Format:Taschenbuch
Der Medea Mythos mal ganz neu - Medea als Sündenbock und Opfer des Neides der Gesellschaft, abgestempelt als Hexe: Eigentlich möchte sie doch nur helfen, gerät durch ihre Gutmütigkeit jedoch in die Falle der Korinther. Selbst ihr Mann Jason geht ihr fremd, mit dem Kindermord hat Medea in diesem Roman nichts zu tun. Durch die Monologform ("Stimmen") ist dieser Roman sehr spannend, die ständigen Zeitsprünge können aber dazu führen, dass man zwischendurch "Den roten Faden" verliert. Alles in allem war Medea die wohl mit beste Schullektüre, die ich je gelesen habe. Wer sich also für Mythen und vor allem für die Umschreibung von Mythen unter feministischen Einflüssen interessiert, der wird dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ferner bleibt noch zu sagen, dass die feministische Umschreibung nicht willkürlich passiert ist, sondern Christa Wolf Unstimmigkeiten in der Urmythenform nach Euripides gefunden hat. Frauen lassen sich nun einmal nicht kontrollieren - deshalb müssen sie dämonisiert werden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich interessantes und ungewöhnliches Buch 16. Januar 2011
Von Carolina
Format:Taschenbuch
Ich kam in den Genuss dieses tollen Buches, da einer meiner Leistungskurse während des Abis vor einem Jahr Deutsch war.
"Medea" war im Lesekanon vorgegeben und so bin ich erst auf dieses Buch gekommen.
Ich wusste zu Beginn nichts über die Mythologie, welche in diesem Werk angesprochen wird und hatte auch noch nichts von "Jason und dem goldenen Vlies" gehört, allerdings war ich begeistert von diesem Buch.
Die Protagonistin Medea hatte von Beginn an meine Sympathie und ich fand es unglaublich spannend, dass der Leser durch viele unterschiedliche Personen die Meinungen über sie erfährt.
Medeas Feinde beispielsweise zeichnen sich meist dadurch aus, dass sie einst Medea vergötterten und später durch eine Ablehnung ihrerseits die Fronten wechselten. Diese Ansichten werden von den "Stimmen" beschrieben und so kann der Leser die unterschiedlichen Beweggründe für Liebe oder Hass Medea gegenüber erfahren.
Zu Beginn fand ich es nicht einfach, die "Stimmem" richtig zu verstehen und einzuordnen, da man praktisch in die Handlung hineingeworfen wird, ohne Einführung. Ich habe mich jedoch wirklich schnell einlesen können und bin nun absoluter Fan des Buches!:)
Außerdem ist der rote Faden (die Verbrechen, welche an den Königskindern ausgeübt werden) stets präsent und zieht sich bis zum Ende durch das Buch.

Also nur zu empfehlen, wenn sich jemand nicht nur Groschenromane interessiert, sondern auch mal etwas anderes lesen möchte:)
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4.0 von 5 Sternen Besser als...
Wolfs "Medea" ist, ich sage es gleich zu Anfang, besser als Wolfs "Kassandra". Die Schriftstellerin war beim Verfassen des Textes älter und erfahrener, was somit nicht... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. März 2011 von Michael Pietrucha
5.0 von 5 Sternen Gut behandelt!
Îch möchte zunächst vielen Dank sagen für das Buch,was ich mir der Schule wegen zugelegt habe. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Januar 2011 von Ramona
4.0 von 5 Sternen Antik und zugleich modern
Es gibt seit ewigen Zeiten viele Werke, die sich mit dem antiken Stoff beschäftigen: mit Medea, der "wilden Frau", mit der Geächteten, dem Begriff des Bösen, den sie... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. März 2010 von Günter Nawe "Herodot"
2.0 von 5 Sternen Schulzwang
Durch eine Referendarin hatten wir das Vergnügen.
Es war furchtbar langweilig. Es ist eine Umwandlung der ursprünglichen Geschichte und ist nichts besonderes. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Januar 2010 von K. Appel
3.0 von 5 Sternen Medea - Stimmen
Medea, mythische Gestalt, auf die schon zahlreiche Autoren zurückgegriffen haben, wird auch von Christa Wolf gekonnt in "Medea - Stimmen" von 1996 bearbeitet. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Dezember 2007 von B. Ekici
3.0 von 5 Sternen Medea mal ganz neu!?!
Christa Wolf zeigt mal eine andere Sicht von der Kindsmörderin Medea. Die Geschichte wird aus vielen Perspektiven geschildert, was teilweise sehr verwirrend ist. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Juni 2006 von N.H.
4.0 von 5 Sternen Medea - irgendwo zwischen Roman und Philosophie
Es ist schon etwas Großes, was Christa Wolf hier geschaffen hat. Nicht nur sprachlich ist ihr mit
"Medea" Großes gelungen, nein hat sie es doch geschafft eine... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. November 2005 von Stefan Depeweg
4.0 von 5 Sternen Alter Mythos als Politthriller
Christa Wolf hat mit Medea einen Stoff aufgearbeitet der auf den ersten Blick staubtrocken ist. Bei Euripides ist Medea noch die skrupellose Mörderin, die mehere Menschen aus... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Februar 2003 von kallekalbhenn
4.0 von 5 Sternen Mehr zufällig..
..bin ich dazu gekommen, dieses Buch zu lesen oder lesen zu müssen. In meinem letzten Jahr auf dem Gymnasium wurden wir dazu angehalten, Referate zu machen und da mich die... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. März 2002 von "eiskaltergedanke"
2.0 von 5 Sternen Literarisch höchst anspruchsvoll, aber lesenswert?
Christa Wolf ist es gut gelungen den antiken Medea-Mythos abseits der Darstellung von Euripides darzustellen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. März 2002 von Torsten Walter
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