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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
59 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auf sicherem Boden gelandet,
Von sevenmileboots "sevenmileboots" (ludwigsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Meddle (Audio CD)
Nach ,Piper At The Gates Of Dawn' mit Syd Barrett schien die Band darum bemüht zu sein, sich ohne ihren Songlieferanten frei zu schwimmen - was ihr nur manchmal gelang. Die letzten Jahre der Sechziger haben dem Hörer ein paar unvergessliche Songperlen und atmosphärische Instrumentals beschert, die Waters, Gilmour, Wright und Mason aufgenommen haben: ,Remember A Day', ,Set The Controls For The Heart Of The Sun', ,Cirrus Minor', Cymbaline' sind reiner Psychedelic-Pop, ,Careful With That Axe, Eugene', ,A Saucerful Of Secrets' und ,More - Main Theme' eine neue Form von instrumentaler Musik, die weder Klassik noch Jazz ist und Rock erwachsen werden lässt.Mit ,Meddle' scheint sie einen neuen Schritt für sich zu vollziehen. Die Erfahrung mit dem Orchester-Werk ,Atom Heart Mother' wird mit einem ähnlich angelegten Long-Song verarbeitet: ,Echoes', der eine ganze Vynil-Plattenseite ausfüllt. Um den Kern eines dreistrophigen Songs baut die Band ein experimentelles, episches Stück Musik. Schon das Intro ist fast so lang wie normalerweise ein ganzer Song und dazu noch selbständig und unglaublich atmosphärisch - vor allem durch das markante Keyboard-Tropfen am Anfang (das sich in der Mitte vor der Wiederaufnahme des Songthemas wiederholt). Der Song selbst besitzt zwei einfache Teile und eine ruhige, vor sich hin plätschernde Melodie, die bewusst introspektiv wirken soll. Als Zwischenteil das bekannte Hauptthema mit den chromatisch auf- und absteigenden Basstönen. Im Intermezzo spielen die vier wieder ihren Haupt-Trumpf aus: Sound-Experimente, die Fantasie anregen sollen, bevor sie durch ein ständig wiederholtes Akkord-Riff zum Song zurückkehren. Das Outro versandet als Improvisation über dem Song-Thema. Bei ,Echoes' bemühten sich die Jungs gezielt um die Geschlossenheit, die ,Atom Heart Mother' nicht hatte, und die Arbeit hat sich auf jeden Fall gelohnt. ,Echoes' ist ein Höhepunkt ihrer Bandgeschichte. Die andere LP-Seite beinhaltete kürzere Songs und ein Intrumental, mit dem sie eröffnet wird. Die Stürme am Anfang von ,One Of These Days' stellen einen Bezug zu ,Echoes' her, was aber folgt, ist ungleich brachialer und unheimlicher. Auf zwei Akkorden improvisiert die Band eine Fahrt durch die Finsternis. Der Gipfel ist die verfremdete, fast satanische Stimme: ,One of these days I'll come to cut you into little pieces'. Warum denn plötzlich so böse, Jungs? - Vielleicht ist es ja einfach nur ,The Dark Side Of Echoes'? ,Pillow Of Winds' folgt direkt und absichtlich schroff als bewusstes Kontrastprogramm. Schläfrig träumt der Song vor sich hin und scheint irgendwo in den Wolken zu hängen, dem ,Kissen der Winde'. ,Fearless' formuliert als Folk-Song die Band-Philosophie: ,You'll climb the hill in you own way'. Sie haben nie etwas anderes getan. ,San Tropez' zeigt eine jazzige Seite der Band (wie schon ,Biding My Time') und kam deshalb wohl Rick Wright ziemlich entgegen, der im Solo-Teil auf dem Piano improvisieren durfte, für Floyd selten locker-flockig. ,Seamus' mit dem jammernden Hund geht als Musiker-Witz durch, der Blues selbst ist standardmäßig. Man wollte wohl einfach den sich anbietenden Effekt ausnutzen und sich einen kleinen Scherz erlauben. Deshalb darf das kleine Machwerk den Abschluss bilden. Sagte ich schon, dass ich jedes Stück auf der Platte liebe? Vielleicht sind Floyd nie so konsequent sie selbst gewesen wie auf ,Meddle' - vielseitig, experimentell, humorvoll und atmosphärisch. Zum ersten Mal haben sie kein völliges Neuland mehr betreten, sondern die inzwischen erarbeiteten Erfahrungen ausgebaut. Die üblichen technischen Ausrutscher und Spielfehler treten hier nicht auf oder werden so geschickt kaschiert, dass sie nicht auffallen und wie völlige Absicht wirken. Die Produktion ist sauber und liebevoll, wenn auch ein bisschen basslastig - doch das lässt mit der heutigen Technik leicht durch ein paar Reglerbedienungen ausgleichen. Ich meine, die Platte wartet noch auf ihre endgültige Entdeckung als Vorläufer der großen Alben aus den Siebzigern, ,Dark Side Of The Moon' und ,Wish You Were Here'. Alles, was dort den Ton angibt, ist in ,Meddle' schon formuliert. Pink Floyd hatten für die nächsten Jahre ihren persönlichen Stil gefunden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
53 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eines der genialsten Stücke der Rock-Geschichte,
Von
Rezension bezieht sich auf: Meddle (Audio CD)
Pink Floyd ist eine der bekanntesten Rockgruppen der 70er Jahre, aber - wie auch bei anderen - sind es die eher unbekannten Alben, die die wirkliche Qualität dieser Band darstellen. Sicher sind "The Wall", "Dark Side of the Moon" und "Wish you were here" Klasse Alben und verdienen ebenso die fünf Sterne. Aber die wirklichen Meisterwerke von Pink Floyd sind für mich "Atom Heart Mother" und eben "Meddle" weil hier Kompositionen zu finden sind, die ein beinahe symphonisches Ausmaß haben - und das ist in der Rockmusik fast einzigartig (mir fällt in diesem Zusammenhang höchstens noch Mike Oldfield ein).Das Album beginnt mit "One of these Days", einem für Floyd-Verhältnisse sehr harten und Rockigem Instrumentalstück, dass richtig reinhaut und sehr ungewöhnlich rüberkommt. Das letzte Stück auf der CD (den Rest kann man übrigens vernachlässigen) ist das Meisterstück von Pink Floyd. Eine 23-minütige Kurz-Symphonie der Sinne. Es beginnt mit sphärischen Lauten, die an ein Echolot erinnern (haben die vielleicht ein Klavier ins Wasser gestellt und/oder an den Rotationslautsprecher der Hammond-Orgel angeschlossen???) und geht in einen beinahe schwebenden Gesang von Gilmour und Wright über, der für's ganze Leben im Hirn kleben bleibt. Der größte Teil ist jedoch instrumental und wechselt zwishen düsteren Orgelklängen, genialen Bass-Riffs und nie gehörten Gitarren-Parts bis hin zu "unterirdischen" Geräuschen, die an Walgesänge erinnern. Das ganze findet nach einer viertel Stunde zielsicher zum gesungenen Hauptthema zurück und hat dann auch noch ein gelungenes Finale und einen passenden "Ausgang". Echoes ist das Stück, dass ich in meinem Leben am häuftigsten gehört habe. Es ist fast wie ein kleiner Urlaub vom alltäglichen, den ich mir mehrmals monatlich ganz in Ruhe gönne. Auf einem hochwertigen MP3-Player mit Kopfhörer bei einem Spaziergang im Dunkeln meint man glatt, man schwebt 1 m über der Erde. und im Dunklen auf der Couch liegend fliege ich bei diesem Song - ohne weitere Drogen - wohin ich will. Ich möchte nur wissen, was für Zeug die damals geraucht haben, um so etwas wundervolles zu schreiben und es auch noch so perfekt zu performen. Hört euch Echoes einmal ganz in Ruhe an und ihr werdet wissen wovon ich spreche... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
42 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unglaublich...,
Rezension bezieht sich auf: Meddle (Audio CD)
Meddle von 1971 ist für mich eines der besten Pink Floyd Alben.One of these Days ist ein faszinierendes (fast-) Instrumentalstück, der Hörer wird perfekt in die Stimmung, ja die Welt von Meddle hineingezogen, um sich dann im wunderschönen "A Pillow of Winds" wiederzufinden. In diesem Stück wird man wirklich wie auf Wolken gebettet und langsam gewiegt. Instrumental fällt da das darauffolgende "Fearless" etwas ab, nicht aber im gesang- und textlichen. Jetzt wendet sich Meddle von den weichen, ätherischen Klängen ab und bietet "San Tropez". Ein vom Zigeunerjazz der 20er inpiriertes, leichtes, erheiterndes Stück. Darauf folgt das - Meiner Meinung nach - schlechteste Lied auf Meddle, wenn man nach normalen Gesichtspunkten geht. Im Grunde ein netter Blues, der von einem rumbellenden Hund und einem quäkenden Roger Waters "verhunzt" wird. Nach diesem kurzen Intermezzo gelangt der Hörer zum Höhepunkt der Platte: Echoes. Ein unglaubliches Stück, über 20 Minuten lang, von kalten, "entfernten" Passagen bis hin zu klanglichen LSD-Trips reichend. Der Gesang lässt einem wie am Fliessband kalte Schauer über den Rücken laufen... Ich habe neulich am Vormittag mich an meine Anlage gesetzt, Kopfhörer auf, Raum abgedunkelt und Meddle eingelegt. Nachdem ich durch das gesamte Album "gereist" bin, war ich für den Rest des Tages vollkommen paralysiert, nicht zuletzt wegen Echoes. Ach ja: Wer 2001: Oddysee im Weltall und Meddle zuhause hat, kann Echoes zum letzten Teil von 2001 laufen lassen... und aus dem Grinsen nicht mehr herauskommen. Dieses Album ist ein Muss für jeden Rockfreund! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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