4.0 von 5 Sternen
Pacific Assault is eine HERAUSFORDERUNG für Präzision und Geduld sowie eine gute Alternative, 19. Dezember 2010
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen
Rezension bezieht sich auf: Medal of Honor - Pacific Assault [Green Pepper] (Computerspiel)
Also...ich habe das Spiel schon längere Zeit und muss sagen, ich spiele es immer mal wieder gerne. Es gab hierbei echt interessante und auch spannende Momente, wo man echt ganz schön aufpassen musste, um weiterzukommen und nicht im Dunkeln zu enden. Gut finde ich, dass mitunter auch Heilung besteht, wenn man angekratzt worden ist oder auch bestimmte Landschaften (Inselsand, Dschungel) wechseln...so wie es eben in der Realität war. Dass die Vegetation im Pazifik nun mal dicht ist, sollte jedem einleuchten...aber von Banzaiangriffen über Häuserkämpfe bis zu Schiffsbombardierungen ist alles dabei zu finden, was wohl schon genug für ein Spiel im ersten Durchgang sein sollte (wird ja sicherlich dann auch ein Nachfolger kommen, denn nach Tarawa ging es ja noch über 2 Jahre weiter). Und so teuer ist es ja nun auch nicht, dass man gleich Wunder erwarten kann, immerhin braucht man Tage es durchzuspielen.
Ich finde ich es aber auch mal gut, dass ich nicht immer vorgesetzt bekomme, gefälligst nur auf deutsche Soldaten schießen zu sollen....immerhin waren es nicht alle davon Nazis und die militärischen Leistungen gegen zig Gegner 6 Jahre halb Éuropa zu erobern und zu halten, sollte man auch nicht immer als belanglos im Kampfwert ansehen, wie es gerne die Siegermächte heute noch dargestellt haben wollen..denke da nur an Caen, Adrennen oder Charkow, wo auch die Amerikaner, Russen, Briten, Kanadier usw. mal als DIE Loser dastanden...verdrängen die immer allzu gerne. Daher finde ich es gut, auch hier in Deutschland mal ne andere Richtung eines Spielgegners zu bekommen. Was wäre das für ein Geheul, wenn man als Tigerkommandant alles kurz und klein schießt bei einem der anderen Gegenersorte, die sich heute immer gern, sogar in PC Games, als die perfekten und verlustlosen Siegerbilder darstellen...naja, kurz ich fand das Spiel eben gut.
Nun, wie gesagt, wer auch mal was anderes haben will, als immer dieselbe Leier, der sollte das Spiel kaufen...evtl wäre es mal interessant, wenn man auch mal n Japaner spielen könnte. Warum denn nicht....die haben ja auch militärisch was drauf gehabt.
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4.0 von 5 Sternen
USA vs. Japan, 23. November 2010
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen
Rezension bezieht sich auf: Medal of Honor - Pacific Assault [Green Pepper] (Computerspiel)
Mit Beginn des neuen Jahrtausends waren WW2-Shooter so angesagt wie noch nie. Bestseller wie "Medal of Honor - Allied Assault" und "Call of Duty" haben maßgeblich zum Erfolg dieses Spiel-Genres beigetragen und uns viele Fortsetzungen (und diverse Ableger von anderen Entwickler-Studios) beschert. Nur war der Markt irgendwann mit zu ähnlichen Titeln ziemlich übersättigt, es gab kaum einen Shooter, in dem man nicht die Üblichen Verdächtigen (= die Nazi-Deutschen) vor die virtuelle Flinte gesetzt bekam. Weltkriegs-Gelehrte wissen, dass es neben dem Dritten Reich auch noch ein anderes Feinbild (aus Sicht der Alliierten) gab: Das Land der aufgehenden Sonne.
Und tatsächlich, EA ließ schon bald den hinlänglich bekannten Kriegsschauplatz Europa hinter sich und machte nun den Pazifik zum Austragungsort gigantischer WW2-Schlachten. Der Ortswechsel kommt zunächst gut an und verheißt auf den ersten Blick spannende Kämpfe und Überraschungen im asiatischen Dschungel. Doch nach wenigen Spielstunden wird man das Gefühl nicht los, man bewege sich durch ein schlauchartiges Gebilde, welches nur als Dschungel getarnt" wurde. Um es vorab zu sagen:
"Medal of Honor - Pacific Assault" aus dem Jahre 2004 ist ein guter Vertreter seiner Zunft, der ohne Frage Spaß macht. Wegen der erwähnten Level-Struktur und kleinere Störfaktoren bleibt es am Ende aber auch bei einem "nur" guten Titel.
Einen der wenigen Kritikpunkte des direkten Vorgängers "Allied Assault" hatte EA schon mal zur Kenntnis genommen und direkt ausgemerzt:
War der Alter Ego des Spielers damals noch ein gesichtsloser Ami-Soldat ohne nähere Charakter-Beschreibung, so darf man sich hier in die Rolle des Marines Tommy Conlin versetzen, der zusammen mit seiner Einheit strategisch wichtige Schlüsselpunkte im asiatischen Feindgebiet erobern soll. Dank vieler Ingame-Sequenzen werden die Erfahrungen, die Conlin mit seinen Kameraden und Freunden innerhalb der Missionen macht, etwas persönlicher und nachvollziehbarer rübergebracht als beim "MoH"-Erstling zwei Jahre zuvor. Die Macher des Spiels haben sich also um eine akzeptable Handlung bemüht, atmosphärisch schon mal eine Steigerung. Zwar wie erwartet übertrieben patriotisch und mit Kriegsfilm-Zitaten angereichert, aber immerhin.
Der Spieleinstieg fängt auch schon gut an:
Mitten in der ersten Mission liegt man nach wenigen Schuss-Wechseln schon am Boden, doch statt des "Game Over" finden wir uns in einer Rückblende wieder, die das eigentliche Tutorial bildet. Erzählerisch ein cleverer Kniff. Nach unserer Grundausbildung kommt gleich mal der große schwarze Tag fürs Ami-Land: Der Angriff auf Pearl Harbor. Hollywood-typisch sehr spektakulär präsentiert, mit hunderten Kamikaze-Fliegern und noch mehr Explosionen. Dieser Schlachten-Gigantismus ist der erste große Höhepunkt des Spiel... Und bleibt es für die darauffolgenden Stunden auch erst mal. Danach geht es nämlich ab in den dichten, immergrünen (und leider recht monotonen) Pazifik-Dschungel.
Das Vorranschreiten durch die Urwald-Kulisse hat seinen gewissen Reiz. Anfangs.
Aufgrund der dichten Vegetation kann man schon den einen oder anderen Gegner übersehen. Darum ist ein zügiges Durchmarschieren und blindes Ballern selten der klügste Weg, da man sonst schnell im Kugelhagel landet oder schmerzhafte Bekanntschaft mit einem Bajonett macht. Die Location bietet also Versteck- und Schleichmöglichkeiten, wenn auch recht begrenzt. Ein Verirren im Dschungel ist dagegen vollkommen ausgeschlossen, denn dieser ist - wie bereits erwähnt - ein einziger Schlauch; "Tunnelwände" werden durch Bäume, Hänge oder Büsche verkleidet. Wer auf Bewegungsfreiheit aus ist, wird sich hier schnell recht "eingesperrt" fühlen. Mangelnde Abwechslung im Level-Design trüben ebenso den anfänglichen Spielspaß, weil sich zu viele Levels stark gleichen. Seltene Ortswechsel wie ein Sandstrand, ein Flusstal oder einen vernebeltes Sumpfgebiet nimmt man sofort mit Kusshand an. Davon hätte ich persönlich mehr gesehen.
Doch auch das Missions-Design strotzt nicht gerade mit ausgefeilten Zielaufgaben. Überwiegend darf die Landkarte von der gelben Bedrohung gesäubert oder Apparaturen / schwere Geschütze gesprengt werden. Zwischendurch darf man auch an einem Geschütz Platz nehmen und annähernde Fahr- bzw. Flugzeuge aufs Korn nehmen. Sogar eine Nachtmission hat es ins Spiel geschafft... Als erfahrener Shooter-Spieler vermisse ich aber u.a. längere Scharfschützen-Abschnitte, das Beschaffen von Kriegsdokumenten oder lautloses Vorbeischleichen an großen Gegner-Massen. Die Mischung an unterschiedlichen Aufgaben-Stellungen hätte damit wesentlich ausgewogener aussehen können.
First-Aid-Kits sind im Dschungel purer Luxus (und daher selten zu finden), darum muss man mit viel Bedacht und zielgenauen Reflexen voranschreiten, da der Sanitäter uns höchstens vier mal pro Mission wieder zusammenflicken kann. Der Schwierigkeitsgrad wird auf diesem Wege ein wenig höher geschraubt, was den Ansporn zur besseren Angriffstaktik und Zusammenarbeit mit seiner Truppe nur verstärkt. Überhaupt wird der Begriff "Team-Fähigkeit" groß geschrieben. Statt als Ein-Mann-Armee es mit einer japanischen Überzahl aufzunehmen, kann man seine Leute mittels Befehlsystem (Sperrfeuer, Rückzug, Sammeln und Erste Hilfe) gezielt dirigieren. Ein gut gemeintes Instrument, welches in manchen Situationen ganz sinnvoll ist, doch genauso gut kann man dieses ungenutzt lassen, da unsere Mitstreiter klug genug agieren. Das trifft im Übrigen auch auf die Japaner zu, die jede Deckungmöglichkeit zu nutzen wissen (oder sogar darüber blind feuern), anstelle an einem Fleck zu verharren auch oft die Position wechseln oder den direkten Frontalangriff wagen, um uns per Gewehrkolben den Schädel einzuschlagen oder mit der Stichwaffe am Laufende des Gewehres zu durchlöchern - mit einem markerschütterndem "BANZAI" auf dem Lippen. Und falls man danach angeschlagen und hilflos am Boden liegt, hat man oft genug das Glück, dass unser Sani schnell reagiert.
Eben diese KI sorgt für die nötige Motivation und Spielfreude, "Medal of Honor - Pacific Assault" bis zum Ende zu zocken. Somit fallen die Schwächen im Level- und Mission-Design nicht mehr so schwer ins Gewicht.
Zum letzten Drittel des Spiel reisst "Pacific Aussault" dann noch mal das Ruder herum und versöhnt mit späten Highlights: Man darf sich per Kampfflieger in die Lüfte begeben, um sich mit Kamikaze-Fliegern zu duellieren, und den D-Day auf Tarawa überleben. Neben dem starken Anfangs-Auftakt die stimmungsvollsten Momente des gesamten Spiels, die bewusst an große Filme wie "Der Soldat James Ryan", "Der schmale Grat" oder "Tora ! Tora ! Tora !" angelehnt sind.
Die Grafik ist für heutige Maßstäbe selbstverständlich nicht mehr up-to-date (ihr Alter von 6 Jahren sollte berücksichtigt werden), aber völlig veraltet nun auch wieder nicht. Am gelungensten sind die NPCs samt ihrer Animationen und Schattenwürfe, schöne Wassereffekte und eine unscharfe, verwackelte Umgebungswahrnehmung, wenn man nach einer Explosion in unmittelbarer Nähe (für wenige Sekunden) etwas benommen und orientierungslos wird. Tinitus inklusive *g*
Dem gegenüber stehen matschige Umgebungstexturen und allgemeine Detailarmut.
Was die Ton-Bearbeitung betrifft, so bekommt man ein Fest an Soundeffekten zu hören:
Bombastische Explosions- und Waffengeräusche bringen die heimischen Wände zum Wackeln, die komplett eingedeutschte (aber nicht immer lippensynchrone) Sprachausgabe verstärkt den hervorragenden Sound-Eindruck. Die Musikuntermalung ist dagegen ein wenig zu schwülstig und besitzt nicht mehr ganz die Klasse von Michael Giacchinos Score aus dem älteren "Medal of Honor - Allied Assault".
Zur Endwertung:
EA's Pazifik-Krieg hat sowohl positive als auch negative Seiten. Sein größtes Handicap: die Monotonie des Dschungels, verbunden mit fast immergleichen Missionen und wenigen Überraschungen in der Spielmitte. Dank grandioser Kriegs-Atmosphäre, herausfordernder KI und einem für Shooter-Verhältnisse überdurchschnittlichen Umfang von locker 10 - 15 Stunden rettet sich "Medal of Honor - Pacific Assault" auf (sehr) knappe 4 Amazon-Sterne.
Wer Kriegs-Shooter liebt, kann hier ruhig zugreifen, bekommt man doch cineastische Action-Unterhaltung für wenig Geld.
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