Der neunte Buch der Bruderkriegs-Reihe beschäftigt sich, wie der Titel schon erkennen lässt, mit dem Adeptus Mechanicum und den Fronten die sich auf dem Mars auftun, während Horus' Verrat offenbart wird.
Wer schon Bücher von Graham McNeill gelesen hat, weiß dass er gerne ausführlich und lebhaft beschreibt. Die Stimmung auf dem Mars, die trostlose verwüstete und vergiftete Landschaft, die gigantischen Smog-verhangenen Fabrikstädte vermag er wie kaum ein anderer lebendig werden zu lassen. Auch die Wertlosigkeit menschlicher Leben, wie sie im Warhammer 40k Universum vorherrscht, spürt man deutlich.
Die (praktisch) gesamte Geschichte spielt auf dem Mars und verfolgt zwei Handlungsstränge gleichzeitig. Zum einen werden die Feindschaften zwischen den Fraktionen des Mars, die natürlich in bewaffneten Konflikten enden, beschrieben. Zum anderen wird die Arbeit der Mechanikerin Dalia sowie ihre Erlebnisse auf dem Mars beschrieben. Für die Entwicklung und den Verlauf des Bruderkrieges hat Dalia praktisch keine Bedeutung, doch sie offenbart viele Dinge, die vor allem Fans des Universums Freude machen werden. Einige werden die Anspielungen vielleicht nicht erkennen, da durchaus einiges an Hintergrundwissen aus dem 40ten Jahrtausend benötigt wird.
Die Kämpfe zwischen der Knights und Titanen sind beeindruckend, besonders die finale Schlacht hätte nicht epischer sein können. Doch insgesamt wird verhältnismäßig wenig gekämpft. Gerade in der Mitte hat das Buch leider einige Längen. Das ein oder andere Gefecht hätte dem ganzen sicher gut getan.
Auch die Fronten sind zu eindeutig für meinen Geschmack. Man weiß von Anfang an, wer auf welcher Seite kämpfen wird. Niemand versucht die Beweggründe der gegnerischen Fraktion auch nur nachzuvollziehen.
Doch die negativen Punkte fallen nicht allzu sehr ins Gewicht. Die bedrückende wie beeindruckende Atmosphäre, die vielen Offenbarungen, den sehr guten Einblick ins gespaltene Mechanicum sowie das epische Ende hinterlassen einen sehr guten Gesamteindruck.