Was ist los, wenn der Papst, Mike Tyson, Commander Gorbatschow und Helmuth Kohl zusammen in einer völlig abgesifften Bude wie hinterrücks durchgeknallt abhängen und aus der Wäsche schauen als ob sie nächtelang durchgezecht hätten? Ganz genau, Deutschlands intellektuellste Fun Prolo B-Thrash Band seit Modern Talking erklärt „The Meaning Of Life": Das ist los und genau das macht, trotz mangelnden Niveaus, auch Jahrzehnte danach verdammt viel Sinn, höllisch Laune und unglaublich durstig!
War es einst an der rüde undurchdacht, aber kultigen „Zombie Attack" den Reigen des Gerstensaftgethrashes zu eröffnen, erarbeiteten sich TANKARD in der Folgezeit mit musikalisch, lyrisch und vor allem optisch wertvollen Alben wie „Chemical Invasion", der „Alien" EP und „The Morning After" eine bretthart trinkfeste Fanschar und entwickelten sich zu einer der - bis heute - führendsten und auch sympathischsten germanischen Poltercombos. 1990 war der geistige Horizont dann reif für die Antwort auf die Frage aller Fragen. Der Sinn des Lebens - bei TANKARD eigentlich eh schon immer hinlänglich bekannt - wurde verkündet und mit ihm ein dermaßen mächtiges Fass angestochen, dass einem heute noch die aufgequollene Wampe lodert, wenn man sich der geistigen wertvollen Lektüre der Frankfurter Bierkessel widmet. Erstmals war nicht nur kompromissloses Hochgeschwindigkeitsvollgasschluckspechtgebräu angesagt. Eingehüllt von einer unabnützbaren Produktion und einem der besten Krüger Artworks, präsentierten sich TANKARD ausgereifter, abwechslungsreicher und besser denn je, packten ihren fetten Kompositionen viel viel Groove drauf und fetteten ein ums andere Spaßmacherriff in ihre hitverdächtigen Partythrasher um erstmals auf voller Länge zu überzeugen ohne eintönig zu klingen. Allesamt unkompliziert effektive Abrübkanonen vom Feinsten sind es, die den vorläufigen Höhepunkt der fünf Kampftrinker dokumentierten. Brutal wuchtige Riffs, kraftvoll, leicht punkige Rhythmusarbeit, coole Grooves und Gerres erbarmungsloses Gegröle, veredeln Proletenbrecher wie den überragenden Titelsong, „We Are Us", das spontan und sehr verspielt wirkende „Wheel Of Rebirth" oder das simpel, aber absolut hitverdächtige „Space Beer" - einen der wohl bis heute herausragendsten TANKARD Songs überhaupt, der den geneigten Thrasher auch im greisen Alter noch zum Pogotanz motivieren wird. Der konstanten Berauschung halber und um die betrunkene Fanschar nicht zu sehr zu verwirren, stehen zwischen all jenen, fast revolutionären Moshern, altbewährt kompromisslose Vollgasnummern wie „Dancing On Our Grave", „Open All Night" oder „Always Them" - urtypische TANKARD Old school Abrissbirnen, die im abwechslungsreichen Gesamtkonzept der Scheibe umso besser rüberkommen und eine rundum gelungene Besäufnisbeschallung garantieren.
Wenn man denn wirklich nur eine Scheibe des Frankfurter Gerstensaftkommandos besitzen will, dann bitte „The Meaning Of Life" (oder den ausgezeichneten live Mitschnitt „Fat, Ugly And Live") , denn damals waren die Mannen um Frontbiersack Gerre definitiv am Höhepunkt ihrer „jugendlichen" Hormonausstöße und purer Kult!