Emotionalität in moderner Rockmusik ist ja so ein Thema. Einstige Vertreter des (Scr-)EMO Genres, reagieren seit dem Einzug von Kajal und sing-schmachtender Schauspieler mehr und mehr mit Ungemach auf derartige Genre Bezeichnungen für ihre eigene Band. Das Pathos hat das Understatement (das es in diesem Musikbereich sicherlich schon immer schwer hatte) so radikal und konsequent ausradiert, dass Gesten wie aus schlechten Soaps geklaut und Texte miesen Schnulzenromanen von Bahnhofskiosken entliehen scheinen. Bis zur heuchlerischen Over-The-Top Attitüde des 80erjahre Hair-Metal scheint es nur noch ein kleiner Schritt zu sein. So wirklich weiß man schon gar nicht mehr warum man dieses Genre einmal so gemocht hat. Irgendwann surft man durchs Internet, hört "The Only One" und fühlt sich an die großartigen, unschuldigen Melodien der Get-Up-Kids errinert. Man bleibt auf dieser Myspace Seite hängen, die aussieht wie alle anderen. Man hört "Shake-It-Out" und weiß auf einmal wieder wie es war das erste Brand New Album zu hören. Man bestellt sich die CD, hört "I've Got Friends" und bejubelt diesen fantastischen sing-along Chorus. Man hört "Pride" und wenn gegen Ende das große Grunge-Riff ausgepackt wird schreit man "What a broke neck, what a lion, I need another and another one" in der gleichen Lautstärke wie es dieser Sänger tut, zu dessen Geschichten man endlich wieder ein mal Bezug findet, da sie weder bedeutungslos noch übertreiben wirken. Wenn sich dann beim Bonus-Track "Jimmy Whispers" zum letzten Mal die Nackenhaare aufstellen ist man bereit und willig diesem ganzen maroden, verkommenen Musikbereich pauschal die Absolution zu erteilen, solange er nur hin und wieder so ein Stück Musik hervorzubringen vermag.