Jedes Jahr reizt es mich, in der ruhiger werdenden Herbstzeit ab September, neue melancholische Musik als audio-Entsprechung der Grundstimmung an nebligen Abenden zu finden und zu genießen. Heuer war der beste Treffer dieses Album von VAST, einer Band die ich zu Zeiten des Debut-Albums Ende der 90er als innovativen Rock-Alternativ-Act kennengelernt, jedoch über die Jahre hinweg (leider) aus den Augen verloren habe. Dieses Album hat mit den früheren rockigeren Alben der Band kaum noch etwas zu tun, im Vordergrund stehen eine wunderbare Stimme, Akustikgitarren und Percussion-orientierte Rhythmen, die die Basis für eine gelungene Sammlung von Mid-Tempo-Nummern darstellen.
Doch dieses Album ist keineswegs eintönig oder langweilig - im Gegenteil: trotz der reduzierten Instrumentierung gelingt es hier wunderbar, verschiedene Stilistiken zu vereinen ohne einen roten Faden vermissen zu lassen. So hört man bei einem Song Anleihen an Tango, bei einem anderen an Zigeunerharmonien bei wieder anderen an klassisch balladeske Strukturen oder Folk-Rock usw. Diese Melange ist noch dazu verpackt in gelungenes Songwriting, im Ohr bleibende Melodien und die Schaffung einer sehr angenehmen Grundatmosphäre.
Für Freunde handgemachter Musik mit Hang zur Melancholie, die zum Zuhören und Eintauchen gemacht ist, sei hier eine absolute Kaufempfehlung ausgesprochen.
Anspieltipps:
1. You Should Have Know I Would Leave
3. Here's To All The People I Have Lost
10. Hotel Song (mein Top-Favorit des Albums)