an der doppel-CD mit der kompletten sammlung der songs von robert johnson gefiel mir damals (1990) das beigelegte booklet mit den texten aller songs - aber zugegeben: die zugrundeliegende aufnahmetechnik von 1930 ließ alles wie durch eine blechbüchse gesendet klingen. die wiederbelebung der robert-johnson-songs durch peter green (1998) war sehr ordentlich gemacht und erfreute durch die perfekte aufnahme-technik der gegenwart. sie war aber in der gesamtwirkung doch etwas zaghaft und brav - und war außerstande das feuer zu entfachen, dass nun die allerfrischeste clapton-bemühung des jahres 2004 auszulösen imstande ist. mit kompletter, fetter rock-band-besetzung: drums, bass, piano oder hammond organ (billy preston), zweiten gitarren sowie einer von jerry portnoy frech gespielten harmonica gerät der schöpfer der kompositionen, der 1938 von einem eifersüchtigen rivalen vergiftete johnson, beim ohr des heutigen zuhörers allmählich ins hintertreffen. ich spiele das johnson-repertoire im kreis von freunden selbst gerne - clapton's stimme macht vor, wie überzeugend man die texte eines bald 70 jahre toten hinüberbringen kann. die sexuellen anzüglichkeiten und sonstigen doppeldeutigkeiten erfordern allerdings etwas mut vor einem des englischen mächtigen publikum - vielleicht zieht man sich lieber zurück auf's studium der genialen improvisationen, die clapton, der gott der melodie-gitarre, jedem der 14 songs beisteuert - was sich da an virtuosität entwickeln würde, konnte johnson natürlich nicht vorausahnen - immerhin hat er generationen von gitarristen inspiriert, zu erforschen, was auf der gitarre noch so alles möglich ist. an clapton's neuer veröffentlichung gefallen auch besonders die vom schlagzeuger steve gadd perfekt in szene gesetzten schnelleren shuffle- und ragtime-stücke: LAST FAIR DEAL GONE DOWN, IF I HAD POSSESSION OVER JUDGEMENT DAY, 32-20-BLUES [32-20 = eine damalige pistolen-sorte für rachefeldzüge unter paaren] - diese tempo-explosionen sind eine herausforderung an alle praktizierenden musiker - und eine ins tanzbein schießende freude für alle zuhörer(innen) - genauso hatte sich johnson vielleicht die weiter-entwicklung seiner musik erträumt ...