Die letzte Platte „Album 1994" war wirklich nicht schlecht, hatte aber leider einige Mängel, die die guten Ansätze an vielen Stellen zunichte machten. Ein Jahr später erscheint nun „MCMXCV", welche im Vergleich zum Vorgänger sämtlichen Schwächen entgegenwirkt und die Band nun stolz auf das sein kann, was sie wirklich kann: Tolles Songwriting, wunderschöne Klänge und viel Abwechslung zeichnen das Album aus - all dies gepaart mit einem unvergleichlichen mittelalterlichen Charme.
Glücklicherweise haben sich Subway To Sally auf „MCMXCV" vom englischsprachigen Gesang verabschiedet und sich gänzlich dem deutschen Gesang gewidmet. Es wirkt sich einfach positiver auf die Texte aus - mitunter auch im Zusammenspiel mit der Musik. Dies zeigt sich bereits beim ersten Titel „Krähenfrass", welcher den musikalischen Weg für die folgenden Titel ebnet. Dieser besticht durch sowohl schnelle, vorantreibende Rhythmen („Grabrede", „Der Bräutigam", „Carrickfergus"), als auch ruhigere, sanfte Klänge („Arche", „Sommertag", „Erdbeermund") und bietet somit eine breit gefächerte Palette an abwechslungsreicher Musik. Schon allein die Tatsache, dass Instrumente wie Dudelsack, Violine, Mandoline oder auch eine Schalmei die Musik bereichern, lässt bereits erahnen, dass es sich hier um ein ziemlich vielschichtiges Werk handelt.
Subway To Sally haben sich, verglichen mit „Album 1994", enorm gesteigert. Man merkt der Band die Freude und das Können bezüglich der musikalischen Aktivitäten weitaus deutlicher an. Während man beim Vorgängeralbum vergebens nach einem roten Faden gesucht hat, gewinnt man hier den Eindruck, als wüssten STS endlich, was sie wollen und in welche Richtung ihre Musik geht bzw. zukünftig gehen soll. Und wer beim Vorgänger Probleme mit der technischen Umsetzung der Platte hatte, der kann hier beruhigt aufatmen: Die Soundqualität ist nun weitaus besser. Demnach wären in meinen Augen alles andere als fünf Sterne nicht gerechtfertigt, denn bezaubernde, klasse Musik, interessante Texte und eine super Atmosphäre sprechen einfach für sich. Eine wahre Perle für jeden Musikliebhaber, speziell im mittelalterlichen Bereich.
Anspieltipps: „Grabrede", „Requiem", „Die Hexe"