Aus der Amazon.de-Redaktion
Beide Figuren sind keine archetypischen Western-Charaktere: McCabe ist ein unsicherer Angeber, ungeschickter Liebhaber und schlechter Geschäftsmann, während Mrs. Miller -- alles andere als eine Hure mit Herz -- ihre Opium-Pfeife den romantischen Avancen ihres Partners vorzieht. Altman integriert diese beiden zentralen Charaktere in das komplexe Beziehungsgeflecht der Einwohner der Stadt und reflektiert die harten Lebensbedingungen jener Zeit anhand der großartigen Dialoge.
Im Kern behandelt der Film die Einbußen an Individualität, die man in Kauf nehmen muss, wenn man eine Gemeinschaft aufbauen will, ein amerikanisches Konzept, das der Außenseiter Altman mit Skepsis und Ironie betrachtet. Der unvermeidliche Showdown betont dieses Thema zusätzlich. Weil McCabe sich weigert, die Stadt, die er aufgebaut hat, an eine Firma zu verkaufen, werden Kopfgeldjäger auf ihn angesetzt. Statt eines Duells auf der Hauptstraße wird das Finale -- eine von Altmans schönsten Inszenierungen -- als Guerilla-Krieg im Schnee ausgefochten. Während McCabe um sein Leben rennt, löschen die Einwohner eine brennende Kirche anstatt den Gründer der Stadt zu retten. Und Mrs. Miller verfolgt im Opium-Rausch beides mit Gleichmut. --Dave McCoy
Video Jakob Kurzinhalt
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Das Bild ist produktionsbedingt stark verrauscht und kontrasarm, der Ton in der englischen Version recht übel und in der deutschen sehr solide. Der Regiekommentar von Robert Altman befasst sich mit allem, was im weitesten Sinne mit dem Film zu tun hat. Von Anekdoten vom Dreh bis zum besonderen Augenmerk für Authentizität wird alles abgehandelt. "Mc Cabe" ist in seinem Naturalismus bestechend Die Bilder haben oft eine balladeske Qualität, die die Geschichte wunderbar unterstreicht. Illusionslos schildert der Film die Verhältnisse in einer entstehenden Bergarbeitersiedlung im Westen der USA. Feinsinnige Figurenzeichnung und ein natürliches Spiel der Darsteller zeichnen den Film zusätzlich aus. SehenswertMO
Bild: Das Bild ist aufgrund der extrem finsteren Photographie wenig erfreulich. Starkes Rauschen hemmt die Schärfeentwicklung. Die naturalistische Aufnahmetechnik läßt alle Innenszenen und alle Szenen, die nicht in knalliger Sonne gedreht wurden, bitter, kontrastarm und düster aussehen. Helligkeitsabstufungen verschwimmen so oft gänzlich (00.16.00, Mäntel). Trotzdem entwickeln sich relativ zumRauschen wenige Artefakt-fehler und das Bild bleibt bis auf stehende Rauschmuster (Mattscheibeneffekt) stabil.
Ton: Der deutsche Ton liegt in sauberen Mono vor und besticht auch durch eine wunderbare Besetzung (z.B. Wolfgang Draeger). Die Leonard Cohen-Songs mit Gitarrenbegleitung kommen klar und unverzerrt herüber, auch in der englischen Version. Allerdings sind die Stimmen in der Originalfassung oft schwer verständlich, weil sie brüchig und dünn klingen. --movieman.de