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Über vier Millionen Arbeitslose in Deutschland. Das ist ein Skandal. Und Rolf Hochhuth gehört nicht zu denen, die wegschauen. Bankvorstände, die zweistellige Millionengehälter einstreichen, Milliardengewinne erzielen und Tausende auf die Straße setzen, sind ihm ein Greuel. Und das sagt er auch. Den Mächtigen, die seine Kritik trifft, ist das sehr peinlich und ihren feinsinnigen Freunden in der Kulturindustrie natürlich erst recht.
Das Ergebnis solcher Konflikte findet sich in diesem Band: ein kleines Gedicht von 16 Zeilen, ein Schauspiel, das vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe endet, und ein zweites, das an die Zensur zu Zeiten von Molière erinnert.
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Genauso liegt er richtig mit seiner Kritik am praktizierten, sogenannten Liberalismus - der sich als Veranstaltung von closed shops und old boys networks entpuppt. Es gab bis dato wenig Kritik aus der Mitte an den Oszönitäten, weil in der New Economy viele glaubten, dass auch sie schon morgen zu den Aktienmillionören dazu gehören könnten.
Jedoch: Auch dieses Spiel war ein ungleiches. Hochhuth enttarnt Machenschaften, verdeutlicht alltägliche, etablierte Machenschaften und Mißstände und langt dabei auf dem Niveau zu, dass bei den Angeklagten verstanden wird: Existenz.
Also meine Empfehlung: Erst lesen, dann Karten für das Stück besorgen.
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