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Mazurka. Der Roman Polens
 
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Mazurka. Der Roman Polens [Taschenbuch]

James A. Michener
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 784 Seiten
  • Verlag: Droemer Knaur (2. November 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426610558
  • ISBN-13: 978-3426610558
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,6 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 244.710 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Der Titel der 1983 erschienenen Originalausgabe dieses Michener-Romans lautet einfach "Poland" und weist damit bereits auf den Inhalt des Buches hin: Eine umfassende Geschichte Polens im typischen Stil des Bestseller-Autors, anhand von wiederum einer Vielzahl an handelnden Personen, anhand von Liebe und Hass und Krieg und Frieden nähert sich Michener der Geschichte des polnischen Staates an, die er bis in unsere Zeit wiedergibt. Neben dem üblichen Lesevergnügen gibt also wieder viel zu lernen über ein Land mit einer wechselvollen Geschichte, hin- und hergerissen zwischen den Großmächten Deutschland und Rußland, welches oftmals am Ende schien. Michener gelingt es aber auch sehr gut, den Überlebenswillen der Polen und ihren Lebensmut darzustellen. Wie immer gelang Michener ein spannender Roman, vor allem aber auch wieder ein lehrreiches Buch, denn nach 800 Seiten ist dem Leser kaum eine Facette des östlichen Nachbarlandes verborgen geblieben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
"Im Herbst 1981 traten in einer kleinen polnischen Landgemeinde Ereignisse ein, die die Welt elektrisierten und ihren Widerhall in so unterschiedlichen Hauptstädte wie Washington, Peking und, ganz besonders, in Moskau fanden. - Dieses Dorf, Bukowo, das 763 Seelen zählte, lag an der Stelle, wo die Weichsel auf ihrem majestätischen Lauf von der Quelle in den Karpaten im Süden zur Mündung in die Ostsee nach Norden abbiegt."

Mit diesen Worten beginnt ein Roman, ein dicker Wälzer, von - nein, nicht von einem Polen. Der Roman ist von James A. Michener, ein Schriftsteller, wie er amerikanischer nicht sein könnte.

"In dem kleinen Dorf stand eine Burg aus Stein, die im Jahr des Herrn 914 zum Schutz gegen räuberische Banden aus dem Osten errichtet, aber schon bald durch eben diese plündernden Horden zerstört worden war. Jeder der nachfolgenden Herren des Dorfes hatte irgendwann einmal mit dem Gedanken gespielt, die Ruine abzureißen und eine neue Burg aufzubauen, aber keiner hatte sich dazu entschließen können, denn die alte Burg übte einen Zauber auf alle aus, die sie sahen, und unter den Dörflern ging die Sage, dass, solange ihr zerstörter Turm standhielt, auch sie standhalten würden."

Der Roman, von dem die Rede ist, stammt aus dem Jahre 1983 und heißt "Mazurka" - im Original "Poland". In der altbekannten Michener-Manier erschließt er auf unterhaltsame Weise die Geschichte unserer östlichen Nachbarn, indem er uns polnische Familien und Regionen über Generationen hinweg vorstellt und näher bringt, während parallel im Hintergrund die historischen Ereignisse ablaufen.

"Es musste etwas wahres daran sein, denn in Bukowo hatte es schon so manche gefährliche Situation gegeben, aber gleich seinem Turm stand das Dorf immer noch. - Fast sechsunddreißig Millionen Polen, von denen achtzehn Millionen wahlberechtigt waren, wurden von einer kommunistischen Partei regiert, die nur drei Millionen Mitglieder zählte. Diese Minderheit ..."

Es war im Jahre 1977, dass Michener damit begann, sich mit Polen zu beschäftigen. Die Ereignisse des Jahres 1980, die August-Streiks auf dem Danziger Werftgelände, lagen in der Zukunft. Der Name Lech Walesa war ein noch völlig unbekannter. Parallel zu diesen Geschehnissen lässt Michener seine fiktiven Personen Bukowski und Buk politische Verhandlungen führen: der Parteiführer und der Untergebene. In diese Kapitel (eins und zehn) eingebettet sind die acht historischen Abschnitte, in denen immer wieder ein Bukowski und ein Buk als Kontrahenten auftreten: Herr und Knecht, Fürst und Bauer, Offizier und Rekrut. Und alle schauen sie vorbei, die ungebetenen Gäste aus der Nachbarschaft: die Russen und die Deutschen, die Tataren und Barbaren, die Schweden und die Türken, die Österreicher und Franzosen, die Nazis und die Kommunisten.

In diesem Buch lernte ich etwas näher Jan Sobieski (Johann Sobieski) kennen. Reden wir heute darüber, warum wir nicht schon längst moslemisch sind, dann denken wir oft voller Dankbarkeit an Karl Martell, jenen fränkischen Hausmeier aus der Zeit noch vor Karl dem Großen, der den arabischen Mauren, die schon die ganze iberische Halbinsel im Sturm erobert hatten, bei Tours und Portiers Einhalt gebot, sie vernichtend schlug und somit ihren Weitermarsch ins Herz der europäischen Landschaften verhinderte. Oder wir denken an Prinz Eugen von Savoyen, der für Österreich kämpfte und im Jahre 1697 die Türken, die ja schon einmal vor den Toren Wiens standen, weit in die mittleren und südlichen Balkanregionen zurückdrängte. Dass wir es aber den Polen und ihrem damaligen König zu verdanken haben, dass Europa seinerzeit nicht von den Osmanen erobert wurde, wird in den Geschichtsunterrichten unseres Landes gerne verschwiegen. Bereits zwölf Jahre vor Prinz Eugen schlug eine Armee, bestehend aus 22.000 polnischen, 19.000 österreichischen und 28.000 deutschen Soldaten, das türkische Heer unter Kara Mustafa, das sich - wie gesagt - schon an den Stadtmauern Wiens zu schaffen machte. Mit "Aus dem Süden" ist das Kapitel überschrieben, das diesen geschichtlichen Hintergrund behandelt. "Die Gefahr war real und von bisher nie gesehenen Ausmaßen: Die Türken kamen immer näher, hatten bereits Griechenland, Bulgarien, Rumänien und einen großen Teil Ungarns vereinnahmt."

Wir hatten bei uns die nummerierten Könige und Kaiser: Konrad der Zweite, Heinrich der Dritte, Karl der Fünfte um nur einige zu nennen. Wenn wir sie charakterisieren wollten, dann gab es Beinamen wie Pippin der Kurze, Karl der Dicke, August der Starke. Wenn wir sie besonders hervorheben wollten, dann bekamen sie den Zusatz "der Große": wie Otto der Große, Friedrich der Große. - Jedenfalls hatten wir nie etwas anderes als Vornamen-Könige und -Kaiser.

Was mir an Jan Sobieski schon immer imponierte, war der bürgerliche Familienname. Schlicht und einfach: König Jan Sobieski. So ist sie, unsere bescheidene polnische Nachbarschaft. - Stelle man sich es bei uns vor: König Karl Müller, oder Kaiser Hans Maier.

Europa zitterte, denn man wusste: Wenn nicht umfassende Maßnahmen ergriffen würden, fiel Wien, das eine Schlüsselstellung einnahm, noch vor Ende des Jahres. Zwar waren die Deutschen und Österreicher bereit, mit allem, was sie hatten, Widerstand zu leisten, aber sie wussten auch, dass ihnen ohne polnische Kraft und Führung der Erfolg versagt bliebe, und so kam es, dass die selben Länder, die noch kurz zuvor alle Anstrengungen unternommen hatten, um Polen zu vernichten, jetzt um polnischen Beistand bettelten.

"Ohne Eure Hilfe, Herr, wird der Halbmond über Paris flattern!", so und ähnlich waren die Überzeugungs- und Überredungsversuche, mit denen Jan Sobieski gewonnen werden sollte. Und: "Johann, Kind Gottes, du bist wie ein Jäger tief im Wald, der einen Bären angegriffen, aber nicht getötet hat", spielt an darauf, dass Truppen Sobieskis schon in den Jahren zuvor erfolgreich einige Male Schlacht- und Kampfkontakte zu türkischen Verbänden hatten. "(...) wenn Wien fällt, wird Krakau das nächste Opfer sein, dann Warschau, und wir werden Polen nie wiedersehen."

Wie er das so kann, als ehemaliger Kriegsberichterstatter, und es in allen seinen Büchern immer wieder ausführlich vornimmt, beschreibt James A. Michener nunmehr detailliert die Rettung Wiens durch Jan Sobieski und seine polnischen Husaren.

So bekam jeder seinen Teil bei der großen Verteilung der Beute nach dem legendären Sieg der Polen über die Türken bei Wien. Polen selbst erhielt eine geistige Gabe von zweifelhaftem und vergänglichem Wert - Respekt unter den Nationen für den Mut, den es bei der Verteidigung der Christenheit gezeigt hatte: Kaffee war im Land bislang unbekannt gewesen, doch als Sobieskis Soldaten kleine Mengen davon heimbrachten, wurde er rasch zum Nationalgetränk; und Kartoffeln wurden als schmackhafte Alternative zur 'kasza', der Buchweizengrütze, willkommen geheißen. Die Jungfrau von Tschenstochau, die auf der Brust von König Sobieski mitgefochten hatte, erhielt neue Verteidigungsanlagen.

Und weil die Bücher Micheners keine Geschichtsbücher sind, sondern Romane, finden natürlich - unabhängig der von mir oben gewählten Ausschnitte - auch private Begebenheiten von erfundenen Romanfiguren statt. So endet das Kapitel um Jan Sobieski mit den beiden Sätzen: "Der Bauer Janko allerdings bekam, wie üblich, gar nichts, denn es war seine Pflicht gewesen, den Weg zu gehen, den sein Herr ihm wies, und zu tun, was ihm geboten wurde. Aber ihm blieb sein Leben lang die Erinnerung an das tscherkessische Sklavenmädchen, das er begraben hatte."
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Nach Texas ist Mazurka das zweite Buch, dass ich von James Michener gelesen habe. Mazurka hat mir noch besser gefallen, nicht zuletzt weil die polnische Geschichte besonders wechselvoll ist. Durch die gelungene Verknüpfung historischer Ereignisse mit persönlichen Schicksalen entsteht Wissen und Gefühl für die tragische Historie der Polen. Vielleicht sollte Michener sich nach dem Ende des Kommunismus zu einer zweiten und zeitlich erweiterten Auflage entschliessen.
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