Lothar Jänichen in MUSIKWoche 20/2000:
Äußerst wohlschmeckend geriet der "gemischte Vorspeisenteller" (Maza Meze) der Multi-Kulti-Big-Band aus Köln. Gestandene Jazzmusiker und Gäste aus den unterschiedlichsten musikalischen Kulturen der Welt bedienen sich zwanglos an musikalischen Materialien aus Ost und West, Nord und Süd. Mal klingt die Tuba wie zuhause im bayerischen Zwiefachen, mal wie im schwarzen Funk von New Orleans. Afrkanische High Life Musik, karibishe Rhythmen die rasante Folklore des Balkans, Rap, und die zauberhafte Stimme von Iwana Iwankowa sorgen für eine schillernde Farbenpacht. Jazzig sind die Bläsersätze, rasant bis ausgeflippt die dazu auftretenden Gäste: Mohammed Mounir, der Pop-Sänger aus Kairo mit seinem "Sufi-Song"; Roxana aus Teheran bzw. Dänermark mit einer kurdischen Weise. Ein Stückchen Filmmusik kommt mit "Moderne Zeiten" aus Charlie Chaplins "Modern Times" mit ins Spiel. Die Schäl Sick Brass Band fordert nahezu offene Ohren. Und wer sich auf das frische, vielseitige Treiben der Neun plus Gäste einläßt, wird ganz schnell und spielerisch musikalische Kategorien und Genres vergessen. Von der rechten Rheinseite Kölns kommt damit einer der besten Beiträge zum Thema Weltmusik hierzulande.