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Kurz vor ihrer Landung in Cape Cod im heutigen amerikanischen Bundesstaat Massachusetts schlossen die Pilgerväter am 21. November 1620 an Bord der Mayflower einen Vertrag, in dem sie sich zur Errichtung eines puritanischen Gemeinwesens verpflichteten. Wie sehr das hehre Konzept im Laufe der folgenden 50 Jahre durch eigenes Unvermögen und kriegerische Auseinandersetzungen mit indianischen Ureinwohnern zerbröckelte, ist ein düsteres Kapitel aus den ersten Jahrzehnten der englischen Kolonialgründungen in Nordamerika.
Historiker Nathaniel Philbrick beschäftigt sich mit den Beziehungen der neuen Amerikaner zu den Einheimischen in den Jahrzehnten, die auf die Landung der Mayflower in der Neuen Welt folgten. Er interpretiert die Geschichte der Gründerväter von der Mayflower als Geschichte zweier Fahrten: Die Erste war die Atlantiküberquerung von gerade einmal 102 so genannten Pilgervätern, die 1620 mit der Hoffnung nach Amerika aufgebrochen waren, dort eine religiös ausgerichtete Niederlassung nach ihren Vorstellungen zu gründen. Diesem ehrenvollen Unternehmen steht die zweite Reise gegenüber, eine erbärmliche Tat: Im Jahr 1676 verschifften die Nachfahren der Pilgerväter 180 Indianer als Sklaven in die englischen Kolonien in der Karibik. Eingehend beschäftigt sich Philbrick mit dem schleichenden Niedergang der unter hehren Vorzeichen gegründeten Siedlung in der Massachusetts Bay. Die Pilgerväter lebten anfänglich in Frieden mit den Eingeborenen vom Stamm der Wampanoags unter dem Häuptling Massasoit, dem klar war, dass für sein Volk nur durch eine enge Kooperation mit den Engländern eine sichere Zukunft gewährleistet sei. Die getroffenen Abmachungen hielten die nächsten 50 Jahre. Doch als Tausende von Neuankömmlingen, die den Mayflower-Vertrag missachteten und nicht gewillt waren, nach den strengen Gesetzen der Puritaner zu leben, immer stärker das Leben bestimmten, wuchsen Misstrauen und Gewalt. 1675 kam es zum Krieg, dem King Philip`s War - benannt nach Massasoits Sohn, der wie viele Indianer einen englischen Namen angenommen hatte -, der das Gesicht der Neuenglandstaaten, die kulturelle, soziale und politische Landschaft radikal veränderte.
"Philbrick ist auch außerhalb des Wassers gut: Seine Geschichte der Engländer, die sich in Amerika eine neue Heimat aufbauen und in Frieden ihre Religion leben wollen, ist so gut recherchiert, so einfühlsam und spannend geschrieben, dass der Sprung auf die [amerikanische] Bestsellerliste fast unvermeidlich war. Auch die Kritiker jubeln und sehen in 'Mayflower' einen Kandidaten für alle großen Literaturpreise des Jahres."
Buchreport.express
"Philbrick präsentiert diese Wahrheiten über die 'Pilgerväter' mit einem unglaublichen Detailreichtum. Zugleich gelingt es ihm, seine Forschungsergebnisse so lesbar und spannend wie einen Abenteuerroman zu präsentieren."
dpa
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