Wenn ich Buch von Luftfahrtprofis lese, dann stößt es mir jedesmal sauer auf, wenn ich auf das Wort "Düsenjet" stoße. JET ist das englische Wort für Düse! Natürlich - dieses Wort liest man überall, und wenn ein Tageszeitungsredakteur das durchegehem läßt - ok, was solls.
Hier aber handelt es sich um einen Verlag, der den Anspruch hat Luftfahrtbücher zu produzieren, und die Verlagsarbeit ist bei diesem Buch mehr als schwach.
Hier ein paar typische Stilblüten, die sachkundigen Menschen auf den Keks gehen:
- "Pan Am 214 war mehr als doppelt so schnell wie die normalen Propellerjets jener Zeit"
Gemeint sind die im Englischen manchmal als "Jetprop" bezeicheten TURBOPROPS... was bitte soll ein "Propellerjet" sein?
- "In einer Kurve ist die Gefahr eines Strömunsabrisses aufgrund des geringeren Auftriebs erheblich höher als beim Horizontalflug".
Quatsch! In einer Kurve ist diese Gefahr nur deshalb größer, weil das Profil des Flügels sich näher am kritischen Anstellwinkel befindet. Natürlich ist der höhere Anstellwinkel eine Folge der in einer Kurve geringeren vertikalen Komponente des Auftriebs - aber die Erklärung funktioniert eben anders herum. Wenn ich so ein Buch lese, will ich aber kein Pseudo-Halbwissen konsumieren, sondern etwas verstehen!
- Auf Seite 55 wird das Cockpit einer kleinen Cessna gezeigt, die mit einem Bildschirmcockpit ("Glascockpit")ausgerüstet ist, das auf einem Schirm per Satellit Wetterdaten empfängt und darstellt. Sieht ganz änhnlich aus wie die Darstellung eines Wetterradars, ist aber keines. Bildunterschrift: "...das Prinzip eines Wetterradars, hier in einer kleinen Privatmaschine eingebaut". Weder scheint derjenige, der das verfaßt hat, zu wissen, welcher Flugzeugtyp das ist (Cessna 172S), noch hat er irgendeine Ahnung von der Cockpittechnologie. Für die Cessna 172 gibtes überhauptz kein Wetteradar. Um Piloten dennoch solche Infos geben zu könne, kann man Radardaten über Satellit dowmloaden und auf dem Bildschirm darstellen. Das aber ist etwas ganz anderes als "Wetterradar".
Das sind nur drei Beispiele, aber der sachkundige Leser findet 100 solcher Stellen wo die Sprache nicht passt, Technik falsch erklärt wird und man das Gefühlt hat, dass das Buch keinerlei Qualitätskontrolle durchlaufen hat. Dabei hätte das Material auch für ein wirklich spannendes Buch ausgereicht.
Meiner Meinung nach sollten Verlage die Special Interest-Themen behandeln auch sachkundige Lektoren beschäftigen - oder ihre Bücher zumindest mal von Profis checken lassen. Mir haben diese ärgerlichen Fehler jedenfalls den Spaß an diesem Buch verdorben.