Ich gebe es zu: Ich stehe noch frisch unter dem Eindruck seines Münchener Live-Konzertes von vor wenigen Tagen.
Insofern sei etwas Subjektivität bei der Rezension dieses Albums gestattet.
Es ist gut zu wissen, dass es noch Menschen gibt, die den Mut haben, sich mit nichts anderem als einer akustischen Gitarre und einer markanten Stimme auf die Bühne zu stellen und Geschichten zu erzählen. Milow gehört dazu, ebenso übrigens wie seine beeindruckende Vorgruppe "Martin and James".
Hinzu kommt eine ausgeprägter Hang zur Perfektion, Improvisation und der Fähigkeit, sich im richtigen Moment zurückzunehmen.
Das ist dann die Zeit für die congeniale weibliche Stimme, Nina Babet, und die brillante Band um den Pianisten Joris Caluwaerts.
All dies ist auf dem vorliegenden Live-Album wunderbar eingefangen - die DVD liefert auf Wunsch die passende optische Begleitkomponente.
Highlights, sofern man wirklich etwas hervorheben mag, sind "The Priest" und - natürlich - das live besonders beeindruckende "Ayo Technology".
Die einzige Steigerung wäre dann nur noch der Besuch eines Milow-Konzerts; dazu wird es im Februar 2010 nochmals Gelegenheit geben, da der Belgier wegen der großen Nachfrage zahlreiche Zusatzkonzerte in Deutschland spielen wird.
Noch besser ist es zu wissen, dass es offenbar viele Menschen gibt, die diese originäre Handmade-Musik noch verzaubert, die sich dafür begeistern können.
Anmerken möchte ich der guten Ordnung halber noch, dass der Song "Until the Morning Comes" kein unveröffentliches Stück ist, sondern auf Herrn Vandenbroeks Erstling "The Bigger Picture" zu finden ist.
Fazit: Ein großes Singer-/Songwriter-Album eines sympathischen Sängers, dem zu wünschen ist, dass er trotz seines fast schon unheimlichen Erfolgs geerdet bleibt.