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Gaarder geht in seinem Roman einfachen Fragen nach: "Was sind wir?", "Woher kommen wir?" und "Wohin gehen wir?". Er weiß keine abschließende Antwort darauf. Glücklicherweise, denn was wäre eine Welt ohne Fragen und damit ohne Geheimnisse. Sind sie doch der Motor allen Lebens. Gaarder erklärt aber Zusammenhänge und wirft damit gleichzeitig neue Fragen auf. So zieht er den Leser nicht nur in den Bann, sondern schafft auch ein tieferes Verständnis für Das Wunder des Lebens und regt zum Nach- und Weiterdenken an.
Jostein Gaarder legt eine wissenschafts- bzw. evolutionsgeschichtliche wie auch philosophische Darstellung vor. Maya ist aber ebenso ein Plädoyer für Liebe und Fantasie als treibende Kräfte des Lebens. Denn für Gaarder kann die Naturwissenschaft zwar erklären, doch erst Liebe und Fantasie geben einen tieferen Sinn.
Die Zeitgeschichte hinterließ deutliche Spuren in Gaarders Roman, so werden beispielsweise Bill Clinton und Monica Lewinsky als "zwei der berühmtesten Primaten unserer Zeit" bezeichnet. In Verbindung mit den beiden wird die Frage aufgeworfen, ob es sich "...um etwas so Obszönes gehandelt haben kann wie eine Havanna-Zigarre...". Der Humor kommt nicht zu kurz, wie auch das groteske Zwiegespräch Franks mit einem Gecko beweist, das wenig nüchtern um eine Ginflasche kreist.
Gaarder verwendet eine einfache Sprache, ohne jedoch zu vereinfachen oder Lösungen zu bieten, die es gar nicht geben kann. In seinen Text fließen Fachbegriffe und fremdsprachliche Passagen ein, sodass das Werk vorwiegend für Leser ab 16 Jahren geeignet ist. Jostein Gaarder, geboren 1952, wurde durch den Philosophieroman Sofies Welt berühmt -- eines der am meisten verkauften Werke in der Geschichte der BRD. --Fedor Bochow -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Das Ende einer Erfolgsserie?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Maya oder Das Wunder des Lebens: Roman (Taschenbuch)
In diesem Buch vermischt Jostein Gaarder Ideen, die er bereits in früheren Werken umgesetzt hat. "Maya oder Das Wunder des Lebens" ist ein Roman, in dem Realität und Fantasie ineinander übergehen (vgl. "Das Kartengeheimnis") und der gleichzeitig ein wissenschaftliches Thema behandelt (vgl. "Sofies Welt"). Die Fantasiefiguren erinnern sehr an "Das Kartengeheimnis" und die Aufarbeitung der Evolutionstheorie ist nicht annähernd vergleichbar mit den Erläuterungen zur Philosophie in "Sofies Welt". Auch wenn ich die Idee, Wissenschaft, Fantasie und Roman miteinander zu vermischen für genial halte, ist die Umsetzung in diesem Fall nicht gelungen. Die Dialoge sind schwerfällig und ich hatte Mühe, den Überblick zu bewahren. Ich halte Jostein Gaarder für einen großen Buchautor. "Maya oder Das Wunder des Lebens" ist nach meinem Empfinden unter gewaltigem Zeit- und Erfolgsdruck entstanden.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ein Wunder des Lesens (nehmen Sie sich Zeit!),
Rezension bezieht sich auf: Maya oder Das Wunder des Lebens: Roman (Taschenbuch)
Einmal mehr kombiniert Gaarder Dinge miteinander, die auf den ersten Blick nichts gemein haben: Assoziieren Sie beispielsweise den spanischen Maler Goya mit der Evolutionstheorie? Oder denken Sie bei andalusischem Flamenco an Sterben und Wiedergeburt? Wenn nicht, dann wird Ihr Gehirn zunächst eine ganze Masse an Lesestoff verschiedenster Themen aufnehmen müssen, ehe Sie verstehen, worum es in diesem Buch überhaupt geht. Meiner Meinung nach ist das Buch zu voll gepackt und dadurch auch zu lang. Es gibt Durststrecken, keine Frage.Für die Lektüre im Alltag halte ich "Maya" für ungeeignet. Allzu oft werden Sie als Leser den roten Faden suchen, bei dem man sich schließlich fragt, ob es ihn überhaupt gibt. Das auch nicht zuletzt deshalb, weil uns die Geschichte nicht nur von einem Erzähler vermittelt wird und mindestens ein halbes Dutzend Settings beinhaltet. Ohne zu viel verraten zu wollen: Häufig genug muss man die - allerdings in einer wie zu erwarten: wundervolle Sprache gefasste - Handlung überdenken, manchmal erscheint sie keineswegs realistisch, auch nicht magisch, sondern einfach unlogisch. Wenn Sie "Maya" lesen, dann sollten Sie sich Zeit dafür nehmen. Und einen Platz suchen, der der Szenerie des Buches entspricht, eine Bank im Garten oder in einem Park zum Beispiel. Oder nehmen Sie das Buch mit auf die Urlaubsreise. Dann können Sie Gaarders Geschichte genießen. Denn manche Szenen sind so eindrucksvoll in der Darstellung, so bunt, so phantasiereich, als dass es zu schade wäre, sie einfach nur herunterzulesen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Das Jokerspiel und die alte Gaarder-Masche,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Maya: oder das Wunder des Lebens (Gebundene Ausgabe)
Ist Ana María Maya das Modell der "Maya Desnuda" Goyas oder nicht? Jostein Gaarder schafft es, trotz der Micky Maus-Falle bei Sophies Welt, auch dieses Mal den Leser nach der alles auflösenden Antwort lechzen zu lassen. Aber in dem Moment, wo der Joker mit seinen klingelnden Glöckchen wieder auftaucht, muss man sich Fragen, ob Gaarder nicht inzwischen die Ideen ausgegangen sind: Er greift hier auf das "Kartengeheimnis" zurück und lässt José auch noch die ganze Story von dem gestrandeten Bäckermeister nacherzählen...John Spooke alias der Autor mag im Nachwort noch so sehr bedauern, nach Sevilla gefahren zu sein- die erdachte und die wirkliche Geschichte von Ana und José verwirren den Leser am Ende. Das darf schon sein, aber das Happy End und die plötzliche Umdeutung Anas Schwächeanfalls in die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft 'kommen sehr gewollt rüber. Alles, auch der Touristenknipsende "Zwerg" wird am Schluss bagatellisiert- die Gaarder-Masche: Der Autor ist der Schöpfer und kann mit den Figuren machen was er will, ist inzwischen ausgereizt. Man wünscht sich am Ende fast um der besseren Geschichte willen, dass Ana gestorben wäre- so gut sie auch Flamenco tanzen mag! Das Manifest ist ebenfalls eine neue Variante des "Jokerspiels"... Etwas Positives muss man dem Buch dennoch lassen: Die Personen sind liebevoll gezeichnet, auch die Nebenpersonen wie Mario, Laura und Bill- (die plötzliche Entdeckung, dass Bill ihr Vater ist, erschien mir interessanter, als Veras neue Schwangerschaft...) Und die Spaziergänge durch Salamanca und Madrid versetzen besonders jene, die schon einmal dort waren, tatsächlich in diese Orte hinein- auch der Bildungsaspekt kommt mal wieder nicht zu kurz! Bei allem Respekt für den Kampf gegen ein allzu anthropozentrisches Weltbild: Irgendwann nervt es, vom Menschen in der hundertsten Variation als "Nachfahre der Amphibien", "Primat", "Vertebrat" etc. zu lesen...der Mann hat ja Recht, aber auch dieser moralische Fingerzeig wird meiner Meinung nach etwas überstrapaziert.
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