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Knapp eineinhalb Jahrzehnte später macht Maya am renommierten Londoner Central Saint Martins College of Art and Design ihren Abschluss in “Fine Art, Film and Video”. In erfolgreichen Ausstellungen (Jude Law ist einer der ersten, der ihre Bilder kauft) zeigt sie ihre von tamilischer Street Art und Graffiti geprägte Kunst, nebenbei entwirft sie Mode. Ihr breiter Zugang zu den Ausdrucksformen urbaner Kunst führt dazu, dass sie im Jahr 2000 das Artwork für das zweite Album von Elastica gestaltet und anschließend mit der Band quer durch die USA reist, um eine Tour-Dokumentation zu drehen. Während dieser Zeit lernt sie Peaches kennen, die sie ermutigt, mit einer Roland MC 505 Groovebox eigene Stücke aufzunehmen. So entstehen Mayas erste Demos, die sich vom HipHop und Punk inspiriert zeigen, die bis heute ihren Sound prägen. Ihre Tracks machen im Internet die Runde, kurz darauf unterschreibt sie bereits ihren Vertrag mit XL Recordings.
Unzählige Auszeichnungen, Preise und Nominierungen später (TIME-Liste der „100 World's Most Influential People“, Oscar-Nominierung für „Best Original Song“, weitere Nominierungen für Brit-Awards, Grammy, Mercury Music Price sowie „Album des Jahres“ 2007 im Rolling Stone, u.v.a.) ist M.I.A. ein international etablierter Act. Ihr Track „Paper Planes“, der u.a. auf dem Soundtrack des Films „Slumdog Millionaire“ zu hören ist, verkaufte sich bis heute millionenfach. Mittlerweile arbeitet sie mit einigen der besten Musikproduzenten der Welt zusammen. Timbaland war auf ihrem letzten Album „Kala“ zu hören, Diplo, Alan Moulder, Rusko und weitere haben an ihrem neuen Album mitgearbeitet.
Ihr neues Album ist erneut kompromisslos, laut, extrem, fesselnd. Erste Töne fanden ihren Weg ins Internet als Soundtrack zum Video "Born Free“, das wegen der Teils drastischen Darstellungen bereits nach wenigen Stunden von Youtube gelöscht wurde, mittlerweile aber in der Ab-18-Sektion wieder zu sehen ist. Regisseur Romain Gavras, der auch den umstrittenen Clip zu „Stress“ von Justice filmte, findet mit seinem 9-minütigen Minifilm eine Bildsprache, die in seiner Radikalität dem Song in nichts nachsteht. Der erste Single-Release „XXXO“ zeigt M.I.A. hingegen von einer anderen Seite und beweist, dass sie in der Lage ist, ihre Messages auch in Pop-Sounds zu verpacken. Gemein ist allen Tracks aber weiterhin die kühle Abgeklärtheit, mit der M.I.A. ihre meist politischen Botschaften zum Ausdruck bringt sowie die spröde Produktion, die sich von Weltmusik bis Dancehall an allen Genres bedient, die den HipHop umgeben. M.I.A. hat diesen richtungweisenden, international funktionierenden und urbanen Sound nicht nur etabliert, sondern mit ihrem neuen Album auch perfektioniert.
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