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Wegen einer Augenkrankheit schielt die kleine May seit frühester Kindheit. Anstatt mit der Abweichung umzugehen, bringt ihre Mutter sie dazu, eine auffällige Augenklappe zu tragen, die das sensible Mädchen schließlich in die Isolation treibt. Einziger Spielgefährte bleibt eine unheimlich aussehende Puppe, die unnahbar in einer Glasbox eingefasst, mit Argusaugen über das Kind wacht. Jahre später: May (Angela Bettis) ist äußerlich zu einer attraktiven jungen Frau herangereift, ansonsten hat sich erschreckend wenig verändert. Das scheue Mauerblümchen lebt zurückgezogen, und lediglich in der Tierklinik, in der sie als OP-Assistentin arbeitet, findet sie in Polly (Anna Faris) so etwas wie eine Freundin. Eines Tages läuft ihr der Filmstudent Adam (Jeremy Sisto) über den Weg, dessen Faszination für "schräge" Filme in May seine Entsprechung findet. Zwischen den beiden entspinnt sich eine behutsame Romanze, bis...
Erstlingsregisseur Lucky McKee, der auch das Drehbuch schrieb, gelingt mit May ein erstaunlich stilsicheres Debüt. Die Geschichte erinnert zwar in ihren Grundzügen an Genreklassiker wie Brian de Palmas Carrie, James Whales Frankenstein oder sogar Herschell Gordon Lewis' Blood Feast. Was auf der Plot-Ebene vielleicht wenig originell erscheinen mag, macht der Film jedoch durch eine bemerkenswerte künstlerische Reife wett. Der stilisierte Horror erinnert in seiner Präzision an Dario Argento, die einfühlsame Psychologisierung der Figuren an Todd Solondz' Happiness.
Dazu kommt die überragende schauspielerische Leistung von Angela Bettis in der titelgebenden Rolle. Ihre May ist sowohl verletzlich als auch beängstigend gefährlich. Die Szenen mit Jeremy Sisto schließlich, in denen sich ihre Sehnsucht nach Liebe auf beunruhigende Weise ausdrückt, sind schlichtweg grandios. Dass McKee den Film durchweg mit subtilem Humor inszeniert hat und am Ende vieles der Vorstellungskraft des Zuschauers überlässt, zeigt seine hohe filmische Intelligenz. May ist eine echte Entdeckung und nicht nur Genrefreunden ans Herz gelegt. --Thomas Reuthebuch
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Guter Independent Film,
Rezension bezieht sich auf: May (Uncut Version) (DVD)
Ich habe diesen Film „auf gut Glück" gekauft und habe es nicht bereut.May, die Protagonistin, wuchs ohne Freunde auf und hatte nie soziale Kontakte. In der Retrospektive zu beginn des Films erfährt man, dass ihre Mutter ihr als Kind eine beängstigende Puppe mit den Worten „If you can't find a friend - make one" zum Geburtstag geschenkt hat ... niemand kam zu May's Geburtstagsparty. Die Puppe wurde im Laufe der Jahre zu einer Art Freundin. May unterhält sich mit ihr und berichtet ihr über ihr Leben. Als erwachsene Frau hat sich nicht viel geändert: May ist OP Schwester in einer Tierklinik und immer noch allein. Mit der Zeit aber entwickelt sich eine Freundschaft zu einer Kollegin und sie lernt einen Mann kennen. Alles scheint gut zu werden. Doch die langen Jahre in der Isolation rächen sich: May's Verhalten ist gestört und niemand weiß so recht mit ihr umzugehen. Sie wird zurückgewiesen und wieder mal als „Freak" und Außenseiter abgestempelt. May dreht durch. Die Worte ihrer Mutter scheinen immer bedeutsamer zu werden: „If you can't find a friend - make one" [Wenn du keinen Freund findest - mach dir einen] ... gut das May OP Schwester ist und nähen kann. Eine düstere Stimmung dominiert den Film. Man lernt May kennen und empfindet Mitleid für sie - gegen Ende empfindet man sogar den Drang ihr helfen zu wollen und sie aus ihrer einsamen Welt zu retten. Angela Bettis verkörpert May nahezu perfekt. Man kauft ihr das scheue Mauerblümchen sofort ab. „May" überzeugt durch eine glaubhafte Entwicklung der Charaktere. Leider sind die Dialoge äußerst kurz und oberflächlich geraten. Daher zieht sich der Film stellenweise. Von einem „Horrorfilm" kann man nicht sprechen, jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn. Blut fließt nur gegen Ende des Films und es gibt auch keine genretypischen „Kamera auf die blutverschmierten Eingeweide an der Wand" Bilder. „May" ist sehr subtil und still - grade das ist die Stärke des Films. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der wahre Horror...,
Rezension bezieht sich auf: May (Uncut Version) (DVD)
"May - Die Schneiderin des Todes" ist mehr als ein Horrorfilm. Es ist ein Film mit großem Tiefgang - amüsant, bewegend, verstörend und erschreckend. Der Film erzählt die Geschichte von May Canady, die bereits als Kind unter emotionaler und psychischer Isolation leidet und als junge Frau versucht sich durch die Liebe zu dem Filmstudenten Adam Stubbs (gespielt von Jeremy Sisto) aus dem Gefängnis Ihrer Einsamkeit zu befreien. Während der Film die unsicheren Schritte Mays hierbei begleitet, wandelt er sich allmählich von einer schwarzen Komödie zur Tragödie. Besonders hervorzuheben ist die brillante Leistung der Hauptdarstellerin Angela Bettis, die jede Nuance im Gefühlsleben von May sichtbar macht und sich dabei mühelos auf dem schmalen Grad zwischen Tragik und Komik bewegt. Tatsächlich enthält der Film durchaus einige Szenen die typischen Horror- bzw. Splatterfilmen entstammen könnten. Diese Darstellungen lösen jedoch überwiegend stille Betroffenheit und kein morbides Gelächter aus. Ein Film wie "May" kann echtes Mitgefühl für die menschliche Tragödie seiner Hauptfigur erzeugen - und hierdurch entsteht der wahre "Horror".
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
May oder Amy oder Yam?,
Von
Rezension bezieht sich auf: May (Uncut Version) (DVD)
Die Story um May gefällt mir sehr gut, daher erzähle ich ein wenig mehr davon, ohne aber zu viel vorweg zu nehmen. Mays Geschichte wird von der Kindheit an erzählt. Aufgrund eines Augenfehlers wird Sie schon sehr früh von Gleichaltrigen zurückgewiesen. Sie scheint rapide an Selbstwertgefühl zu verlieren, teilt sich nicht mehr mit und verfällt in totale Isolation. Einziger Gefährte ist zunächst eine kleine Puppe im Glasbehälter. Während May eine empathische Beziehung mit der Puppe aufbaut, verschlechtert sich ihr Sozialverhalten zusehends.Lebensgeschichtlich nachvollziehbar entwickelt May eine ausgereifte Psychose. Daher passieren um May herum auch viele merkwürdige Dinge. Sie entwickelt zum Beispiel eine Leidenschaft um den Begriff >> Blut<< und alles was dazu gehört. Da verwundert es nicht, dass sie einen ekligen Beruf wählt. In einer Tierklinik fungiert sie bei Operationen als Assistentin. Knochensäge, Amputationen und heraushängende Organe sind für May der Alltag. May scheint ihre Psychose afangs zu unterdrücken, doch aufgrund einiger Stressmomente brichtt sie dann doch fatal aus. Ihr Freund , ebenfalls mit Freakpotential ausgestattet, bricht den Kontakt ab und Ihre Arbeitskollegen outet schamlos ihre Homosexualität. Die innere Anspannung scheint unaushaltbar für May, gefühlskalt startet May den erwarteten Amoklauf. Wieso gefällt mir May so? Weil sie selbstbewusst ist, wenn man genau hinschaut. Sie wirkt unterlegen, doch sie ist liebenswürdig im Innern. In Momenten in denen man gerad mit ihr Gefühl entwickeln will, setzt eine klangvolle Melodie ein, melancholisch schön. Sie passt zu May, sie macht sie mysteriös und hüllt sie in Unnahbarkeit ein. May steckt in allen von uns. Wir erkennen uns wieder in ihr. May ist offen. Sie durstet nach Liebe und Anerkennung. Sie möchte, dass jemand Verständnis für ihre Person aufbringt. All das projiziert sie in einen vermeintlich toten Gegenstand: ihre Puppe. Doch dieses Ersatzobjekt kann nicht ihre Bedürfnisse lange befriedigen. Es kommt zum Spannungszustand. Und wir fühlen das, Szene für Szene. Die schauspielerische Leistung ist grandios. Ich würde mir den Film allein dafür nochmal anschauen. Nur sind mir die Szenen doch ein wenig zu nahe gegangen und ich denke, einmal May ist genug. Der Film ist mehr vom Charme Mays her ein Genuss und weniger durch die blutgetränkten überzeichneten Szenen. Vielleicht wird May für starke Kritik sorgen. Meiner Meinung nach, ist der Fim aber komplett. Auch wenn ich nicht genau sagen kann, wo der Film jetzt anzusiedeln ist. Psychothriller oder Horrorstreifen? Für mich ein Mix beider Genres, eine gelungende Erzählung, eiskalt präsentiert, aber mit viel Gefühl erzählt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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