'Maximilian und die verrückteste Leihoma der Welt' ist eine lustige und zugleich eine spannende und durchaus ernste Geschichte. Thomas Schmid gelingt es, diese drei unterschiedlichen Facetten geschickt und durchaus logisch miteinander zu verknüpfen.
Die lustig-komische Komponente schafft der Autor dabei vor allem durch die Figur der verrückten Leihoma Mimi. Ihre Ideen und Einfälle, aus Maximilians Sicht sind sie verrückt, verhelfen der traurigen Lebenswirklichkeit des Protagonisten zu Fröhlichkeit und dem Leser zu witzigen Momenten. Allein die Vorstellung einer älteren Dame mit grauen oder gar weißen Haaren, vielleicht einer Schürze und anderen entsprechenden Bekleidungsstücken, wie man sie mit der Bezeichnung 'Oma' assoziiert, beim Wasser-Wiese-Sand-Spielen, einer Schaumparty oder Akkuschrauber schwingend hoch oben in einem selbstgebauten Baumhaus erzeugen Widersprüchlichkeiten und damit Witz.
Mimis Aktionen sind aus ihrer Sicht jedoch keineswegs witzig gemeint.
So haben ihre verrückten Taten durchaus einen ernsten Hintergrund. Schaumpartys, Baumhäuser, Picknicks, all ihre praktischen Projekte zum Thema 'Lernen durch angewandte Künste und gelebte Lebensfreude' sollen Maximilian eine neue Sicht auf die Welt ermöglichen und so öffnet sie ihm nach und nach die Augen und vor allem das Herz.
Denn dieser Entwicklungsprozess, den Maximilian und zum Teil auch seine Eltern durchmachen, steht während der gesamten Geschichte im Vordergrund, ohne aufdringlich zu wirken oder den jungen Leser zu ermüden oder zu langweilen. Dass dafür zum einen eine gesunde Portion Humor verantwortlich ist, wurde bereits erwähnt. Doch zum anderen ist es, vor allem in der zweiten Hälfte der Geschichte, eine reizvoll und aufregend konstruierte Detektivgeschichte, die junge Leser in Atem hält und für ausreichend Spannung sorgt. Dabei sind es u.a. sowohl der nächtlichen Besuch auf einem Friedhof, die Verfolgungsjagd hinunter zu dem unheimlichen Fabrikgelände am Hafen, als auch die Gefangennahme von Mimi und Maximilian und die finale und dramatische Rettungsaktion durch seine Eltern, die für den besonderen Nervenkitzel sorgen und der Geschichte die nötige Würze geben.
Neben dieser gelungenen Mischung der verschiedenen thematischen Ebenen ist es vor allem auch den authentisch und einzigartig dargestellten Figuren zu verdanken, dass die Lektüre der Geschichte nicht nur für Kinder ein Genuss ist.
Thomas Schmid gelingt mit diesem Buch ein großartiger Lesespaß, der unterhaltsam und lehrreich zugleich ist. Die ungewöhnlichen Figuren, die Verknüpfung von Ernsthaftigkeit, Spannung und Humor sowie der große Ideenreichtum, der sich sowohl auf Handlung und Figuren, als auch auf kleine Details bezieht, verleihen der Geschichte einen besonderen und reizvollen Charme.
Besonders erwähnenswert, weil wirklich bereichernd, sind die zahlreichen schwarz-weiß Zeichnungen, die verschiedene Szenen der Geschichte auf wunderbar einfache, aber doch aussagekräftige Art und Weise begleiten.
Ein kritisches, lustiges, spannendes, rührendes, liebevolles, wundervolles Buch, dass ich jedem Kind ab ca. 10 Jahren und vor allem jedem Erwachsenen empfehle!!!