Ich habe mir den Film angesehen ohne große Kenntnis darüber, wer den Film inszeniert hat. Nach 7 Minuten stand für mich fest, dass dies die schlechteste Regiearbeit sein müsse, die ich mir bisher angesehen habe und ich habe an den sagenumwobenen Uwe Boll gedacht, der ja weithin als schlechtester deutscher Regisseur versczhriehen ist und tatsächlich, ein kurzer Blick ins Internet und ich habe Gewissheit.
Wo soll man nur Anfangen und wo aufhören? Zunächst einmal das Offensichtlichste, der Hauptdarsteller. Henry Maskes sportliche Erfolge sind unbestritten aber diesmal hat er sich an einer Herausforderung versucht, bei der er kläglich in der ersten Runde K.O. gegangen ist. Die Dialoge werden hölzer vorgenuschelt, ein Charakterliches Profil will sich überhaupt nicht zeigen und der Mensch Schmeling, seine Motivation, seine Träume, Ängste. Hoffnungen und Sorgen bleibt einem völlig verborgen. Maske ist massiv überfordert. Ihn zu besetzen ist völlig unverständlich, denn man hätte vielen Schauspielern ausreichend das Boxen beibringen können um die Sportlichen Szenen glaubhaft darzustellen. Es erweckt den Eindruck, dass man hier nur mit dem Namen Maske Zuschauer Gewinnen wollte.
Die schlechte schauspielerische Leistung liegt aber nicht allein bei Maske, diese zieht sich durch viele weitere Rollen durch den Film.
Das Drehbuch ist die nächste große Schwachstelle, es ist inhaltlich nichtssagend, treibt die Charakterliche Entwicklung kaum voran und findet seine Höhepunkte in geistlosen Sätzen wie "ich geh auf die Toilette".
Die Kameraführung mit ihrer maßlos überteibenen Wackel-Handkamera, die in Hollywood leider seit einiger Zeit große Mode ist tut ihr übriges dem Film jegliche Illusion zu rauben. Einzig das Szenenbild fand ich recht ansprechend.
Nachdem ich nun also auch einen Uwe Boll gesehen habe muss ich mich der Meinung vieler anderer anschließen. Herr Boll versteht einfach seinen Beruf nicht. Es werden gröbste handwerkliche Fehler begangen, die jungen Studenten auf den Filmakademien im ersten Semester ausgetrieben werden.
Auch muss man anzweifeln, dass er selbst größeres Interesse an dem Film gehabt hat, als einen großen Boxfilm zu inszenieren. Denn es wirkt als habe er sich nie wirklich mit den Figuren auseinander gesetzt und dementsprechend auch den Schauspielern keine Anleitung liefern können.
Schuld am schlechten Einspielergebnis des Films ist dann Laut Boll aber der deutsche Zuschauer, der kein Interesse an deutscher Geschichte habe und nur noch in modischen Hollywoodschrott reinlaufe.
Die beiden größten Geschädigten bei dem ganzen Machtwerk sind für mich Maske und Schmeling. Beide verband eine große Freundschaft und Schmeling selbst wollte auch gerne in einem Film von Maske verkörpert werden. Ich glaube mit einem anderen Regisseur hätte es zumindest in so weit etwas werden können, dass es erträglich geblieben wäre.