*** Zur Story ***
Im von Nazis besetzten Norwegen leistet der junge Max Manus (Aksel Hennie) mit seinen Freunden Widerstand, um für die Freiheit seines Landes zu kämpfen. Als ihm die Nazis auf den Fersen sind, rettet er sich mit einem waghalsigen Sprung aus dem Fenster und landet im Krankenhaus. Als er von dort schließlich fliehen kann, setzt er sich nach Schottland ab, um dort eine militärische Ausbildung zu erhalten. Zurück in seiner Heimat, kämpft er mit Sabotageakten gegen die Nazis...
*** Zum Film ***
Viele Leute können auf Anhieb vielleicht nichts mit dem Namen "Max Manus" anfangen. Ich konnte mich noch dunkel aus dem Geschichtsunterricht an das nur kurz angeschnittene Thema erinnern und war gespannt, eine andere Facette des Krieges zu sehen. Die Produktion ist hier überraschend hochwertig ausgefallen und braucht sich nicht hinter Hollywood-Produktionen zu verstecken. Tolle Kameraarbeit, Ausstattung und Effekte gibt es zu bestaunen. Kein Wunder, dass der Film über den norwegischen Volksheld dort innerhalb kürzester Zeit zum erfolgreichsten Film aller Zeiten avancierte:
Fast jeder vierte Landsmann hat den Film dort im Kino gesehen.
Getragen wird der Film natürlich von Aksel Hennie, der "Max Manus" mit leicht spitzbübischem Charme verkörpert. Es gibt durchaus den ein oder anderen komischen Moment im Film, aber es überwiegt natürlich der tragische Teil, den Hennie ebenso glaubhaft meistert. Alle anderen machen ihre Sache ebenfalls gut. Hervorzuheben wären meiner Meinung nach noch Nicolai Cleve Broch, der als Gregers Gram mit den größten Sympathieträger und besten Freund Manus' darstellt, sowie Ken Duken, der als Gestapo-Offizier Siegfried Fehmer eine bedrohliche Figur abgibt.
Der Film bleibt über die gesamte Laufzeit spannend und die Inszenierung ist durchgehend straff. Oftmals werden große Zeitabschnitte übersprungen. Bestes Beispiel: die Flucht nach Schottland, die mit einer einfachen Überblendung gelöst wird. Dass die Reise sehr gefährlich war und sich fast über ein halbes Jahr erstreckte, kommt da nicht wirklich raus. Als Manus gefragt wird, wie denn die Reise war, antwortet er mit einem lockeren "Lang.". Da hätte ich mir vielleicht etwas mehr gewünscht und somit komme ich auch direkt zu meinem einzigen Minuspunkt: für mich fehlte es im Gesamten etwas an bedrohlicher Atmosphäre.
Die Nazis kamen für mich nie als gefährliche Gegner rüber. Manus ist steht's überlegen, kommt wenn's mal eng wird mit einem blauen Auge davon. Das hatte teilweise etwas von MacGyver oder James Bond. Es blieb für Manus immer irgendwie unter Kontrolle. Da hätte es ruhig mehr Realismus sein dürfen und die Nazis hätten durchaus (für Manus selbst) gefährlicher sein dürfen.
Was mir jedoch positiv aufgefallen ist: die differenzierte Darstellung der Deutschen. Sie werden nicht, wie so oft, als tumbe Ultrabösewichte dargestellt. Die Macher haben sich da angenehm zurückgehalten. Eine tolle Szene ist z.B. die Unterhaltung zwischen Manus und einem deutschen Soldaten im Zug an Weihnachten. Oder auch das finale Zusammentreffen zwischen Manus und Fehmer.
Abschließendes Fazit:
Im ganzen ein toller, unterhaltsamer Film mit einigen kleinen Schwächen. Für "Freunde" des Kriegsfilms uneingeschränkt empfehlenswert und besser als so manches, was in den letzten Jahren über den großen Teich in unsere Lichtspielhäuser geschwappt ist...
*** Zur Blu-ray ***
Fangen wir von außen an:
Die Blu-ray befindet sich in einem schick gestalteten, stabilen Steelbook.
Der FSK-Stempel ist (vielen Dank Capelight!) nur ein Sticker, der sich problemlos ablösen lässt.
Und nun zu den wichtigeren, inneren Werten:
Bild und Ton bewegen sich (wie von Capelight gewohnt) auf hohem Niveau und überzeugen auf ganzer Linie. Ich habe den Film über PS3 auf einem Panasonic FullHD-Plasma gesehen.
Von daher kann ich da natürlich nur für mich sprechen. Aber wie gesagt: das Bild ist durchgehend sehr scharf, die Farben sehen toll aus und mir sind keine Unannehmlichkeiten aufgefallen.
Der Sound ist ausgewogen abgemischt und sowohl Sprache als auch Effekte und Musik kommen gut zur Geltung. In die Originalfassung habe ich nur kurz reingehört, diese wirkte aber vielleicht
einen Tick dynamischer als die Synchronfassung. Mangels norwegischer Sprachkenntnisse habe ich mich aber für die deutsche Sprachfassung entschieden... ;-)
Neben dem Hauptfilm findet man ein ordentliches Paket Bonusmaterial auf dem Scheibchen:
- Grußwort von Tikken Manus
- Film und Realität (46 min)
- Filmdokumentation (70 min)
- Podiumsdiskussion mit Gunnar Sonsteby
- 10 entfallene Szenen
- Visuelle Effekte
- Kinotrailer
Das Bonusmaterial ist umfangreich und interessant ausgefallen. Wenn man denn möchte, erfährt man einiges über die Person Max Manus und die
Entstehung des Films. Kann ich uneingeschränkt ans Herz legen...
*** Fazit ***
Ich hoffe ich konnte zukünftigen Käufern und Zuschauern meinen Eindruck des Film vermitteln und ihn vielleicht dem ein oder anderen schmackhaft machen.
Sicherlich ist der Film kein Meisterwerk, aber interessantes, hochwertiges und vor allem unterstützenswertes Kino aus Europa.
Wer sich gerell für das Thema Krieg interessiert, der sollte den Film so oder so schauen. Freunde von Thrillern mit einem Schuß Drama können
ebenfalls einen Blick riskieren.