Kurzbeschreibung
Max Beckmann hielt sich zwischen 1935 und 1937 für mehrere Wochen im Sanatorium in Baden-Baden auf, um seine angegriffene Gesundheit zu stabilisieren. Er hatte 1933 sein Lehramt an der Frankfurter Städelschule verloren und lebte zurückgezogen in Berlin. Kurze Zeit nach seinem letzten Besuch in Baden-Baden 1937 emigrierte er mit seiner Frau nach Amsterdam.
Der Katalog zeigt die Gruppe von elf Gemälden und weiteren 26 Zeichnungen und Skizzen, die auf Max Beckmanns Aufenthalte in Baden-Baden und seine von dort aus unternommenen Spaziergänge zurückzuführen sind. Vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund und Beckmanns kritischer Lebenssituation erscheinen auch die Bildmotive aus der Kurstadt in einem neuen Licht. Die dargestellten Landschaften und Menschen reflektieren Beckmanns Befindlichkeit in der Zeit vor dem Exil; die innere Dramatik lässt sie weit mehr sein als ein Stimmungsbild der dreißiger Jahre. Flankiert werden die Motive aus Baden-Baden von weiteren Gemälden, Skulpturen und Papierarbeiten aus den dreißiger Jahren: Schlüsselbilder, in denen sich die zentralen Themen Beckmanns, die ihn zeitgleich beschäftigten, verdichten und die eine Einordnung der Baden-Badener Bilder in den Werkkontext ermöglichen.
Über den Autor
Max Beckmann, 1884 in Leipzig geboren, besuchte von 1899 bis 1903 die Weimarer Akademie. Er lebte in Paris, Genf und Florenz und ab 1907 in Berlin. 1915 zog er nach Frankfurt am Main, dort lehrte er bis 1933 an der Städel-Kunstschule. 1937 emigrierte er nach Holland und übersiedelte 1947 von dort nach New York, wo er 1950 in New York starb.Klaus Gallwitz, geb. 1930, war von 1959 bis 1967 war er Geschäftsführer des Badischen Kunstvereins in Karlsruhe und leitete von 1967 bis 1974 die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden. Er war 1966 bis 1968 Mitglied des documenta-Rates zur 4. documenta im Jahr 1968 in Kassel. 1974 wurde er zum Direktor des Städelschen Kunstinstituts in Frankfurt am Main berufen, dem er bis 1994 vorstand. Zugleich war er Honorarprofessor an der Staatliche Hochschule für Bildende Künste - Städelschule, Frankfurt am Main. Seit 1984 ist Klaus Gallwitz Sprecher der Beratergruppe für die Kunstausstellungen des Europarates, er war lange Jahre Berater der Kunstsammlung der Deutschen Bank. Seit 1995 ist Gallwitz künstlerischer Leiter des Künstlerhauses Schloss Balmoral in Bad Ems. Von 2004 bis 2006 war er Gründungsdirektor des Museums Frieder Burda und 2006 bis 2008 Gründungsdirektor des Arp-Museums in Rolandseck. Er ist seit 2009 der Kurator der Sammlung Rau. Gallwitz gilt unter anderem als internationaler Experte für Max Beckmann. Klaus Gallwitz lebt in Karlsruhe.