Der Privatagent Werner Mauss beschäftigt in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen immer mal wieder die Medien: Zuletzt 1996, als er gemeinsam mit seiner Frau Alida in Kolumbien nach einer umstrittenen Befreiungsaktion einer von Terroristen entführten Deutschen festgenommen wurde. Im Zusammenhang mit der Festnahme gelangte erstmals seit Jahrzenten wieder ein aktuelles Foto in die Öffentlichkeit - verbunden mit allerlei Vermutungen, in welche spektakulären Spionagefälle, Skandale und Affairen Werner Mauss und seine Auftraggeber verstrickt waren und sind. Grund genug für den Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust, sein erstmals 1988 erschienenes Buch zu aktualisieren und neu aufzulegen. Mit großem Werbeaufwand schon für Ende 1997 angekündigt, erschien das Buch erst Anfang 1999: man vermutet Unterlassungsklagen und gerichtliche Verfügungen gegen die Neuauflage aus Kreisen, denen das Erscheinen des Buches ein Dorn im Auge ist. Derartiges läßt das Leserinteresse natürlich noch größer werden - wo solch harte Bandagen aufgezogen werden, muß schon ein explosiver Stoff verarbeitet worden sein. Stefan Aust setzt mit seiner Reportage über den deutschen Privatagent Werner Mauss jedoch leider keine Meilensteine. Das Buch kommt oft über eine chronologische Sammlung von biographischen Ereignissen im Leben des Werner Mauss nicht hinaus. Verwicklungen von deutschen Behörden und Konzernen in illegale Ermittlungstätigkeiten werden immer mal wieder vermutet, jedoch nur dünn belegt. Fotos, die die geschilderten Ereignisse illustrieren, fehlen ganz. Alles in allem bleibt Stefan Aust mit diesem Buch weit hinter seinem Klassiker "Der Baader-Meinhof-Komplex" zurück. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)