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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unbegreiflich und doch wahr..., 8. März 2008
Unglaubliche Geschichte, primitiv gezeichnet. Doch genau so soll es sein und nicht anders. Ich habe noch nie einen packenderen Comic gelesen.
Art Spiegelman will die Geschichte eines jüdischen Opfers des NS-Regimes möglichst authentisch darstellen. Also fragt er seinen Vater, Wladek Spiegelman. Dieser erzählt ihm dann seine persönliche Geschichte.
Mehr kann ich nicht verraten.
Wüsste ich nicht, dass dies wirklich so geschehen ist, würde ich die Geschichte als "unglaublich" und "übertrieben" beschreiben.
Wladek Spiegelman geriet so oft in die Falle, in Lebensgefahr, kam ins KZ, erkrankte an Typhus, ging durch die Gaskammer... und er hatte so unglaubliches Glück(?) dass er all das irgendwie überlebt hat. Mutig und ungebrochen selbst in den finstersten Stunden.
Und am Ende steht ein komischer, alter Geizkragen mit Vorurteilen gegenüber Schwarzen, der seinem Sohn seine Leidens-Geschichte erzählt.
Und genau das wird auch durch die Zeichnungen transportiert. Vielleicht nicht einmal halb so schlimm wie es in Wahrheit war, aber trotzdem schrecklich genug.
Katzen sind Deutsche, Polen Schweine, Juden Mäuse. Sie sehen alle recht gleich aus, Gefühle interpretiert man selbst in ihre Knopfaugen hinein. Text und Zeichnungen ergeben erst zusammen das eindrucksvolle und bedrückende Gesamtbild.
Wie elendig tausende und abertausende abgemagerte Menschenleichen mit Mausegesichtern übereinander liegen. Der Leser begleitet Wladek durch all diese albtraumhaften Stationen.
Nichts wird beschönigt.
Und immer fragt man sich, wie all das denn nur so kommen konnte. Wie Menschen zu sowas im Stande waren... Und vor allem: wie man selbst reagiert hätte in den Situationen.
Naja... was soll ich noch groß sagen, außer (kaufen und) lesen!
Wie geschrieben, man kann dieses Werk einfach nicht in Worte fassen, ohne ihm einen Abbruch zu tun.
Mir hat "Maus" sehr, sehr gut gefallen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Grosse Literatur , 1. Januar 2009
Als ich das erste Mal die DDR besucht habe, wurde an der Grenze meine kleine Sammlung "Micky Maus" als kapitalistische Propaganda beschlagnahmt. Das die DDR solche Angst vor bestimmten Comics hatte, habe ich damals nicht verstanden- denn ich war jung, und habe einfach nicht gewusst, welche Macht Bilder und Worte gegen Ideologien und Weltvorstellungen richten konnte. Wenn man sich Art Spiegelmans Graphic Novel "Maus - die Geschichte eines Überlebenden" ansieht, dann kann ich heute sehr gut verstehen, welche Kraft von einem Graphic Novel/Comic; Roman ausgehen kann- denn im eigentlichen Sinne bedient sich Art Spiegelmanns sowohl verschiedener Handwerkstechniken des Comics, als auch einigen literarischen/ postmodernen Techniken des Romans.
"Maus - die Geschichte eines Überlebenden" erzählt die Geschichte von Art Spiegelman und seinem Vater Wladek als eine Rahmenhandlung, in der es um das Verhältnis von Vater und Sohn geht (sowie um die Lebenssituation der beiden) und in der Art Spiegelman seinen Vater bittet ihm seine Lebensgeschichte aus der Zeit des Holocaust zu erzählen. In einer Binnenhandlung werden dann die Erzählungen des Vaters von Art Spiegelman in Zeichnungen und Texte umgesetzt und an zwei Stellen die Texterstellung selber problematisiert. Dabei sind beide Ebenen eng miteinander verbunden, einerseits über die Mutter, die 1968 Selbstmord begangen hat und die im Leben des Vaters in beiden Zeiten und im Verhältnis zum Sohn eine Rolle gespielt hat, und über viele Photos, über Schmuck und den Verhaltensweisen des Vaters, der immer noch spart und versucht auf alles vorbereitet zu sein. Diese Verhaltensweisen des Vaters, die eng mit seinen Erfahrungen aus dieser Zeit zusammenhängen, werden beim alten Wladek Spiegelman reflektiert und manchmal in Frage gestellt, als z.B. die Vorurteile Wladek Spiegelmans gegen Schwarze deutlich werden.
Gleichzeitig erzählt Spiegelman die Geschichte seines Vaters, indem er ihn erst seine Frau kennenlernen lässt (und vorher eine Geliebte), die Geschichte vor dem Angriff der Deutschen auf Polen, seinen Vater als polnischen Soldaten und dann die Geschichte der Verfolgung, der Versuche aus dem Land zu gelangen, der Beginn der Lager, die Deportationen und dann wie die Eltern getrennt nach Auschwitz kommen.
Handwerklich zititert Spiegelman einerseits auf die rassistische Propaganda der Nazis zurück, indem er die Juden als Mäuse darstellt, ein Verweis auf die Ungezieferbezeichnungen der Nazis, und ihnen das Gesicht nimmt, indem er alle Juden das gleiche Gesicht gibt. Die unterschiedlichen Figuren sind nur an ihrer Kleidung zu erkennen und an dem was sie sagen.
Aber nicht nur den Juden wird ein Einheitsgesicht und ein Tier zugeordnet: Die Deutschen sind Katzen, die Franzosen Frösche, die Amerikaner Hunde, die Polen Schweine, die Schweden als Elche, die Roma/Sinti als Nachtfalter, die Engländer als Fische und die Russen Bären. Diese Darstellung der Polen hat dort für viele Probleme mit dem Roman gesorgt, obwohl Spiegelman mehrfach betont hat, dass diese Darstellung sich an großen Comicfiguren wie Miss Piggy anlehnt und darauf verweist, dass viele Polen sehr positiv dargestellt werden. Was er wohl unterschlägt, ist das er auch hier die Propaganda der Nazis zitiert, wie er das im Text für die Franzosen einmal klärt, indem er seiner fanzösisch Frau erklärt, warum Franzosen keine Kaninchen werden, sondern Frösche. (Kinder eines polnischen Judens mit einer Deutschen haben übrigens ein Mausgesicht mit Streifen, und wenn Wladek Spiegelmann sich verkleidet, dann setzt er eine Maske auf- entweder eine Schweine- oder eine andere Maske).
Insgesamt handelt es sich bei Art Spiegelmans Graphic Novel "Maus - Die Geschichte eines Überlebenden" um ein Porträt des Vaters und eine Familiengeschichte in Zeiten des Holocaust. Wie gelungen diese Graphic Novel ist, zeigt nicht nur die Verleihung des Pulitzer Preises, wenn auch in einer etwas seltsamen Kategorie, sondern das Unbehagen, wenn man sich langsam in diese Geschichte einliest, und dann nicht mehr von ihr lassen kann, während sich immer wieder eigene Fragen an die Geschichte anschließen, mal beantwortet werden, mal offen bleiben, wenn nach und nach immer mehr Haltungen, Positionen, Schicksale auftauchen und letztlich ein volles Panorama über diese Zeit auftaucht, und über Art Spiegelman und seinen Vater.
"Maus - Die Geschichte eines Überlebenden" ist aus vielen Gründen eine der gelungensten Werke über den Holocaust, und ich kann es immer wieder nur empfehlen. Zudem wird in dieser Graphic Novel, einem illustrierten Buch nach Definition, klar, welche Möglichkeiten dies bietet und das viel zu lange Comics und Graphic Novels der Kunstcharakter abgesprochen wurden.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ungewöhnlich, 12. Juni 2009
Maus ist der unglaublichste und ungewöhnlichste Comic der mir bisher unter die Augen gekommen ist und darf in seiner Wirkung durchaus mit Schindlers Liste oder Das Leben ist schön genannt werden. Einmal angefangen, gerät man in einen Sog, dem man sich schwerlich entziehen kann. Selbst meine Freundin, die glaube ich noch nie einen Comic gelesen hat, hat dieses Werk gut gefallen. Das es mit Preisen überhäuft wurde, verwundert mich nicht.
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