Um an die Rocking-Robot-Version von UNO zu kommen, muss erstmal die im Verhältnis riesige Kunststoffumverpackung geöffnet werden. Danach taugt sie leider nicht, um die ganzen Einzelteile gut nach dem Spielen darin zu verstauen, sondern ist nur noch für die Recycling-Mülltonne zu gebrauchen.
Der Rocking-Robot selbst erinnert vom Design her an eine wilde Mischung aus dem weiblichen Roboter EVE aus dem Pixar-Film Wall:E, Hello-Kitty und einer Küchenwaage. Die im Umfang enthaltenen UNO-Karten haben ein geändertes Design, die Karten selbst sind aber vom Spielinhalt her komplett klassisch gehalten, sprich, es gibt vier Farben und die Zahlen 0 bis 9, Aussetzen, Richtungs-Wechsel, Farbwunsch und 2+ beziehungsweise 4+ mit Farbwahl. Also keine Sonderkarten, die man sonst vielleicht von der Harry-Potter-UNO- oder Batman-Returns-UNO-Variante her kennt. Dafür sorgt der Roboter für Turbulenzen, die das Spielgeschehen auf angenehm neue Art bereichern.
Der Roboter selbst verfügt über 5 Tasten plus einem Ein-/Ausschalter. Auf der Brust sind vier davon angebracht: Gelb für Lautstärkenregelung (drei Stufen), Rot für die Sprachaufnahme (zu Spielbeginn spricht jeder Spieler seinen Namen ein), Grün für Wiederholung und Blau für den Sieger.
Die UNO-Regeln an sich werde ich in meiner Rezension nicht erklären - ich setze sie als bekannt voraus. Wie gesagt, die Neuerung ist der Roboter. Nachdem die Namen eingesprochen wurden, beginnt der Spieler, der vom Roboter genannt wird. Er legt seine erste Karte auf den Kopf des Roboters und drückt damit den auf dem Kopf befindlichen fünften Knopf (keine Sorge, den habe ich vorhin bei der Aufzählung nicht vergessen). Meist ist ein Piepsen zu hören, hin und wieder meldet sich der Roboter aber auch zu Wort. Dann fordert er einen, zwei oder alle Spieler auf, Karten zu tauschen oder aufzunehmen, sich an den Ellbogen oder ans Knie zu fassen, einem anderen Spieler einen Spitznamen zu verpassen (und ihn neu einzusprechen) oder er fordert zur Hausregel auf. Diese Hausregel kann zum Spielstart von den Teilnehmern festgelegt (aber auch übersprungen) werden. So bietet es sich vielleicht an, schnell beide Hände zu heben, aufzustehen oder sich Hasenohren mit den Fingern zu machen. Irgendein Nonsens eben, der das Spiel auflockert. Wer als letzter reagiert kassiert zwei Zusatzkarten. Der Gewinner drückt zu guter letzt den blauen Knopf und bekommt eine Fanfare und lobende Worte des Roboters.
Warum nun nur vier statt der vollen fünf Sterne? Einige Sachen stören mich an der ansonsten doch recht reizvollen neuen UNO-Variante: Die Soundausgabe ist erstaunlich schwachbrüstig und scheppernd. Auf voller Stufe mag man dem Roboter gar nicht lauschen, in der niedrigsten Stufe ist er kaum zu verstehen. Auch missfällt mir, dass nur eine recht schlichte dünne Pappbox für die Karten, jedoch keine Aufbewahrungsmöglichkeit für den Roboter oder - im Idealfall - das komplette Spiel im Lieferumfang enthalten ist. So befürchte ich, dass die Einzelteile schnell zwischen Spiel-Schrank und Kinderzimmer verteilt werden und erst wieder zusammengesucht werden müssen. Auch finde ich das Preis-Leistungsverhältnis für nicht ganz angemessen. Die Verarbeitung und die Soundausgabe des Roboters könnte besser sein, die Umverpackung umweltfreundlicher. UNO hat eine Empfehlung ab sieben Jahren, mein Sohn spielt aber schon seit er vier Jahre alt ist (und gewinnt erschreckend oft - so auch heute!)
Fazit: Für UNO-Fans eine hochpreisige aber interessante Spiel-Variante. Vom Herstellerseite durchaus noch verbesserungswürdig.