Zeit ist eine Eigenschaft der Natur, die verhindert, dass alle Dinge gleichzeitig geschehen. In letzter Zeit scheint das nicht mehr zu klappen." Mit solchen Sprüchen würzt Jim Baggott sein amüsantes Buch Matrix oder wie wirklich ist die Wirklichkeit" (rororo science). Vom Geld über Zitronen bis zu spukhaften Fernwirkungen, er entwirft ein Kaleidoskop unserer Welt, bei dem auch Neo verunsichert wäre. Nein, wir können uns wirklich auf nichts verlassen, das wir zu sehen glauben. Und darüber wissen können wir gleich gar nichts. Das Interessante daran ist aber, dass wir bei weitem nicht die ersten sind, die sich solche Fragen stellen (mussten). Kenntnisreich plaudert Baggott über Philosophen, Physiker, Wirtschaftswissenschaftler, Autoren, Psychologen, die nicht nur Ihre Zweifel an der Realität hatten sondern uns gute Gründe nennen, eher an Gedankenexperimente als an die eigene Existenz zu glauben. Und er zitiert nicht nur Anekdoten und lustige Aphorismen, sondern verweist auch immer wieder auf Filmszenen, die wir in diesem Licht noch nicht gesehen haben. Ein kurzweilig Lesen, nicht für die Vollständigkeit und den letzten Stand der Forschung, sondern zur Unterhaltung und der verblüffenden Erkenntnis, dass sich viele (alle ?) Wissenschaften die Frage stellen, wie verlässlich ihre Forschungsgegenstände sind oder ob es sich um eine gigantische Täuschung handelt. Wir können uns nicht sicher sein, aber müssen wir das auch unbedingt? Vielleicht ist unser Leben ja auch ein Traum. Und es wäre interessant, wer ihn träumt und ob der Träumer wohl Spaß dabei hat."