Aus der Amazon.de-Redaktion
Dieses 130-minütige Finale, das genau dort beginnt, wo Matrix: Reloaded endete, zeigt Neo (Keanu Reeves) an einem virtuellen Knotenpunkt, wo er die belagerte Menschenenklave Zion verteidigt, indem er die angreifenden Maschinen in deren eigenem Revier attackiert, während die Menschen Schwärme von tentakelbewehrten Wächtern bekämpfen und Zions Schicksal auf der Kippe steht. Es läuft alles auf ein riesiges Spezialeffekt-Gewitter hinaus, in dem nur die hohlsten Emotionen übrig bleiben und alles derart voller metaphysischem Unsinn steckt, dass die Kritiker der Trilogie sich an ihrem "Ich-habs-Dir-doch-gesagt"-Sarkasmus erfreuen können. Dennoch ist Matrix Revolutions ein gelungener und faszinierender Hybrid aus Kino und Videospiel, der seiner eigenen Logik folgt und so viel Antrieb besitzt, dass einem die ganze Trilogie wie ein spannender und großartiger Traum erscheint. --Jeff Shannon
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Bild: Die Farbwiedergabe ist außerordentlich sauber und bildet zu keiner Zeit Säume zu benachbarten Farbfeldern. Der hoch gepegelte Kontrast zeigt auch feine und sehr feine Farbschattierungen sauber voneinander unterscheidbar an. Nicht einmal kleine Kontrollämpchen an Schaltbrettern fransen aus. Nicht so beeindruckend ist die Tatsache, dass auf einem nagelneuen, von Alterseinflüssen unbeschadeter Film beim Transfer auf DVD ein deutlich sichtbares Hintergrundrauschen entwickeln kann. Hier muss man fast schon mutwillig eingegriffen haben. Wenn man sich hier Beispiele von 20 Jahre alten Filmen von Independent-Anbietern, die teils von NTSC-Betas gemastert werden, zum Vergleich heranzieht, dann kann man bei einem der größten Filmanbieter dieses Planeten eigentlich nur den Kopf schütteln. Auch die Schärfewirkung ist in der Darstellung feiner Kanten in Gesichtern oder Gegenständen noch gut, aber angesichts des zur Verfügung stehenden Quellmaterials, nicht zufrieden stellend.
Ton: Zu einem solch teuren Actionreißer gehört sich eine fulminante Effektmischung, die aus allen Rohren, bzw. Kanälen kommt. Und so kommt es auch: Hauptsächlich fliegen Bullets dem geneigten Zuhörer um die Ohren, wohl die Chance gebend, zwischen linkem und rechten Einschlag mit dem Kopfe auszuweichen. Ein für diese Klasse üblicher Punch, also die mark erschütternde Durchschlagskraft, die dem Subwoofer den Schweiß auf die Stirn treibt, stellt sich erst bei Lautstärken ein, in der auch die Hochtöner längst übliche Klirrgrade überschreiten. Ergo: Wo ist das Erdbeben bei 01.04.50, die Pegelgleichheit, die wir beispielsweise beim Erstling der Trilogie erleben durften? Zurückhaltung ist sicher eine Tugend. Aber hier? Die deutschen Stimmen klingen im wechselseitigen Vergleich mit der englischen Originalfassung auch höhenärmer, was der Verständlichkeit aber nur subjektiv zu einem Nachteil gereicht. Alle Dialoge sind stets verständlich und wandern auch mit der Kameraeinstellung mit, wenn gewünscht. Und derlei Wünsche gibt es hier zuhauf. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Unmittelbar setzt 'Revolutions' an 'Reloaded' an, ist großes Finale all dessen, was man im zweiten Teil an Spannung aufgebaut, an Fragen gestellt und an Handlungsfäden in Position gebracht hat. Doch nicht nur inhaltlich liegt der Schatten des Vorgängers auf den Bildern des neuen Films: Obwohl 'Reloaded' mit 4,7 Mio. Besuchern allein in Deutschland (und einem weltweiten Einspiel von etwa 740 Mio. Dollar) alles andere als eine Enttäuschung war, ist der Ruf der Unfehlbarkeit und Originalität, den sich die Wachowski-Brüder mit dem furiosen Auftakt der Trilogie vor vier Jahren erworben haben, dahin: War 'Matrix' ein frischer Wind in einem ausgereizt scheinenden Genre, erwies sich das aufgemotzte Sequel vor einem halben Jahr als schwerfälliges, bedeutungsschwangeres und selbstgefälliges Update, das erst in der zweiten Hälfte richtig Fahrt aufnahm. 'Revolutions' ist nun noch sakraler, ernster und eindeutig konventioneller ausgefallen, nimmt sich noch wichtiger, ist Götterdämmerung und Actionoverkill in einem.
Je mehr Antworten der Film auf all die drängenden Fragen gibt, desto mehr blättert der Lack ab, desto mehr wird bewusst, dass das Genie von 'Matrix' vor allem darin lag, wie Lösungen verweigert und Geheimnisse aufgebaut wurden. Gleichzeitig lasten die Wachowskis ihren Figuren so viel Endzeit-Message auf die Schultern, dass sämtliche Lebendigkeit aus ihnen gewichen zu sein scheint. Dankbar sind die Rollen nicht, die die Darsteller da mit starren, stets unendliche Entschlossenheit ausdrückenden Gesichtern verkörpern müssen: Aus der einstmals idealen Identifikationsfigur Neo, mit der man die Mysterien der Matrix entdecken durfte, ist ein farbloser Hohepriester geworden, der sich wie eine Schachfigur auf dem Brett seiner Bestimmung entgegen bewegt.
Bei allen deutlich erkennbaren Schwächen ist aber genau dieses Brett, die Spielfläche der große Stolz von 'Revolutions': Wie die Vorgänger sieht auch der Abschluss der Saga Atem beraubend aus, wurde die Action mit unfassbarem logistischen Aufwand auf die Leinwand gebannt. Wenn nach etwa 60 Minuten die große Schlacht um Zion, der Zuflucht der letzten nicht versklavten Menschen, beginnt und sich die Sentinels unablässig durch die durchbrochenen Wände ergießen, ist die umständliche Exposition der Geschichte endgültig Makulatur: Jetzt geht es ans Eingemachte. Während sich die Menschen mit mit Feuerwaffen ausgestatteten Robotern gegen die unausweichliche Niederlage stemmen, machen sich ein geblendeter Neo und seine Liebe Trinity auf in Richtung Maschinenstadt, um dort unter Einsatz ihres Lebens einen Frieden herbei zu führen. Eine wichtige Rolle kommt dabei dem sich munter weiter replizierenden Agent Smith zu, der sich als 'negativer Zwilling' Neos entpuppt. So ist es kein Zufall, dass die allerletzte Auseinandersetzung zwischen Neo und Smith stattfindet - ein Duell von metaphysischen Ausmaßen, das aussieht, als habe man einen Kung-Fu-Kampf mit dem Showdown von 'Hulk' gekreuzt.
An Schauwerten fährt 'Matrix Revolutions' wirklich alles auf, was man sich in Hollywood für Geld kaufen kann. An purer apokalyptischer Kakophonie ist der Film nicht zu überbieten. Wenn Fans vom Finale dennoch nicht restlos überzeugt sein sollten, dann könnte es daran liegen, dass die Klammer zwischen ihrer hohen Erwartungshaltung und der Banalität der von den Wachowskis gegebenen Antworten zu weit auseinander klafft. ts.