Den Männern wird ein Spiegel vorgehalten, indem eine Welt vorgeführt wird, in der Männer auf eine (dazu schrecklich entwürdigende Weise) unterdrückt werden. Als Rechtfertigung dient eine Ideologie, die gar nicht stimmt. Das hätte ein brisantes Buch werden können, aber das Ergebnis macht nur müde. Das meiste wirkt an den Haaren herbeigezogen, da geht nicht nur der aktuelle Bezug verloren, sondern auch das Lese-Interesse. Die fiktive Welt von Isis überzeugt nicht wirklich. Die Sentimentalität der Handlung macht neben der Überzeichnung der vorgeführten Welt das Weiterlesen zu einer mühevollen Arbeit. Da wurde zu viel Holzhammer eingesetzt. Dazu bleibt die Charakterisierung der wichtigen Figuren auf der Strecke, die meisten (z.B. Miranda) erfüllen nur ihre Rolle. Persönlich halte ich dieses Buch für eines der schwächsten Bücher, die MBZ jemals geschrieben hat. Eigentlich schade, denn die Grundidee, den Geschlechterkampf ins Gegenteil zu verkehren, ist reizvoll. Einiges ist auch gelungen (deshalb 1 Stern), so z.B. die Charakteristik des Ehepaares, das Isis zu Forschungszwecken besucht. (So ist Wissenschaftler Dal ein verkappter Macho und Cendri, die als seine Ehefrau ihre wissenschaftliche Arbeit zurückgestellt hat und trotzdem fest überzeugt ist, in welch fortschrittlicher Welt sie lebt, beginnt sich durch ihre Erlebnisse auf Isis tatsächlich zu emanzipieren.) Aber das ist eben zu wenig.