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Dr. Heide Göttner-Abendroth ist es gelungen, dieses äußerst wissenschaftliche Thema mit Witz und Esprit darzustellen, damit es auch für NeueinsteigerInnen nie langweilig wird. Oftmals mußte ich lautschallend lachen. Dabei benennt sie ihre eigene Interpretation klar in jeder Disposition. Gleichzeitig zitiert sie ihre KritikerInnen und begründet ihre eigenen Schlußfolgerungen. Es ist sicherlich kein Fehler, wenn dieser Stil als Maßstab von Fachbüchern herangezogen wird.
Mutig finde ich, daß Göttner-Abendroth die beschriebene Kulturstufe als "Matriarchat" benennt und nicht eine unklare, neue Worterfindung. Durch ihre offentsichtlich umfangreiche Forschungsarbeit ist sie in der Lage, eine klare Definition davon zu geben, was ein "Matriarchat" ist und welche Kriterien vorliegen müssen.
Bei vielen Wissenschaftlern/Innen oder ForscherInnen findet man/frau Formulierungen wie "wir gehen davon aus, daß..." (wer ist "wir"?) oder "man ist zu der Überzeugung gekommen, daß..." (wer ist "man"?) oder "es gilt als erwiesen, daß...". Solche Formulierungen sollen die LeserInnen glauben machen, es sei wissenschaftlich erwiesen und keinesfalls unstrittig. Es ist jedoch lediglich die eigene Meinung bzw.Schlußfolgerung des/der jeweiligen Autors/Autorin. Wenn noch dazu keine oder nur ungenaue Quellen angegeben werden, haben die LeserInnen keine Möglichkeit, die Thesen auf Stichhaltigkeit zu überprüfen.
Dieser undifferenzierte Schreibstil fällt mir erst auf, seit ich angefangen habe, Göttner-Abendroth zu lesen. Es ist eine ausgesprochene Wohltat, wie leicht hier die Quellen zu finden sind. Viele habe ich im Originalkontext nachgeprüft, z.B. Bachofen "Das Mutterrecht", Fester, König, Jonas, Jonas "Weib und Macht. Fünf Millionenjahre Urgeschichte der Frau", Gerda Weiler "Der enteignete Mythos", Sir Galahad "Mütter und Amazonen" usw. usw.
Jede/r kann sich selbst ein Bild davon machen. Meine persönliche Meinung ist: die Logik von Göttner-Abendroth besticht.
Fazit: trotz wissenschaftlicher Arbeit über ein ungeliebtes Thema ist dieses Buch erfrischend und spannend.
Nach dieser Lektüre verstehe ich auch endlich warum ^^
Heide Göttner-Abendroht gibt Auszugsweise Textstellen wieder von AutorInnen, welche sich (angeblich) mit diesem Thema beschäftigt hat und dann nimmt sie es auseinander und beschreibt, wie es eigentlich wirklich war.
Dabei kommen schon teilweise skurile Sachen zusammen, wo frau sich fragt, wie konnte man das nur glauben.
Jedoch nimmt sie nicht nur totale Pros oder Contrastellungen des Matriarchats unter die Lupe, sondern auch Bücher, welche zwar das Matriarchat beschreiben, aber es durch einen patriarchalischen Auge sehen und Teile davon schlichtweg vergessen, und zwar die Rolle der Frau. Denn viele sehen ja nur gerne die Rolle des Mannes und keine andere.
Dadurch bekommen die LeserInnen ein Werkzeug in die Hand um in Zukunft besser darauf zu achten, wie sie mit den Texten solcher Themen umgehen können um die Wahrheit dahinter zu erkennen. Und dabei liest es sich manchmal genauso spannend wie ein Kriminalroman, da man immer wieder gespannnt ist, was als nächstes kommt.
Fazit: Natürlich kann man auf den knapp 200 Seiten nicht die ganze Geschichte der Matriarchatsforschung auseinandernehmen, dass würde mehr als nur den Rahmen sprengen, aber es ist ein verdammt guter Ansatz hier zu finden, mit denen man persönlich gut arbeiten kann.
Und das Buch macht Lust auf die nachfolgenden Bändern, die sie geschrieben hat.
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