Die hübsche Audrey Tatou bekannt aus der erfolgreichen Romanze „Eine fabelhafte Welt der Amelie“ (orig. „La fabuleux destin d’Amélie Poulain“) zusammen mit Jodie Foster (Panic Room), Gaspard Ulliel ('Strayed') und Dominique Pinon (Alien: Die Wiedergeburt) spielt eine junge Frau (Mathilde) die ihren Freund im 1. Weltkrieg verliert und sich trotz geringen Chancen auf Erfolg, auf die Suche nach ihm begibt. Von Star Regisseur Jean-Pierre Jeunet der schon damals bewies den Spagat zwischen special effects und Filminhalt zu beherrschen und auch in seinem neuesten Werk „Eine große Liebe“ diesem wieder gerecht wird, die Erwartungen waren jedenfalls hoch.
Wer „Eine fabelhafte Welt der Amelie“ gesehen hat wird sich schnell wieder in das typische Muster einfinden: Gesprochene Gedanken, Witz, Charme aber auch teilweise brutale Szenen ziehen den Zuschauer von Beginn an in die Zeit des 1. Weltkriegs, was der Zuschauer aber nur oberflächlich mitbekommt, denn schnell wird man in die Handlungsstränge einiger Personen mitgenommen, springt in die Vergangenheit von Person zu Person und Mathilde erzählt dazu. Typisch französische Kurzfilme die durch ihre teils komische Erzählweise zum schmunzeln anregen, klären schnell auf und es geht wieder zurück in die Gegenwart, so funktioniert der ganze Film, wir bekommen viele verwirrende Handlungsstränge gezeigt, die sich teils immer wieder durch die Vergangenheit ziehen und uns somit den Hauptstrang des Films erzählen - die Suche nach Mathildes großer Liebe. In der ersten halben Stunde des Films befinden wir uns zwar noch immer in der Einleitung, die dann aber fast unbemerkt zum Hauptteil übergeht und uns ab dann schon so fest in den Bann gezogen hat, dass wir begeistert von der schauspielerischen Leistung Tatous mit offenem Mund mitfiebern und rätseln ob Mathilde ihr Ziel erreicht, auf ihrer Reise akribisch jeder Spur nachgehend, die Hoffnung nicht aufgebend bis sie zu einem Ergebnis kommt.
Der Regisseur versteht es Gefühle visuell auszudrücken, so sind die Farben trist und grau oder bernstein rot je nach Ort und Stimmung, insgesamt aber in typisch altmodisch, französischem Stil. Die Kulisse atemberaubend inszeniert und aufwendig. Dazu die typisch französische Musik mal schnell und gefährlich, mal langsam traurig oder taktvoll fröhlich, die Mischung scheint perfekt, die Geschichte so wunderschön erzählt und der Ausgang bis zum Schluss offen. Ob Mathilde ihren Freund findet solltet ihr aber selber herausfinden in diesem von Gefühlen hin und her gerissenem französischen Liebesfilm.
Die technische Seite der DVD ist einwandfrei, sie kommt in DD 5.1 zweisprachig (Deutsch und Französisch) daher und hat ein astreines Bild. Jede Menge Extras: Unter Anderem ein Making Of, Audiokommentare zum Film, Trailer und nicht verwendete Szenen sind auf der zweiten Scheibe zu finden.
Für mich einer der mitreißendsten Filme überhaupt, nicht zuletzt wegen der absolut überzeugenden Hauptdarstellerin, die nicht nur hübsch, sondern vor allem schauspielerisch perfekt in dieser Rolle besetzt ist und mich voll und ganz überzeugt hat. Eine Geschichte die mich von Anfang an faszinierte und mal wieder bewiesen hat, dass die Franzosen mit ihrer gefühlvollen Art Geschichten zu erzählen die ganze Filmwelt verzaubern können und hiermit ebenso klarstellen, dass sie die technischen Finessen längst beherrschen. Wer Amelie mochte, wird an diesem Film nicht vorbeikommen. Inhaltlich grenzt sich der Film zwar deutlich von der fabelhaften Welt der Amelie ab, man erkennt aber viele Ähnlichkeiten, auch wenn der Autor es diesmal geschafft hat, den Inhalt von der künstlerischen Seite des Films deutlich abzuheben, was mir persönlich diesmal besser gefallen hat. Ein Film, den man sich gerne zweimal ansieht.