Ich habe die letzten Wochen folgende Bücher in gegebener Reihenfolge
gelesen: "Die Vermessung der Welt", "Zahl, Zeit, Zufall. Alles Erfindung?",
"Mathematik für Sonntagmorgen".
Während "Vermessung der Welt" die gemeinsame Geschichte von Gauß und
Humboldt erzählt, versuchen die anderen beiden auf verschiedenen Wegen
das Interesse für die Mathematik im Allgemeinen zu wecken. Daher ist ein
Vergleich eher nur mit "Zahl, Zeit, Zufall" zulässig. In diesem
Vergleich schneidet allerdings dieses Buch deutlich besser aus.
Die Bandbreite und der Tiefgang von "Mathematik für Sonntagmorgen" ist
meinem Gefühl nach größer. Es werden 50 Kurzgeschichten auf prägnante
und spannende Art und Weise erzählt. Zum Teil wird auf vergangene
Beiträge zurückgegriffen und offene Fragen erneut erörtert. Es ist dem
Autor bei mir gelungen einen Eindruck zu vermitteln, welche Leistungen
herausragende Mathematiker geleistet haben und warum die Antwort (der
Beweis) auf scheinbar unscheinbare und nicht-weltbewegende Fragen
dennoch für die Mathematik(er) von fundamentaler Bedeutung sind.
Ich bin studierter Informatiker und studiere auch Mathematik und ich
habe dieses Buch mit Genuss gelesen. Es gelingt dem Autor einige
Kernpunkte von wichtigen Theoremen resp. Beweisen ohne mathematische
Formulierungen in ein Bild zu fassen. Einziges Problem: wenn man ohne
Disziplin nach einer der 50 Kurzgeschichten immer nur "eine" Nächste
liest, kann das den Schlaf signifikant verkürzen...
Fazit: will man ein Buch, welches die Welt der Mathematik
überblicksweise durch Fallbeispiele skizziert, empfehle ich "Mathematik
für Sonntagmorgen".