Volker Michels Materialienband zu Hermann Hesses Großstadtroman "Der Steppenwolf" vereinigt biografische Hintergrundinformationen über Hesse zur Zeit der Entstehung des Romans in den zwanziger Jahren, Texte von Hesse mit direktem oder verwandtem Bezug zum "Steppenwolf", sowie eine Auswahl von Texten der Literaturkritik. Besonders die Briefe Hesses während der Entstehungszeit belegen den autobiografischen Gehalt des Romans, der das Bekenntnis einer existentiellen Lebenskrise und der Suche nach deren Überwindung durch den Weg der Selbsterkenntnis darstellt. Besonders die Krisis-Gedichte, welche die Hauptthemen und Motive des Romans wie Einsamkeit, Fremdheit, innere Zerissenheit, Liebessehnsucht, Rausch und inneren Verwandlung vorzeichnen, sind eine schonungslose Selbstoffenbarung des Autors und bilden im Grunde den lyrischen Gegenpol zum Roman. Die Auswahl an kritischen Texten gibt einen Einblick in die konträre Diskussion bei seinem Erscheinen, in die Rolle von Drogen, die die Rezeption des Romans während der Zeit der amerikanischen Jugendbewegung Ende der sechziger Jahre bestimmt hatte, und stellt einige zentrale Aufsätze der literaturwissenschaftlichen Diskussion zur Verfügung. Insgesamt bietet der Band genügend Material für die Diskussion über den "Steppenwolf", einem sprachlich durchkomponierten Meisterwerk, dessen Vielfalt der biografischen und kulturgeschichtlichen Bezüge erst durch ergänzendes Begleitmaterial zugänglich gemacht werden kann. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)