Melancholisch verpackter Rock, sehr atmosphärisch, sehr kompetent veranstaltet, fein säuberlich produziert und obendrein noch in ein stilvolles Artwork verpackt: all diese Vorzüge begleiten den Weg des aktuellen NOVEMBRE Werkes - dem ersten seit fünf Jahren übrigens - als es sich in die Scheide meines Players zwängt. Was folgt wird den just geernteten Vorschußlorbeeren jedoch leider nur bedingt gerecht. Sehr seicht tönt die Chose des italienischen Trios, immer leicht melancholisch, ab und dann mit notwendigem - jedoch selten zwingendem - Hitpotential der Vallo'schen Marke versehen, über weite Strecken aber wohl zu austauschbar.
Instrumental ist ohne Frage, der ein oder andere wirklich interessante Momente, wie das mit poppigen Akustikgitarren übersäte Reason", zu entdecken, so richtig zünden will aber, trotz schön schwermütiger Melodien und durchwegs kompaktem Songwriting keine Nummer. Von einstigen Death Metal Roots ist 2006 weit und breit keine Spur, vielmehr fallen mir beim Einverleib des Gesamtkunstwerkes ANATHEMA, ruhige OPETH oder auch KATATONIA und COLDPLAY ein, die große Klasse dieser begnadeten Bands können NOVEMBRE mit ihren düster melancholischen Prog Rock Songs aber leider viel zu selten ankratzen.
Materia" ist ein gutes, über weite Strecken jedoch relativ höhepunktsloses Album, einer sehr kompetent und niveauvollen Band, das eigentlich nur daran kränkelt, dass es eigentlich irgendwie schön langweilig, aber dennoch trotzdem irgendwie schön ist... irgendwie sozusagenJ
OPETH Fans und Freunde der Wesen aus deren Dunstkreis sollen aber ruhig mal reinhören.