Inhaltsangabe des deutschen Verlags:
Der erste Band der neuen internationalen Erfolgsserie 'Cassia & Ky'.
Das System sagt, wen du lieben sollst ' aber was sagt dein Herz?
Stell dir vor, du lebst in einer Welt, die ein absolut sicheres Leben garantiert. Doch dafür musst du dich den Gesetzen des Systems beugen: den Menschen lieben, der für dich bestimmt wird. Was würdest du tun? Für die wahre Liebe dein Leben riskieren?
Für die 17-jährige Cassia ist heute der wichtigste Tag ihres Leben: Sie erfährt, wen sie mit 21 heiraten wird. Doch das Ergebnis überrascht alle: Xander, Cassias bester Freund, ist als ihr Partner vom System ausgewählt worden. Als jedoch, offenbar wegen eines technischen Defekts, das Bild eines anderen Jungen auf dem feierlich überreichten Microchip auftaucht, wird Cassia misstrauisch. Kann das System wirklich entscheiden, wen sie lieben soll?
»Als ich 'Cassia & Ky' gelesen habe, spürte ich dieselbe Begeisterung wie bei den 'Biss-Romanen'.« Jodi Reamer, die Entdeckerin von Stephenie Meyer.
Zum Buch:
Cassia lebt in Oria, einer der inneren Provinzen der Gesellschaft. Ihr 17. Geburtstag ist für sie der wichtigste Tag ihres Lebens, doch nicht etwa wegen ihres Geburtstages, sondern weil an diesem Tag auch ihr Matching-Bankett stattfinden wird, das große gesellschaftliche Ereignis, bei dem die 17-Jährigen erfahren werden, wen sie mit 21 heiraten werden, wer ihr Match ist. Denn die Gesellschaft schreibt vor, wen ihre Bürger lieben dürfen, damit möglichst gesunde Kinder in einer möglichst glücklichen Ehe gezeugt werden.
So ist es auch normalerweise so, dass das eigene Match nicht aus der selben Provinz, geschweige denn der selben Stadt kommt wie man selbst und so ist die Überraschung umso größer, als Cassia erfährt, dass ihr Match nicht nur aus ihrer Provinz kommt, sondern sie mit Xander, ihrem besten Freund seit Kindertagen gematched wird. Doch Cassias Glück bekommt bald erste Risse, als auf dem Datenchip, der Informationen über Xander enthalten sollte, auf einmal das Gesicht eines ganz anderen Jungen auftaucht. Kys Gesicht.
Ein Fehler? Cassia, die zuvor nie daran gezweifelt hat, dass die Gesellschaft alles fehlerfrei und zu ihrem Besten für sie regeln würde, beginnt zu zweifeln. Und schon bald tun sich immer mehr Abgründe in der Perfektion der Gesellschaft auf, die sie zuvor, wie (fast) alle anderen, einfach nicht sehen wollte.
Als würdiger Nachfolger der "Hunger Games" Trilogie (dt. Tribute von Panem) von Suzanne Collins wurde "Matched" schon vor Monaten nicht nur in den USA sondern auch im Ausland fleißig beworben. Ich habe mich allerdings etwas geziert, war mir nicht sicher, ob es sich nicht doch um eine hauptsächlich kitschige Geschichte handelt, in der die düstere Zukunftsvision eines ganz auf Statistiken basierenden Gesellschaft nur den passenden Hintergrund liefert.
Zu Weihnachten gab es dann das Buch und ich habe festgestellt: Ich habe falsch gedacht! Zum Glück. Natürlich, es geht um Liebe, denn die ist ja überhaupt erst Schuld an Cassias Dilemma, aber es ist nicht so wie ich befürchtet habe, sondern viel mehr so, dass die Liebe in dieser Geschichte das ist, was es überhaupt erst möglich macht den dystopischen Aspekt der Gesellschaft zu entdecken. Und zwar nicht nur die Liebe zwischen Cassia und Xander oder Cassia und Ky sondern auch die Liebe zwischen Freunden, zwischen Geschwistern, zwischen Eltern und ihren Kindern, eben alle Arten von Liebe, so dass das Buch alles andere als kitschig ist.
Das Buch ist ein wenig langsam, das stimmt, im Vergleich zu den Büchern von Suzanne Collins legt Ally Condie hier ein echtes Schneckentempo an den Tag, aber ich fand, das ist gut so. Denn wo Katniss schon allein durch ihre Lebensverhältnisse und ihren Charakter und die offene Zurschaustellung von Gewalt eine mehr als nur kritische Haltung gegenüber ihrer Gesellschaft hat, hat Cassia bisher ein glückliches, in dem ihr bekannten Rahmen ja sogar nahezu perfektes Leben hinter sich und ist auch vom Charakter her nicht der Typ Mensch, der sich direkt Hals über Kopf in einer scheinbaren Kamikaze-Aktion gegen das System auflehnt. Ich finde, sie braucht die Zeit, die Condie ihr im ersten Band dieser Trilogie gegeben hat, um sich zu einer Person zu entwickeln, die sich für den Leser glaubhaft gegen die Gesellschaft wehren kann.
Fazit:
"Matched" ist kein actiongeladenes Science-Fiction-Spektakel, dafür ist das Buch zu langsam, die Spannung baut sich zu spät erst auf. Es ist viel mehr die Einführung in ein durchaus kompliziertes Gesellschaftssystem, eine Welt voller faszinierender und gut konzipierter Charaktere und eine Geschichte, die verspricht hochgradig spannend zu werden.
Ich denke, jedem, der etwas für Romane, die sich mit Dystopien auseinandersetzten, übrig hat und sich nicht daran stört, dass es keine großen Kampfszenen o.ä. in dem Buch gibt, dafür aber durchaus tiefer gehende Gedankengänge und natürlich eine gute Prise Romantik, der wird seinen Spaß an "Matched" oder der am 28.1.11 erscheinenden deutschen Übersetzung "Die Auswahl" haben.