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Ivar Kreuger's brennendes Imperium, 11. Februar 2012
Frank Partnoy, der Autor früher veröffentlichter Bücher wie "F.I.A.S.C.O." und "Infectious Greed", hat sechs Jahre voller Fleißarbeit damit verbracht, Dokumente über Ivar Kreuger's Zündholz-Firmenimperium zu sichten und aus seinen Erkenntnissen dieses packende Buch zu schreiben. Nachdem ich einmal mit dem Lesen angefangen hatte, konnte ich das Buch ein ganzes Wochenende lang nicht mehr aus der Hand legen.
Ivar Kreuger war ein schwedischer Ingenieur, der aus einer Familie stammte, der eine Zündholzfirma gehörte. Kreuger war in seinen früheren 20-iger Jahren des 20. Jahrhunderts sehr erfolgreich und baute mit Krediten einer schwedischen Bank eine florierende Baufirma ("Kreuger & Toll") auf, die Renommiergroßprojekte durchzog. Später begann er damit, schwedische Zündholz-Firmen zusammenzukaufen und zu einem Monopol-Unternehmen zusammenzuschmieden. Kreuger betrieb vertikale Integration, indem er auch Zulieferer wie Chemikalienbetriebe und Holzlieferanten aufkaufte und in seine Firmenstruktur integrierte. Als die schwedischen Banken seine zur Firmenübernahme notwendige Kreditlinie nicht mehr ausweiten wollten, ging Kreuger nach Amerika und konnte am dortigen Markt Anleihen platzieren, die reißenden Absatz fanden. Er hatte nämlich den Plan, europäischen Regierungen, die im Nachkriegseuropa große Probleme hatten, zu relativ niedrigen Zinssätzen Geld aufzutreiben, günstige Kredite einzuräumen und das Geld für diese Kredite bei amerikanischen Investoren durch Platzierung von Anleihen einzusammeln. Im Gegenzug sollte Kreuger von den Regierungen Monopole auf seine Zündhölzer erhalten. Nach den Bonds ging Kreuger mit den Aktien seiner schwedischen Firmen an die amerikanische Börse (an die Curb - einer Art "Over the Counter"-Börse) und konnte sie nach einigen Jahren auch an der NYSE listen lassen. Partnoy's Buch zeigt aber deutlich, dass Kreuger bei seinen Finanzierungen einerseits auf immer neue Finanzprodukte, z.B. Convertible Bonds oder Vorzugsaktien ohne Stimmrecht angewiesen war, die er entwickelte, und andererseits auf immer neue Deals mit Regierungen, die ihm nicht immer wohl gesonnen waren. In zahlreichen Ländern gab es Anti-Monopolgesetze. Außerdem schaffte Kreuger von Anfang an Millionenbeträge über Umwege nach Lichtenstein, wo er eine Art Briefkastenfirma unterhielt. Diese Ausplünderung seiner Holding-Gesellschaft ging so lange gut wie Kreuger durch mehrere Kapitalerhöhungen immer neue Vorzugsaktien am Markt platzieren konnte. Mit dem Crash des Jahres 1929 endete diese Möglichkeit und Kreuger begann damit, angebliche Regierungsverträge durch Fälschungen zu belegen und sogar Schatzbriefe der italienischen Regierung zu fälschen, die bilanzielle Defizite seiner Holding-Firma verdecken sollten. Er schob Vermögensposten von einer seiner Firma zur nächsten, um die Bilanzen zu frisieren. Partnoy beschreibt auch, wie Kreuger Angestellte seiner eigenen Firma sowie von Banken und Wirtschaftprüfungsfirmen belogen und für seine Zwecke gefügig gemacht hatte. Er benutzte außerdem Strohmänner, die er teilweise aus dem kriminellen Milieu rekrutierte, als Geschäftsführer für seine über 200 Subunternehmen, die er jedoch alle selbst kontrollierte. Das Buch zeigt sehr deutlich, dass Ivar Kreuger zwar anscheinend zu Beginn seiner Laufbahn ein noch einigermaßen seriöser Geschäftsmann gewesen sein könnte, aber später nur noch durch ein Art Ponzi-Schema sein Firmen-Konglomerat vom Zusammenbruch abhalten konnte. Die Firmenstruktur war so verzweigt, dass außer Ivar Kreuger selbst niemand durchblickte oder gar in der Lage gewesen wäre, eine konsolidierte Unternehmensbilanz zu erstellen (wenn wir z.B. heute "GE" oder andere Holdinggesellschaften ansehen, ist dies doch auch nicht anders). Obwohl es Finanziers gab, die ihm misstrauten, genoss er jahrelang ein sehr hohes Ansehen, galt zeitweise als der drittreichste Mann der Welt und war ein Medien-Star sowie in den höchsten Kreisen gern gesehener Gast. Kreuger, ein Liebhaber sehr junger Frauen, war auch der Initiator von Greta Gustafsons Karriere - später nannte sie sich Greta Garbo.
Ich bin der Ansicht, dass das Buch ein sehr brauchbarer Lesestoff für jene Menschen sein könnte, die sich gerne als "Investoren" sehen möchten. Hier wird am Beispiel der Geschichte eindeutig gezeigt, dass man weder hoch angesehenen Unternehmern noch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder gar Aktiengesellschaften selbst ganz vertrauen kann und darf. Der ganze Börsen-Zirkus ist zumindest teilweise ein legalisiertes Ponzi-Schema. Legalisiert, weil der Staat - genau wie bei Tabak und Alkohol - auch hieran fantastisch mitverdient und aus Inkompetenz oder Überforderung der Börsenaufsicht oft wegsieht, zu spät einschreitet und wenig erreicht, wenn Anleger betrogen werden. Ich will nicht behaupten, dass jede Firma mit so zwielichtigen Methoden ihre Bilanzen frisiert wie Ivar Kreuger es anscheinend getan hat, aber ich denke, dass dreiste und schwerwiegende Bilanzkosmetik bei der Mehrheit aller Aktiengesellschaften heute genauso an der Tagesordnung ist wie vor achtzig Jahren. Kreuger hatte nur das Pech, dass sein Schema durch den Crash des Jahres 1929 nicht mehr lange fortgesetzt werden konnte und letztendlich aufflog. Hätte Kreuger nicht zu richtig kriminellen Methoden wie Urkunden-Fälschung gegriffen, sondern einfach die Insolvenz der Holdinggesellschaft gewählt, wäre alles legal und quasi "ehrlich" abgelaufen und er hätte eine Chance gehabt, seinem patetischen Selbstmord zu entgehen. Meiner Meinung nach ein sehr empfehlenswertes und noch dazu preiswertes Buch von Frank Partnoy.
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Intriguing Look at the Consequences of Poor Securities Regulation, Disclosure, and Due Diligence, 15. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: The Match King: Ivar Kreuger, the Financial Genius Behind a Century of Wall Street Scandals (Gebundene Ausgabe)
"Indeed, the light of the wicked goes out,
And the flame of his fire gives no light."
-- Job 18:5
Ivar Kreuger and his enterprises are often mentioned in passing by books and articles about the Great Depression, securities, regulation, and fraudulent leadership. Each such reference seemingly assumes that the reader knows all about the subject. Well, I didn't and I suspect you don't either.
Before the mortgage-backed securities meltdown, manipulations of the junk bond market occurred, American Express didn't have any oil in its tanks, and bad accounting made residential real estate developers look profitable when they were on the edge of bankruptcy, Ivar Kreuger used financial innovation after financial innovation to build a huge enterprise and become one of the leading lenders in the world to nations. In this book, you'll read about how those innovations began and how they ended up for the investors.
For much of his career, Mr. Kreuger kept people from realizing that his persona was a carefully calculated and staged one. No one seemed to care as long as it appeared that he was making people rich.
But his inability to understand what he could afford to pay for money caused him to overpay. Eventually, his house of matchsticks collapsed amid the market meltdown during the first few years of the Great Depression.
As an investor, it would be profitable to read this story. It will make you more skeptical of those who pay a lot for their capital. That would be a good lesson to learn.
As someone who wants to understand the financial innovations, I fear that the writing won't get the points across unless you are already pretty financially sophisticated. The book would have benefited from some detailed examples developed in tables within the text.
If you want to understand the lessons for corporate leadership, the book is also on the frail side beyond suggesting that it's a good idea to fully and accurately disclose your situation on a timely basis. At bottom, Mr. Krueger had some very interesting ideas about new business models, a point that isn't fully developed in the book.
If you want to resolve all the mysteries about his death, the book will flesh out some different theories . . . but probably won't leave you satisfied that you know the answer.
On the regulatory front, the book doesn't provide enough perspective on what current practices are to indicate the full extent that the 1920s and early 1930s practices were different. In a number of cases, I'm not sure that current due diligence is necessary much better.
As a story teller, Mr. Partnoy seems compelled to provide as much detail as possible where it's available from first-person accounts and correspondence . . . but not to fill in from other sources and perspectives. As a result, this book gives you more than even a CPA would want to know about his interactions with his accountants and auditors.
Fortunately, it's a pretty short book and Ivar Kreuger is pretty interesting. That combination makes this book a convenient way to fill in the gaps in your knowledge about this "famous" financier.
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