der titel "kremer plays schnittke" ist irreführend, er spielt vom concerto grosso nr.1 nur track 4 und 5 und die zwei anderen von schnittke adaptierten ompositionen.
schnittke komponierte ja schon sehr großartige musik, eine, der man mit haut und haaren verfallen kann, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen. klassische musik mit der kraft und intensität von freejazz und urblues - wenn auch natürlich ganz anders.
auf welche weise sich hier allerdings die beiden stücke von mozart und paganini auf den tonträger verirrt haben, bleibt geheimnisumweht...
nicht, dass die schlecht wären, die passen nur weder historisch - alfred schnittke lebte ja bekanntlich im 20. jahrhundert - noch stilistisch zu den schrägen kompositionen. vielleicht wollte gidon kremer auch einfach und unbedingt vier statt nur zwei stücke spielen.
dann hätte er sich aber besser zwei der stücke vorgenommen, die hier von heinrich schiff, tatjana grindenko oder yuri smirnov gegeigt werden. die herrschaften spielen brav und ambitioniert, erreichen aber nicht kremers genie, das einfach jeden der von ihm erzeugten töne auf faszinierende art zum leuchten bringt.
ich will ja nicht schon wieder meckern, aber das ist typisch deutsche grammophon - man weiß nicht recht, warum das alles so gemacht wurde und klanglich ist das auch irgendwie seltsam komprimiert und irgendwie unecht, vor allem die räumliche darstellung. bei diesem label scheinen hauptsächlich dilettanten am werk zu sein, dabei haben sie wirklich gute künstler unter vertrag.
schade - kremer und schnittke hätten sich besseres verdient. großartig sind sie trotzdem.
meine suche nach der referenzaufnahme der concerti grosso geht weiter...